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Wana Limar Kann man gleichzeitig lieben und hassen?


Etwas brauchen und es deswegen verlassen? Wana Limar schreibt in BOA über ambivalente Gefühle gegenüber ihrem Handy

Hier schreibt: Wana Limar
Wana ist Influencerin, Moderatorin, DJ & Aktivistin im Kampf gegen Rechts. Zu ihrem Handy hat sie ein gespaltenes Verhältnis. Zum "Wernsehen"-Machen auf Youtube und zum Geldverdienen braucht sie es aber. Dringend.

Wana Limar über ambivalente Gefühle in BOA 

Was wäre, wenn mein Handy heute kaputt ginge? Wegen Überhitzung etwa, weil ich so heiß bin. Ich schwöre euch, es wäre mir egal. Nein. Ich würde mich sogar freuen. Denn wirklich: Ich hasse mein Handy! Und was daran hängt: das Internet. Und natürlich den uneingeschränkten Zugang dazu. O2-Flatrate, was los?!?

Er ist ein begnadeter Fußballspieler und Fashion-Ikone. Er verbindet Streetstyle mit Haltung: Jérôme Boateng ist mehr als nur Sportler. Sein Magazin BOA ist ab sofort am Kiosk erhältlich. 
Er ist ein begnadeter Fußballspieler und Fashion-Ikone. Er verbindet Streetstyle mit Haltung: Jérôme Boateng ist mehr als nur Sportler. Sein Magazin BOA ist ab sofort am Kiosk erhältlich. 
© Gruner + Jahr

Meine Handysucht ist der Sohn einer Hyäne. Die meiste Zeit benutzen nicht wir das Handy, sondern das Handy uns. Deep, oder? War mal ein Kanye-Tweet. Wie krass süchtig alle sind, merken wir dann, wenn wir mit Freunden zusammensitzen. Irgendwann zieht sich jeder auf die Toilette zurück. Um genussvoll auf das Handy zu starren. Follower-Krankheit FOMO ("fear of missing out").

Ist das Handy an, kann ich nicht abschalten: Beyoncé muss gestalkt werden. Alle Insta-Storys aus meiner Bubble muss ich sehen. Neue Dokus auf YouTube müssen gescannt wer- den. Geil auch, wie ich mein eigenes Insta-Pro l refreshe, zum 3284. Mal. Zu viel Ablenkung, zu viele Eindrücke, zu viele Vergleiche führen zu Unruhe im Kopf und im Körper. WTF. Legt das Handy weg! Wisst ihr, wie ihr euer Leben in den Gri bekommt? Indem ihr seltener auf den Bildschirm starrt. Gerade am Morgen. Gamechanger!

Und dennoch liebe ich mein Handy. Es ist ein Privileg: Ich kann damit meinen Lebensunterhalt verdienen, für soziale Projekte trommeln und Menschen erreichen. Ich kann mir den "Philosophischen Stammtisch" mit Richard David Precht reinziehen. Nachts um zwölf. Thema: „Schöne neue digitale Welt“. Handys verbinden und inspirieren. Und helfen dabei, Dinge anzugehen. Wichtig dabei ist nur, bewusst entscheiden zu können: Wann und wofür es sich lohnt, das Gerät wieder in die Hand zu nehmen ...

Gala


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