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Olympische Spiele - Abschlussfeier Ein Star pro Quadratmeter


Mit einer Atem raubenden Schlussfeier gingen die Spiele der XXX. Olympiade zuende. Im Londoner Olympiastadion traten sich die Superstars aus Rock, Pop und Showbiz sowie Tausende Olympioniken fast gegenseitig auf die Füße. Ein faszinierender Rummel

Das war vermutlich die Party des Jahres: Die Abschlussfeier der dreißigsten Olympischen Spiele in London erinnerte an imperiale Zeiten, man hatte als Zuschauer unweigerlich das Gefühl, aus Großbritannien komme alles, was in den letzten Jahrzehnten musikalisch wichtig und richtig war. Die "Spice Girls", "Madness", "Queen", "Take That", "The Who", Russell Brand, die "Pet Shop Boys" und Annie Lennox waren nur ein Teil der Künstler, die die Organisatoren der Feier verpflichtet hatten und in stetem Reigen, auf Schiffen und Autos und Fahrrädern stehend, in die Arena mit 80.000 begeisterten Zuschauern und Olympioniken entließen.

Der Auftritt der "Spice Girls" bei der Abschlussfeier

Große Freude darüber, dass sogar Victoria Beckham - die immer klar gemacht hat, dass sie nie eine gute Sängerin war und ihren Beruf in der Mode sieht - sich dem ersten Auftritt der "Spice Girls" seit 2008 angeschlossen hat. Gemeinsam begeisterten Victoria Beckham, Emma Bunton, Geri Halliwell, Melanie Brown und Melanie Chisholm das Publikum mit ihren Liedern "Wannabe" und "Spice Up Your Life". Die einen mit mehr, die anderen mit einem kleinen bisschen weniger Elan. Der Auftritt mit High Heels auf Autodächern ist dabei eine wahre Zitterpartie, zum Glück hat man den Mädels Geländer gegeben. Eva Longoria lobte per Twitter aus der Ferne: "Ich bin so stolz auf meine liebe Victoria Beckham bei der Abschlussfeier von Olympia. Es ist so spät und sie sieht so toll aus."

Nicht ganz so dramatisch, aber sehr bewegend war der Auftritt der Ex-Boyband "Take That". Die Vier - Robbie Williams hatte sich entschieden, wegen der herannahenden Geburt seines erstes Kindes daheim zu bleiben - schritten und tanzten in schwarze Uniformen gekleidet einen breiten Laufsteg hinunter. Besonders die Anwesenheit von Gary Barlow überraschte und freute die Fans. Schließlich hatten sie in der Vorwoche die traurige Nachricht vernommen, dass der Sänger und seine Frau um ein im achten Schwangerschaftsmonat totgeborenes Kind, ihre Tochter Poppy, trauern.

Die Briten wollten offenbar sichergehen, dass sie nach all den Tagen voller Sport auch die musikalischen Verdienste, die der Inselstaat in den letzten fünfzig Jahren für sich verbuchen konnte, noch einmal aufführen. Was mit Paul McCartney bei der Eröffnungsfeier begann, beendeten George Michael, die "Kaiser Chiefs", Liam Gallagher mit "Beady Eye" und "The Who" in der letzten Nacht der Spiele. Ein Fest für die Zuschauer, due Funktionäre und einen immer noch großen Teil der rund 10.000 Sportler aus aller Welt war auch der Auftritt des "Monthy Python" Eric Idle, der aus einer Kanone krabbelte und gemeinsam mit dem Publikum und einem Engelschor die Hymne "Always Look on the Bright Side of Life" schmetterte.

Die Modeverdienste der Briten wurden von einer Riege weltbekannter Models hervorgehoben, die das Olympiastadion zum Laufsteg umfunktionierten. Das war auch besser so, denn die Modeldiven Kate Moss und Naomi Campbell sind immerhin nicht für übergroßen sportlichen Einsatz oder den täglichen Gang ins Fitnessstudio bekannt.

Neben all der Musik ging es in den Feierstunden auch noch um den britischen Hang zu Straßenpartys, die toll getanzt und beleuchtet wurden. Die lautstarke Tanztruppe "Stomp" zeigte wahrhaft sportliche Leistungen. Bei diesem Programm hielt sogar die VIPs nichts mehr auf den Sitzen. Erst zur britischen Mitternacht, um ein Uhr deutscher Zeit, erlosch dann schließlich die olympische Fackel. Die Party war damit aber noch lange nicht beendet, im Olympischen Dorf wird heute etwas später als sonst aufgestanden.

cfu

gala.de


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