Erol Sander: Geliebte Stadt voller Energie

Er fühlt sich in Deutschland zu Hause, doch sein Ursprung liegt in Istanbul. "Gala" hat den Schauspieler Erol Sander in die Metropole am Bosporus begleitet, die er erst spät lieben lernte

Manchmal sind es ganz simple Dinge,

die uns ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht zaubern: zum Beispiel die Meeresbrise, die uns um die Nase weht, während das Fährschiff sanft über die Wellen des Bosporus gleitet. Ein paar Sonnenstrahlen haben sich durch die Wolkendecke gekämpft, die den gesamten Vormittag beharrlich über der Stadt lag.

In den nostalgischen Straßen der 15-Millionen-Metropole fühlt sich Erol Sander besonders wohl:"Ich bin ein Romantiker".

Erol Sander gönnt sich einen Schluck schwarzen Tee, dreht sein Gesicht zum Sonnenlicht, schließt die Augen - und atmet tief durch: "Das ist für mich die Quintessenz von Istanbul: der Bosporus! Diese unglaublich faszinierende Meerenge, die täglich frische Energie in die Stadt bringt und mir das Gefühl von Freiheit vermittelt. Herrlich!" In diesem Moment ist deutlich zu spüren: Erol Sander liebt seine Geburtsstadt. Heiß und innig!

Eine Liebe, die erst auf den zweiten Blick entstand. Denn intensiv kennengelernt, erforscht und verstanden hat der 43-Jährige die Metropole erst, seitdem er hier die ARD-Krimireihe "Mordkommission Istanbul" dreht. "Als junger Mann kam ich als Model überall in der Welt herum und hatte damals herzlich wenig Lust darauf, die Stadt meiner frühen Kindheit zu erforschen. Doch inzwischen bin ich seit 2008 rund zwei Monate pro Jahr hier, lerne immer neue Orte kennen - und begreife langsam, wie die Menschen hier ticken." Um "Gala" seine Stadt zu zeigen, steuert der Schauspieler bewusst Orte an, die für ihn das klassische Istanbul symbolisieren. Die ebenso quirlige wie traditionsreiche Einkaufsstraße Istiklal Caddesi mit der historischen Straßenbahn, den großen Basar im Stadtteil Eminonu, der sich über 31000 Quadratmeter erstreckt und rund 4000 Geschäfte beherbergt, den Topkapı-Palast, die neue Moschee. "Natürlich gibt es in einer prosperierenden Stadt wie Istanbul auch brandneue, futuristische Architektur und angesagte Trendviertel wie Beyoğlu - aber die finde ich doch in fast jeder Metropole. Ich suche das Nostalgische, das Mystische und orientalischen Zauber. Denn ich bin Romantiker mit Haut und Haaren!", sagt der Schauspieler, der wegen Dreharbeiten am Tag zuvor bis tief in die Nacht nur ein paar Stunden geschlafen hat.

Freiheitsgefühl: Für Erol Sander gibt es nichts Schöneres, als über den Bosporus zu fahren. Die Meerenge trennt Istanbul in einen europäischen und einen asiatischen Teil.

Erol Sander vor der Yeni-Moschee. "Als Kind habe ich an einem Abend zu Allah und am anderen zu Gott gebetet - damit sich keiner benachteiligt fühlt. Doch seit ungefähr zwanzig Jahren bin ich Deist: Ich glaube an den Gott aller Menschen - und nicht an den Gott einer bestimmten Religion".

Doch das kleine Formtief ist schnell überwunden. Voller Enthusiasmus zeigt uns Erol Sander Orte, die er jedes Mal ansteuert, wenn er in Istanbul ist. Orte, die auch den einen oder anderen kulinarischen Höhepunkt verheißen - wie zum Beispiel die mehr als 200 Jahre alte Patisserie "Inci Pastanesi", in der es "die besten Profiteroles der Welt" gibt. Oder das gemütliche Restaurant "Kebapçı Iskender" im asiatischen Teil Istanbuls. "Das erste Mal war ich als Siebenjähriger mit meiner Mama hier, seitdem muss ich mindestens einmal im 'Iskender' essen, wenn ich in der Stadt bin. Der nach einem Geheimrezept zubereitete Kebab ist nämlich göttlich lecker. Für mich der Bentley unter den Dönern!" Es gibt Geschmäcker, die man einfach nie mehr vergisst, betont er. "Wenn ich zum Beispiel den Kebab esse, breitet sich in mir sofort das Gefühl von Geborgenheit und Zufriedenheit aus." Wahrend er geniest, plaudert Erol Sander zwischendurch immer wieder mit dem Restaurantchef - und zwar in fliesendem Türkisch. "Das ist nun mal meine Muttersprache, die vergisst man nicht. Die ersten fünf Jahre meines Lebens war Istanbul mein Zuhause. Und seit ich hier regelmäßig drehe, konnte ich meinen Wortschatz stark verbessern." An den Istanbulern liebt Sander besonders ihre Herzlichkeit und den Respekt für ihre Mitmenschen. "Hier sind alle noch füreinander da. Kürzlich bin ich auf einer nassen Straße ausgerutscht und hingefallen. Sofort haben sich rund ein Dutzend Leute um mich gekümmert und haben mir Wasser und Tee gebracht. Das war unglaublich! Aber natürlich besteht angesichts des Booms - fast überall wird gebaut und saniert - auch die Gefahr, dass die Menschlichkeit irgendwann doch auf der Strecke bleibt." Mehr als 15 Millionen Menschen leben heute in Istanbul; jedes Jahr wächst die Stadt um ein paar weitere Hunderttausend. Ein Wachstum, das auch Schattenseiten hat, etwa den stetig wachsenden Verkehr: "Zur Rush Hour versinkt hier grundsätzlich alles im Stau. Da brauchst du für drei Kilometer gerne mal zwei Stunden."

Einfach legendär: Für diese Profiteroles mit Schokoladensauce fahren die Istanbuler - und auch Erol Sander - gern einmal quer durch die Stadt. "Inci Pastanesi", Istiklal Caddesi 56, Beyo¿lu.

Doch am Ende wird wohl die Herzlichkeit und Gelassenheit der Istanbuler siegen, glaubt Erol Sander. Denn wenn’s drauf ankommt, dann nimmt man sich hier einfach die Zeit, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf den Schluck heißen Tee zum Beispiel, während die Nachmittagssonne auf den Wellen des Bosporus glitzert.

Alexander Nebe

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2012

20. Dezember 2012: Zac Efron und Imogen Poots stehen gemeinsam für den Film "Are We Officially Dating" in New York vor der Kamer
12. Dezember 2012: Erschreckend authentisch verkörpert Matthew McConaughey in dem Film "The Dallas Buyers Club" den Aids-Kranken
11. Dezember 2012: Emmy Rossum steht für "You're Not You" vor der Kamera.
6. Dezember 2012: Während wir in Deutschland vor Kälte bibbern, drehen Courtney Cox und Josh Hopkins am Strand von Malibu eine F

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