Felipe Massa: "Es wird in diesem Jahr viele Änderungen geben"

In der internen Wertung des Ferrari-Teams steht Felipe Massa im Schatten des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso und ist damit eindeutig die Nummer Zwei. Seine sympathische Persönlichkeit hätte Platz Eins verdient

Felipe Massa

Nur wenige Formel-1-Fahrer schaffen es, inmitten des Rummels um ihre vom Konkurrenzkampf geprägte Karriere ohne Skandal oder unangenehme Anekdote zu bleiben - was speziell darauf zurückzuführen ist, dass Erfolg eine gewisse Kompromisslosigkeit voraussetzt. Aber Erfolg besitzt mehrere Dimensionen und so ist die Alternative – eine angenehme und respektierte Persönlichkeit zu sein – jene, die auf den unheimlich sympathischen Felipe Massa zutrifft.

In der internen Wertung des Ferrari-Teams steht er im Schatten des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso und ist damit eindeutig die Nummer Zwei unter den Fahrern in den Autos mit dem springenden Pferd im Logo. Bereits zu Zeiten Michael Schumachers und seines mächtigen Egos war dies so und auch später gab es diese Konstellation - unter dem Finnen Kimi Raikkönen, der heute Rally fährt.

Nach dem fürchterlichen, fast tödlichen Unfall 2009, bei dem sein Helm durchbohrt wurde und Massa Verletzungen im Gesicht erlitten hatte, verlief die Saison 2010 für den Brasilianer trostlos. Sie stand im krassen Gegensatz zu der von Fernando Alonso, der um ein Haar seinen insgesamt dritten Weltmeistertitel geholt hätte – seinen ersten für die Macht aus Maranello.

Als Massa, mittlerweile 30 Jahre alt, 2002 im Sauber sein Debüt gab, sah man ihn als zu wild, zu kühn für sich selbst und alle anderen. Doch er passte sich an und war 2008, trotz einer Fülle von überzeugenden Leistungen, haarscharf am Weltmeistertitel vorbeigeschrammt.

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Nach 11 Siegen und regelmäßigen Platzierungen auf dem Podium lief alles schief – doch er versichert, dass er der Zahl von Triumphen noch einige hinzufügen und wieder ein Siegfahrer werden kann. Dies soll bereits in der kommenden Saison passieren. Sein Selbstbewusstsein erhielt während des ersten Pirelli-Reifentests in Abu Dhabi einen immensen Schub, als er verlauten ließ, wie glücklich er mit den neuen Reifen sei. Kürzlich kündigte er in einem seltenen Anfall von Stolz an, dass er die Wertung, trotz des im letzten Jahr immensen Vorsprungs seines Partners Alonso, in diesem Jahr durchaus anführen könne.

Er hat die Kritik angenommen, die es nach seinem abgeschlagenen und glanzlosen sechsten Platz im letztjährigen Titelrennen gegeben hatte und gibt zu: "Ich weiß, 2010 war für mich nicht gerade toll, aber es wird in diesem Jahr viele Änderungen geben."

Und nun, in bester körperlicher Verfassung und bereit für den Start, prophezeit er: "Ich bin davon überzeugt, dass ich in das Meisterschaftsrennen mit Fernando und den anderen Fahrern eingreifen kann. Formel-1-Weltmeister zu werden ist in diesem Jahr eindeutig mein Ziel."

Es könnte für Massa die letzte Chance sein für Ferrari ein gutes Ergebnis abzuliefern, da der italienische Gigant scheinbar daran interessiert ist den aktuellen und jüngsten Weltmeister aller Zeiten, den 24-jährigen Sebastian Vettel zu verpflichten, um mit ihm und Fernando Alonso ein Dream Team zu bilden. Massa: "Ich weiß, dass ich großartige Arbeit liefern kann, so wie ich das auch zuvor schon viele Male getan habe."

Sein Manager, Nicolas Todt, betonte die Stärke des beeindruckend bescheidenen Massa indem er sagte: "Die Tatsache, dass Ferrari seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat ist eindeutig ein Zeichen dafür, dass sie an ihn glauben. Er ist ein unheimlich ehrlicher Kerl, sehr professionell und er arbeitet hart. Und trotz Fernandos starker Position bei Ferrari weiß ich, dass Felipe zurückschlagen kann. Die Motivation dafür hat er."

Ian Ley / The Interview People

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