Paul Pogba: Angeberwissen über den Musterprofi

Paul Pogba ist der teuerste Spieler der Welt. Aber wie tickt der schlaksige 23-Jährige überhaupt? Enfant terrible oder klassischer Musterprofi? Wir stellen den Fußball-Star vor

Dieser junge Mann hat den Waliser Gareth Bale, 27, übertroffen! Der französische Nationalspieler Paul Pogba wurde für die Rekordsumme von knapp 120 Millionen Euro von Juventus Turin zu seinem neuen (und gleichzeitig alten) Verein Manchester United transferiert. Damit ist der 23-Jährige der teuerste Fußballspieler des Planeten, mehr wert als Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo.

Doch wer ist dieser extrovertierte Typ überhaupt, der auf seinem Instagram-Account sich auch gerne mal in Rapper-Pose oder beim Kampfsporttraining zeigt? Paul Labile Pogba wurde im März 1993 in der kleinen französischen Gemeinde Lagny-sur-Marne als Sohn guineischer Eltern als Drilling geboren. Seit seinem sechsten Lebensjahr tritt das Ausnahmetalent bereits gegen den Ball.

Im Alter von nur 16 Jahren war der Name Paul Pogba zum ersten Mal in den Medien zu hören - zunächst allerdings nicht aufgrund sportlicher Leistungen. Bereits damals nahm Manchester United den schlaksigen Jungen zum ersten Mal unter Vertrag. Sein Monatsgehalt in Höhe von 15.000 Euro für einen Teenager sorgte für einige Kontroversen und löste zahlreiche Diskussionen aus.

Von Alex Ferguson vom Hof gejagt

Doch dort gelang ihm nicht der große Wurf: Mit 19 Jahren jagte ihn die Trainer-Ikone Alex Ferguson wieder vom Hof. Der Grund: Pogba motzte zuvor öffentlich gegen seinen Coach, dass er ihn zu wenig in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen lasse - was logischerweise weder bei den Mitspielern, geschweige denn bei den Fans oder Vorgesetzten sonderlich gut ankam. Ferguson schickte ihn also wieder fort und trat sogar böse nach: Der Junge habe keinen Respekt, ihm wäre es am liebsten, wenn er ihn nie wieder sehen müsse.

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Beim italienischen Traditionsverein Juventus Turin fand er schließlich ein neues Zuhause und reifte in vier Jahren zum Weltklassespieler heran. Bis heute haftet ihm allerdings der Nimbus des Luftikus an: Pogba wurde vor allem in Italien häufig in Auftreten und Gehabe mit seinem italienischen Kollegen Mario Balotelli verglichen. Allerdings zu Unrecht: Balotelli, das Enfant terrible aus Palermo, sorgte tatsächlich für zahlreiche Skandale abseits des Platzes. Ganz im Gegensatz zu Pogba, der sich im Prinzip nie etwas zu Schulden kommen hat lassen.

Der Franzose hält sich sowohl mit nächtlichen Ausflügen, spektakulären Unfällen mit Supersportwagen oder Kamera-geilen Modelfreundinnen zurück und gilt in Fachkreisen als absoluter Musterprofi, der geradezu besessen an seinen Fähigkeiten arbeitet. Der wegen seiner auffallend langen Arme und Beine auch Krake genannte Pogba leistete sich in Turin neben einem eigenen Physiotherapeuten sogar einen Ernährungsberater und einen Privatkoch. Alles nur, um zum noch besseren Fußballspieler zu reifen.

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Der verlorene Sohn kehrt heim

Ironie des Schicksals: Genau der Verein, der Pogba noch vor vier Jahren unehrenhaft vor die Tür gesetzt hatte, kauft nun den verlorengegangenen Sohn für eine absolute Fabelablöse zurück. Was in den vier Jahren geschah? Ein sportlicher Rohdiamant entwickelte sich zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt und aus dem frechen Jungen mit der großen Klappe wurde ein Medienprofi, der die komplette Klaviatur der nichtssagenden Fußballer-Statements bespielen kann.

Ob sich die 120 Millionen Euro für Pogba wirklich lohnen, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen. Über eines können sich die Verantwortlichen bei ManU aber sicher sein: Sie haben ein Top-Fußballer in den Reihen, der in den nächsten Jahren auf dem Platz von sich reden machen wird - und nicht aufgrund öffentlich ausgetragener Kritik am Trainer. Jose Mourinho wird seinen Königstransfer nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in jedem Spiel von Beginn an in die Startelf stellen. Kein Grund zum Sauer sein also...

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