VG-Wort Pixel

Künstliche Intelligenz Wo versteckt sie sich im Alltag?

Das Smartphone per Gesichtserkennung entriegeln - auch das ist Künstliche Intelligenz (KI)
Das Smartphone per Gesichtserkennung entriegeln - auch das ist Künstliche Intelligenz (KI)
© Pixel-Shot/Shutterstock.com
Man möchte es nicht meinen, aber KIs finden sich auch heute schon überall. An diesen Orten im Alltag kommt sie bereits zum Einsatz.

Spricht man von Künstlicher Intelligenz (KI), kommen vielen Menschen zunächst allerhand Zukunftsszenarien in den Sinn. Dabei ist der Einsatz von KI schon längst alltäglich. Überall verlassen Unternehmen und Privatnutzer sich auf Technologien, die von Künstlicher Intelligenz getrieben sind. Aktuell setzt etwa auch die Wissenschaft auf die Hilfe von Supercomputern, KI und maschinellem Lernen im Kampf gegen das Coronavirus, wie zuletzt unter anderem der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet hat.

Was ist Künstliche Intelligenz?

"Künstliche Intelligenz ist ein Oberbegriff für Methoden, die auf die Automatisierung von Entscheidungsvorgängen abzielen, die traditionell den Einsatz menschlicher Intelligenz erfordern", erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Technologie wird also unter anderem eingesetzt, um ehemals rein menschliche Aufgaben zu übernehmen und somit Forschung und alltägliche Aufgaben zu beschleunigen und zu erleichtern.

Tobias Wessels, ehemals bei Google und nun beim Tech-Unternehmen Bespoke, erklärt weiter: "Traditionelle Computerprogramme laufen auf der Grundlage der menschlichen Logik, die bereits im Code vordefiniert ist. KI/Maschinelles Lernen ist nicht nur das Ausführen dieser menschlichen Logik, es passt den Code selbst an."

Das ganze Wissen der Welt

Immer mehr Unternehmen bieten ihren Kunden auf ihrer Website virtuelle Assistenten oder auch sogenannte Chatbots, die Nutzern bei all ihren Fragen helfen sollen - egal ob es um Vertragsthemen oder allgemeine Punkte zu Produkten und Dienstleistungen geht. Bespoke hat einen KI-betriebenen Chatbot ("Bebot") entwickelt, der unter anderem die japanische Regierung in der Corona-Krise unterstützt. User erhalten beispielsweise umfangreiche Informationen zu aktuellen Regelungen und dergleichen mehr. Ursprünglich wurde "Bebot" für die Tourismusbranche entwickelt und kommt beispielsweise auch in der Metro Tokios zum Einsatz.

Auch in Suchmaschinen kommt KI zum Einsatz. Wenn ein Nutzer etwa schnell nach einem Bild der britischen Komiker-Kulttruppe Monty Python ("Das Leben des Brian") googelt, dann spuckt die Suchmaschine zuverlässig Fotos von John Cleese (80) und seinen Kollegen aus - und nicht etwa von Python-Schlangen. Diese Bilder sind nicht von Menschenhand festgelegt. Eine KI hilft dabei, Anfragen zu verstehen, richtig einzuordnen und passende Ergebnisse zu liefern. Das funktioniert dank der seit Jahren zum Einsatz kommenden Technologie oftmals auch, wenn Nutzer sich vertippen oder einen Namen nicht genau kennen. Die KI lernt selbständig dazu und kann so Anfragen mit der Zeit immer genauer beantworten.

Hey Google, was ist KI?

Besonders beliebt ist in den vergangenen Jahren der Einsatz sogenannter Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Apples Siri und Googles Assistant geworden. Eine Studie der Postbank, in der etwas mehr als 3.100 Menschen befragt wurden, hat bereits im Sommer 2019 ergeben, dass zu diesem Zeitpunkt fast ein Drittel aller Menschen in Deutschland solche Sprachassistenten nutzen. Diese sind ebenfalls KI-basiert und sollen sich beispielsweise an die Gewohnheiten ihrer Nutzer gewöhnen und natürlich auch im Kontext sinnvolle Antworten auf gestellte Fragen liefern.

"Es gibt unzählige Services, die die Vorteile der KI bereits seit vielen Jahren nutzen", bestätigt Wessels, "dazu gehören auch E-Mail-Anbieter, die in der Regel eine bestimmte Art Spam-Filter einsetzen." Künstliche Intelligenz hilft also auch hier und soll es beispielsweise ermöglichen, unerwünschte Werbung und mehr zu filtern, ohne dass sich Nutzer händisch ums Löschen kümmern müssen.

Das ist der richtige Film

Wessels hat ein weiteres Beispiel parat. Wichtige Services seien auch "Empfehlungsdienste wie Netflix oder Spotify", die sich oftmals auf einen "Ähnlichkeitsvergleich von Daten" stützten. "Herkömmliche Software war darin äußerst schlecht, da kein Mensch mit einem vollständigen Regelsatz aufwarten konnte, der alle Nuancen erfassen konnte, die solch komplexe Daten beschreiben. Aber dank der KI, die einfach durch Beispiele lernt, sind solche Ähnlichkeitsvergleiche inzwischen alltäglich und sehr genau geworden."

Auch Gesichtserkennung basiert auf Algorithmen und KI. Die Künstliche Intelligenz erkennt nach einem - bestenfalls kurzen - Training Gesichtszüge zuverlässig und kann diese richtig identifizieren. Entsprechende Technologien kommen beispielsweise in vielen iPhones und Android-Smartphones zum Einsatz. Nutzer können ihr Gesicht nutzen, um ihr Gerät zu entsperren und können somit auf die Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) verzichten.

SpotOnNews