Mirage Solo: Echte virtuelle Freiheit?

Ein echtes VR-Erlebnis gibt es nur mit PC, Konsole oder Smartphone? Weit gefehlt! Lenovo zeigt Usern eigenständig die virtuelle Realität.

Das VR-Headset Mirage Solo von Lenovo bietet ein Erlebnis ohne Einschränkungen

Es gibt mittlerweile recht viele Alternativen, um die Virtual Reality (VR) oder auch virtuelle Realität erleben zu können. Bei sehr vielen ist man in gewisser Weise aber auch eingeschränkt. Die meisten VR-Headsets funktionieren nur angeschlossen an PC oder Konsole, für andere braucht man ein Smartphone. Lenovo präsentiert mit Mirage Solo allerdings eine komplett eigenständige Lösung.

Einrichten und loslegen

Erst einmal ausgepackt, ist das VR-Headset recht schnell eingerichtet und konfiguriert. In wenigen Schritten muss unter anderem die Sprache für die Benutzerführung ausgewählt werden, außerdem soll festgelegt werden, ob der Nutzer Links- oder Rechtshänder ist. Und nach einer Verknüpfung mit dem eigenen Google-Konto kann es quasi auch schon direkt losgehen. Diese ist zwingend notwendig, denn Mirage Solo setzt auf Google Daydream, eine Plattform für VR-Inhalte.

In einem kurzen Tutorial in einer comic-artigen Wildnis und einem Museum bekommen User beigebracht, wie das Gerät bedient wird und wie der mitgelieferte Motion-Controller funktioniert. Dieser sieht wie eine kleine Fernbedienung aus und ermöglicht die Navigation durch Menüs und die Interaktion mit den unterschiedlichsten VR-Erlebnissen. Dabei kommt der Controller mit nur wenigen Tasten aus - am oberen Ende befindet sich ein rundes Touchpad, darunter liegen die sogenannten "App"- und "Daydream"-Tasten und an der Seite kann man die Lautstärke regeln.

Durchaus komfortabel

Dank weicher Polster lässt sich das Headset trotz seines Gewichts von rund 645 Gramm sehr komfortabel tragen. Nach längerer Nutzungszeit am Stück werden die meisten allerdings eine kurze Pause einlegen wollen, weil das Gewicht dann doch irgendwann sehr spürbar ist. Da der Bügel des Headsets zudem stufenlos verstellbar ist, sollte es auf wirklich so ziemlich jeden Kopf passen. Auch eine Nutzung mit Brille war beim Ausprobieren des Geräts überhaupt kein Problem.

Zum Komfort trägt allerdings auch bei, dass das Mirage Solo komplett ohne Kabel oder eben zusätzliche Hardware auskommt. Die genutzte WorldSense-Technologie von Google ermöglicht zudem ein echtes VR-Erlebnis mit Positionsverfolgung und allerhand Bewegung, ohne dass zusätzliche Sensoren verwendet werden müssen. Besonders praktisch für Nutzer: Viele der angebotenen VR-Spiele, -Apps und -Videos lassen sich auch auf sehr engem Raum erleben. Es ist also nicht nötig das Wohnzimmer großartig umzugestalten oder gar einen eigenen Hobbyraum einzurichten, wie es manch andere Lösungen von Usern geradezu verlangen.

Der Nachteil der gewonnenen Freiheit ist allerdings, dass User das Headset je nach Nutzungsverhalten nur bis zu rund 2,5 Stunden am Stück verwenden können. Danach muss der Akku wieder aufgeladen werden. Auf der einen Seite ist das nicht gerade viel Zeit, auf der anderen Seite sollte man nach so einer langen Session sowieso unbedingt eine Pause einlegen. Außerdem hat das alles auch seinen Preis: Regulär ist das VR-Headset Mirage Solo von Lenovo für 399 Euro zu haben. Im Vergleich: PlayStation VR (PSVR) liegt bei knapp 300 Euro, Oculus Rift mit Touch-Bundle bei rund 450 Euro.

Mittendrin statt flach davor

Wer dazu bereit ist, noch weitere 299 Euro zu investieren, der kann mit der dazugehörigen Mirage Camera etwas ganz Besonderes erleben. Denn mit dieser lassen sich eigene VR-Fotos und -Videos aufzeichnen. Damit bringt die 3D-Kamera, die 180-Grad-Aufnahmen unterstützt, wortwörtlich eine neue Dimension in die eigenen Erinnerungsstücke.

Die Bedienung ist kinderleicht. Einfach die Kamera in eine Richtung halten und auf den Auslöser drücken, dann wird alles vor den stereoskopischen Fischaugenkameras mit 13 Megapixeln in 4K UHD aufgenommen - oder auf Wunsch auch live gestreamt. Das eigene Smartphone kann dabei als Sucher dienen. Die Aufnahmen werden hinterher dann ganz einfach per Google Fotos oder YouTube mit Familie und Freunden geteilt. Und ja, es ist tatsächlich ziemlich cool, Bilder und Videos von den Liebsten - oder anderen eigenen Motiven - in 3D zu sehen.

Besonders in der Kombination aus Mirage Solo und Mirage Camera macht das VR-Erlebnis von Lenovo einen guten Eindruck, aber auch ohne zusätzliche Kamera lohnt sich ein Blick. Wer vom Preis nicht abgeschreckt wird und die virtuelle Realität ohne weitere Zusatzgeräte erleben möchte, der sollte hiermit genau richtig liegen.

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