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Revenge Travel Deshalb reisen viele Menschen jetzt noch mehr als vor der Pandemie

Frau schaut auf Altstadt | Revenge Travel: Deshalb reisen viele Menschen jetzt noch mehr als vor der Pandemie
© seligaa / Adobe Stock
Lange Schlangen an Flughäfen und vor beliebten Insta-Spots, ausgebuchte Hotels: Im Sommer 2022 wird wieder fleißig gereist. Expert:innen sprechen sogar von Revenge Travel.

In den zwei Corona-Jahren war das Reisen nur sehr eingeschränkt möglich. Es gab Beschränkungen, strenge Ein- und Ausreise-Auflagen in vielen Ländern und zum Teil sogar komplett geschlossene Grenzen. Diesen Sommer aber öffneten nach und nach viele beliebte Reiseziele wieder ihre Tore, Urlaub war an vielen Orten wieder normal möglich – zumindest fast. Für Reise-Fans ist das eine Wohltat, endlich können sie wieder raus und die Welt entdecken.

Revenge Travel: Viele Menschen haben Nachholbedarf in Sachen Reisen

Seit einiger Zeit schon beobachten Reise-Expert:innen einen interessanten Trend – das sogenannte "Revenge Travel", auf Deutsch heißt das so viel wie "Rachereisen". Denn viele Weltenbummler:innen wollen nun endlich nachholen, was sie während der Hochphasen der Pandemie verpasst haben. So wollen sie praktisch Rache am Virus nehmen, das ihnen das Reisen so lange erschwert hat. Erika Richter von der American Society of Travel Advisors (ASTA) erklärt gegenüber CNN: "Die Menschen wollen verlorene Zeit nachholen."

Aber geht es bei diesem Reisetrend wirklich um Rache? Laut Erika Richter nicht unbedingt: "Es ist eine andere Art zu sagen: 'Hey, das Leben ist kurz. Ich möchte diesen Trip buchen. Ich möchte mehr Zeit mit der Familie verbringen. Ich möchte mit Menschen und mit der Natur in Kontakt kommen. Ich möchte die Welt erkunden und Erfahrungen machen, bei denen ich mich lebendig fühle.'" Kurz gesagt: Die Menschen möchten endlich wieder die Dinge tun, die sie so lange nicht oder nur sehr eingeschränkt tun konnten.

Der Reisetrend droht, in Overtourism zu münden

Der Begriff Revenge Travel ist damit eigentlich zu negativ für das euphorische Gefühl, das viele Menschen haben, wenn sie endlich wieder reisen dürfen. Aber ganz spurlos geht Revenge Travel auch an beliebten Reisezielen nicht vorbei. Denn wer in diesem Sommer Urlaub gemacht hat, konnte die Effekte sicher am eigenen Leib spüren: Viele Flughäfen waren massiv überlastet, Flüge wurden gestrichen. Und an besonders beliebten Spots wie in Rom oder auch auf Santorini war es mindestens wieder genauso voll wie vor der Pandemie.

Während der Lockdown-Phasen herrschte ein gewisser Optimismus, dass die Reise-Zwangspause zumindest einen positiven Effekt auf die Natur und die Menschen in Tourismus-Hochburgen haben würde. Das Reiseverhalten dieses Sommers macht diese Hoffnung allerdings zunichte, denn Revenge Travel scheint eher zum Phänomen Overtourism beizutragen.

Setzt sich der Reisetrend Revenge Travel fort?

An vielen Orten wird es merklich voller, spätestens seit diesem Sommer. Auch die Kosten fürs Reisen steigen, denn Anbieter:innen erhöhen ihre Preise, um die Ausfälle aus den Corona-Hochphasen auszugleichen. Hotels, Flüge und Angebote vor Ort werden vielerorts teurer. Aber die hartgesottenen Reisefans scheint das nicht abzuhalten: Die meisten Menschen genießen es offenbar so sehr, endlich wieder unterwegs zu können, dass sie die gestiegenen Preise in Kauf nehmen. Auch die Deutschen reisen wieder, was das Zeug hält. Neben den heimischen Küsten gehören aktuell Mallorca, Griechenland und Sehnsuchtsziele wie die Malediven zu ihren liebsten Spots.

Die Zögerlichkeit der vergangenen zwei Jahre scheint abgelegt, stattdessen herrscht im Reisesommer 2022 Euphorie, dass es endlich wieder losgehen kann. Ob der Trend Revenge Travel anhält oder die Folgen der aktuell herrschenden Krisen das Reisen nachhaltig verändern, werden die kommenden Jahre zeigen.

Verwendete Quellen: cnn.com, rnd.de, stern.de

mbl Gala

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