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Malibu + Stars Kampf ums Paradies

Pierce Brosnan, Villa
Pierce Brosnan, Villa
© Picture Alliance / ddp images
Naturschützer gehen auf die Prominenz an Malibus Küste los. Es geht um den Erhalt eines Luxusstrands in Zeiten des Klimawandels

Als Goldie Hawn und Kurt Russell sich in den Achtzigerjahren ein Strandhaus auf dem exklusivsten Streifen Sand Malibus kauften, hielt dessen Name noch, was er verspricht: Broad Beach ("breiter Strand"). Damals lagen bis zu 50 Meter breite Dünen zwischen Villen und Meer. Heute verunstalten Sandsäcke die Vorgärten der Strandvillen und ein fast drei Meter hoher, mehr als ein Kilometer langer Hügel aus Felsbrocken. Der Grund für so viel Hässlichkeit: Im Zuge schwerer Winterstürme haben jüngst Riesenwellen an der Küste genagt, so schlimm wie schon einmal vor drei Jahren.

Das lässige Strandleben ist damit endgültig vorbei, der Sand auf Handtuchbreite geschrumpft. Joggen? Fehlanzeige. Surfen? Schwierig. Es sei denn, man klettert bei Extrem-Ebbe über den Steinhaufen. Die Lösung: Pierce Brosnan, Dustin Hoffman und die anderen Anwohner wollen Sand vom Meeresboden hochschaufeln lassen und die verlorenen Dünen wieder aufschütten. Der Aufwand ist immens: 350.000 Kubikmeter müssten bewegt werden, das entspricht etwa 15.000 LKW-Ladungen. 20 Millionen Dollar soll das Ganze kosten. Diese Summe will die illustre Strandclique, die insgesamt 114 Hausbesitzer umfasst, selbst bezahlen.

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Doch Umweltschützer laufen Sturm gegen das Vorhaben. Nancy Hastings von der Meeresschutzorganisation "Surfrider Foundation" empörte sich gegenüber "Gala": "Sie haben während der Stürme von 2010 eine Notfall-Genehmigung für die Felswand erhalten. Jetzt haben wir dieses Monster am Strand. Wir sind absolut dagegen, dass die Felswüste bleibt." Und aufgeschüttet werden soll schon gar nichts. Die Erosion würde so noch schneller vorangetrieben, so Hastings, zudem könnten geschützte Meerestiere in ihrem Lebensraum gestört oder gar vernichtet werden.

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Ausgerechnet Pierce Brosnan, eigentlich Umweltaktivist und Walfischretter, entpuppt sich in dem Streit als Ökoschweinchen. Er ließ am Problemstrand eine Riesenvilla im balinesischen Stil errichten, die erst Anfang 2012 fertig gestellt wurde. Was für ein Signal! Wie glaubwürdig ist sein Einsatz für die Umwelt? Einer der Anti-Brosnan-Aktivisten wütend zu "Gala": "Ich habe Pierce vor Kurzem bei einer Kundgebung für die Umwelt voller Bewunderung die Hand geschüttelt. Da war er großartig." Da ging es ja auch nicht um sein eigenes Haus.

Anna-Barbara Tietz

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