Philippe Cousteau: Das Meer ist nicht genug

Einfach nur zu tauchen wie sein berühmter Großvater reicht ihm nicht. Philippe Cousteau ist Umweltschützer, Reporter, Unternehmer. Er will Menschen und Konzerne zum ökologischen Umdenken bewegen

Philippe Cousteau

Seinen Vater hat Philippe Cousteau nie kennengelernt. Als der 1979 mit einem Flugboot in Portugal tödlich verunglückte, war seine Mutter im vierten Monat schwanger. Was Cousteau geblieben ist, sind 40 Videokassetten mit Dokumentarfilmen des Meeresbiologen. Ein unerfülltes Lebenswerk. Schon der Vater war in die übergroßen Fußstapfen seines Vaters gestiegen, des legendären Jacques Cousteau, der als rot bemützter Kapitän seines Expeditionsschiffs "Calypso" die Welt über die Schönheit der Ozeane aufklärte. Wasser war das Element von Philippe Cousteaus Vorfahren. Fast logisch, dass es auch seines werden würde.

Doch Philippe Cousteau, 35, geht weiter. Er ist mit Ölkatastrophen, Artensterben und Müllverklappung groß geworden. Er weiß um die Bedrohung der Schöpfung und er will sie schützen. "Die beiden haben der Welt die Augen geöffnet für die Wunder des Meeres. Ich versuche, den negativen Einfluss des Menschen auf die Umwelt in einen positiven umzuwandeln", sagt er zu "Gala". Als Kind seiner Zeit weiß er, dass er sich nicht ums Meer kümmern kann, ohne auch den Rest der Welt in den Blick zu nehmen.

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Cousteau selbst nennt sich Social Entrepreneur, wenn er all seine Jobs mit einem Begriff bezeichnen soll. Gemeinsam mit seiner Mutter Jan und Schwester Alexandra, 38, führt er die Stiftung World Echo, die verschiedene Schutzprogramme unterstützt und pädagogisch wirkt. Vor allem Jugendliche werden darin geschult, ökologisch nachhaltig zu handeln. Außerdem hat Cousteau einen Investmentfonds an der Wall Street und eine Agentur, die Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit berät. Er will Firmen fördern, die in Umweltschutz investieren und - gerade im ökologisch rückständigen Amerika - mit gutem Beispiel vorangehen. Seine grünen Träume durfte er im Pavillon der USA für die EXPO 2010 in Schanghai visualisieren. Und als CNN-Reporter zeigt Cousteau einem breiten Publikum Auswüchse der Klimakatastrophe wie Überschwemmungen und Rodungen in Südamerika oder Elfenbeinraub in Asien. Ein beeindruckendes Portfolio, für das er 2013 den Special Prize bei den "Gala" Spa Awards erhielt.

Für CNN International bereist Cousteau auch die Welt jenseits des Wassers. Hier trifft er in Sumatra auf Elefanten.

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Dabei zog es Cousteau anfangs gar nicht so dringend ins Wasser: Der gebürtige Franzose, der in Los Angeles aufwuchs, studierte Philosophie und Geschichte, unter anderem in St. Andrews, der Uni von Prinz William. "Man muss die Historie kennen, wenn man die Welt verändern will", erklärt er rückblickend im "Gala"-Interview.

Tatsächlich gab es in seiner Pubertät eine Phase, in der er vom Namen Cousteau genug hatte. Damals, in den Neunzigern, kam heraus, dass Großvater Jacques jahrelang ein Doppelleben mit einer Zweitfamilie geführt hatte. Als er 1997 starb, erbte diese so gut wie alles. Die Rechte an 150 Cousteau-Filmen und die Macht über die Cousteau-Gesellschaft. Nicht mal die Namen von Philippe, seiner Schwester und Mutter werden dort in irgendeiner Weise erwähnt.

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Die Leidenschaft fürs Wasser setzte sich dennoch bei Philippe durch, als sei es genetisch programmiert. So wie übrigens auch bei Cousin Fabien Cousteau, 41, der ab November 31 Tage in einem Unterwasserlabor vor der Küste Floridas verbringen wird - ein Rekordversuch.

Cousteau ist mit seiner Vergangenheit versöhnt. "Den Namen konnte sowieso niemand richtig buchstabieren", witzelt er gegenüber "Gala". Schließlich will Philippe nicht nur das Wirken seines Großvaters weitertragen, sondern vor allem das seines Vaters.

Die Sammlung der Videokassetten mit den Dokumentationen von Philippe Cousteau Senior hat er übrigens kürzlich gemeinsam mit seiner Verlobten angeschaut.

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