Malibu: Hier relaxt Hollywood

Für viele Filmstars sind die Strände von Malibu ein magischer Ort. Hier kommen sie zur Ruhe - weil man sie in Ruhe lässt. Auch Ariane Sommer, "Gala"-Reporterin aus Los Angeles, liebt dieses unvergleichliche Lebensgefühl zwischen Entspannung und Exzentrik

Malibu ist mehr als ein Ort. Es ist ein Zustand. "Malibu: A Way of Life" steht hier auf vielen Nummernschildern der Anwohner. Und wenn man den dichten Verkehr Santa Monicas hinter sich lässt, zwischen den Bergen und dem Ozean den Pacific Coast Highway gen Norden fährt, spürt man schon ein wenig, was damit gemeint ist. Das Meer funkelt, man schmeckt das Salz in der Luft, zählt am Horizont die Pelikane, die sich ins Blau des Wassers stürzen, und es erfasst einen diese unglaubliche Gelassenheit und Ruhe, die man im Moloch Los Angeles oft vergeblich sucht. Es ist das Gefühl von Freiheit, Sonne und Meer, welches diesen 34 Kilometer langen Küstenstreifen zum Inbegriff des kalifornischen Traums macht.

Das und die relative Abgeschiedenheit haben die 13000-Seelen-Gemeinde zum perfekten Rückzugsort für die Berühmten und Reichen werden lassen. Wer also durch das sogenannte Malibu Village und den "Country Mart" streift, die angesagte Shopping-Ecke der Gegend, kann Jennifer Aniston im Schlabberkleid bei "Starbucks" erleben. Oder man steht im "Hollywood Theaters - Malibu Cinemas", dem einzigen Kino des Orts, mit Pierce Brosnan und seinen Kids in der Schlange zum Ticketschalter. Stars trifft man auch im Restaurant "Taverna Tony", kürzlich turtelte dort Eva Longoria mit Eduardo Cruz. Pamela Anderson geht frühmorgens barfuß und ungeschminkt am Strand joggen, abends begegnet man da in letzter Zeit häufig Gerard Butler - frisch aus dem Wasser, mit nassen Haaren und nichts als einem Handtuch um die Hüften. Er übt gerade für seinen nächsten Film das Surfen. Kurz: Die Celebritys, die sonst so vorsichtig sind, was ihr öffentliches Auftreten angeht, geben sich hier leger. Keiner stylt sich auf, selbst beim Dinner im "Nobu"-Restaurant trinkt Cindy Crawford ihren Blutorangen-Martini in Flipflops.

Eva Mendes

Video zu Artikel - "Zahlen interessieren mich nicht"

Eva Mendes: Video zu Artikel - "Zahlen interessieren mich nicht"

Der Grund dafür ist, dass die Zahl der Paparazzi hier nicht so hoch ist wie im Rest der Stadt. Malibu ist für den großen Fotografen-Rummel tabu, eine Art Arrangement, das meistens eingehalten wird. Die Boutique-Besitzer brauchen die PR nicht so sehr, die Stars sind ihnen ja sicher, und es gibt nur wenige Hotels in der Gegend, weswegen der Ort nicht von Touristen überlaufen ist. Malibu als Ruheoase, das hat Tradition. Die Malibu Colony, wo alles begann, wurde Ende der Zwanzigerjahre in der Filmbranche populär. Damals konnte man zum Beispiel eine 100-Quadratmeter-Parzelle für 1000 Dollar pro Monat für zehn Jahre mieten. Hollywoods frühes It-Girl, die Stummfilm-Schauspielerin Clara Bow, war eine der Ersten, die sich hier vom Studiostress erholte, Berühmtheiten wie Westernheld Gary Cooper und Filmmogul Jack Warner folgten. In jenen Tagen bauten die Stars und die Studiobosse sich kleine Strandhütten für ein paar Tausend Dollar, und die Gegend wurde bekannt als "The Malibu Movie Colony".

Einer der schönsten und begehrtesten Orte der Welt: Ariane Sommer am Beach der Malibu Colony, in der Stars wie Tom Hanks, Jim Carrey und Leonardo DiCaprio es sich gut gehen lassen

Urlaubsbilder

Stars am Strand

Liebesurlaub an der Côte d'Azur: Sienna Miller und der Galerist Lucas Zwirner sind schon einige Monate ein glückliches Paar, und was könnte noch glücklicher machen, als die Sonne und ein gemeinsames Bad am Strand von St. Tropez zu genießen?
Am Bondi Beach entsteigt Hugh Jackman den Fluten: Auch wenn er vielleicht nicht mehr so viele Muskeln wie zu seinen "Wolverine"-Zeiten hat, kann sich der Schauspieler dennoch sehen lassen.
Stand Up Paddling scheint eine Menge Spaß zu machen. Michelle Hunziker, die gerade eine Runde gedreht hat, sieht zumindest ganz so aus.
Schatz, nun komm doch endlich ins Wasser, scheint Hollywoodstar Mark Wahlberg seiner Frau Rhea Durham zu sagen. Der Muskelberg urlaubt mit seiner Familie auf der sonnigen Karibik-Insel Barbados.

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Heute verteilt sich die Prominenz über ganz Malibu, doch The Colony ist neben dem Carbon und dem Broad Beach der Hotspot. Die Colony ist allerdings eine Gated Community, ein für Normalsterbliche nicht zugänglicher Bereich, mit 24-Stunden-Security-Service. Der Strand jedoch ist für die Öffentlichkeit zugänglich, wie alle Strände Kaliforniens. Ein gut gehütetes Geheimnis. Es gibt am Anfang eine Art Zaun, der aber bei regulärem Wasserstand passierbar ist - und so kann man an den beeindruckenden Häusern vorbeiflanieren.

Die Bauten, die auf dem schmalen Streifen neben einer Lagune liegen, kosten bis zu 26 Millionen Dollar. Leonardo DiCaprio, Sting und Tom Hanks leben hier, das Who’s Who des Entertainment-Business winkt sich über Gartenzäune und von den Strandterrassen zu. Im Sommer als Besucher auf der Liste der Colony zu stehen gilt als heißestes gesellschaftliches Ticket der Stadt. Denn wenn man erst einmal drin ist, geht es locker zu. Am US-Nationalfeiertag etwa wird von Party zu Party, von Haus zu Haus flaniert. Nach Blaubeerkuchen und Punsch auf Tom Hanks’ Tennisplatz steht man ein paar Stunden später neben Jim Carrey am Strand, um das Feuerwerk zu bewundern.

Wer es nicht auf die Gästeliste schafft, um mit den Colonytes zu feiern, kann sich den Zutritt auch erkaufen. Denn für viele sind die Anwesen in Malibu lediglich das Zweit-oder Dritthaus, das in der Saison vermietet wird. Goldie Hawns balinesisch inspirierte Villa am Broad Beach kostet 90000 Dollar pro Monat, Sting vermietet sein Domizil angeblich für knapp 100000. Nicht ganz billig, aber deutlich preiswerter als zum Beispiel in den noblen New Yorker Hamptons. Auch beim Immobilienkauf sind zurzeit richtige Schnäppchen zu machen, die Wirtschaftskrise ist an Malibu nicht vorbeigegangen. Die angesagteste Ecke ist derzeit der Trailer Park in Paradise Cove. Minnie Driver und Matthew McConaughey wohnen dort - in kleinen Mobile Houses, die innen überraschend viel Luxus bieten können, als abgespeckte Version aber schon ab einer Million Dollar zu haben sind.

Streit und Stress? Gibt es selbst an einem wunderschönen Ort wie diesem. Meistens zwischen den VIPs und den Nicht-VIP-Anwohnern. Keine Überraschung, hier leben ja auch die größten Egos. Wie Mel Gibson, dem bei seiner Festnahme vor ein paar Jahren, als er betrunken hinterm Steuer saß, der Satz "Mir gehört Malibu" rausrutschte. Seitdem hat er den wenig schmeichelhaft gemeinten Spitznamen "The King of Malibu" weg. Bei all dem Geld und Wohlstand - feudales Gehabe ist verpönt. Auch die jüngsten Pläne von The Edge sorgten für Diskussionen. Der U2-Gitarrist plante, auf seinem gerade erstandenen Anwesen in den Santa-Monica-Bergen gleich fünf Häuser zu bauen. Das empfanden viele als too much, als Verschandelung. Das Leben in "The Bu", wie es die Einheimischen nennen, kann dem ein oder anderen auch mal zu Kopf steigen. Aber der wird dann schnell wieder geradegerückt, und inzwischen herrschen wie gewohnt Harmonie und Frieden. Gerade paddelte Owen Wilson im Rahmen einer Charity mit zweihundert Stars und Normalos aufs Meer - um aus Surfbrettern ein Peace-Zeichen zu formen.

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