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Die Homeshopping-Prinzessin

Mafalda von Hessen gehört zum Jetset, wird von Giorgio Armani verehrt. Jetzt versucht sie sich selbst als Modemacherin - bei einem TV-Kanal

"Aktiv, jung, im Leben stehend, mit Kindern

- und nicht ganz hässlich!" Lachend zählt die deutsche Prinzessin die Gründe auf, weshalb Giorgio Armani sie zu seiner Muse machte. Der Star-Designer sei ein eher menschenscheuer Typ, berichtet sie, die Schöne und der Schönmacher hätten sich aber sofort verstanden. Tatsächlich: Mafalda Prinzessin von Hessen ist eine außergewöhnliche Frau. Privilegiert von Geburt an, beliebt und respektiert durch Leistung und Geist. Seit über 20 Jahren lebt sie nun schon in Rom, verkehrt als Enkelin des letzten italienischen Königs in feinsten Kreisen. Und ausgerechnet diese Stil-Königin macht nun Mode fürs Teleshopping - wie passt das zusammen? "Gala" trifft die 47-Jährige auf Gut Panker, dem Familiensitz in Schleswig Holstein - ihrem Rückzugsort vom internationalen Trubel.

Die Prinzessin ist frei von Dünkel. Eine Kollektion mit 30 Teilen hat sie entworfen, vermarktet wird diese vom Fernsehsender HSE 24. Mafalda findet: "Das ist doch eine super Chance, die vielen Frauen zu erreichen, die modisch gut angezogen sein wollen und nicht die Zeit für große Shopping-Touren haben." Geboren wurde das Geschäftsmodell aus einer Not heraus. Die vierfache Mutter erzählt: "Auf den Shoppingtouren mit meinen Töchtern fühlte ich mich mehr und mehr überflüssig. In den Schaufenstern gab es nichts für meine Zielgruppe, und in den Läden fand ich nur noch Minikleider. Das ärgerte mich maßlos." Sportlich elegante Mode mit Wohlfühleffekt suchte sie, nun macht sie die halt selbst. Die Energie für Projekte wie dieses findet sie bei Heimaturlauben auf dem väterlichen Gut. Mindestens einmal im Jahr kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit zurück. Entspannt kuschelt sie sich nun ins grüne Samt-Sofa im Arbeitszimmer ihres Vaters, Moritz Landgraf von Hessen.

Mafalda von Hessen und Giorgio Armani, 2008. Muse des Modeschöpfers
 zu sein beschreibt die Prinzessin so: "Wichtig ist, Kleider
Mafalda von Hessen und Giorgio Armani, 2008. Muse des Modeschöpfers zu sein beschreibt die Prinzessin so: "Wichtig ist, Kleider mit einer zeitlosen Eleganz und dem eigenen Stil zu tragen".
© Corbis

"Gala" will wissen: Wie lebt es sich als Prinzessin - ist der Name eher Bürde oder Freude? Mafalda nippt an ihrem Tee und antwortet überlegt: "Von beidem etwas, wenn ich ehrlich bin. Meine härteste Zeit war, als ich klein war und auf die Dorfschule in Darry ging. Ich wollte nichts Besonderes, sondern nur so sein wie alle Kinder. Viele Türen öffnen sich mit einem guten Namen leichter, dafür muss man aber umso mehr beweisen, was man kann. Ich habe gelernt, damit umzugehen." Die Prinzessin ist mit dem englischen Königshaus verwandt und hat auch schon mit der Queen diniert. Feiert man bei Königs eigentlich anders? Sie lacht: "Kommt drauf an. Die offiziellen Veranstaltungen sind verständlicherweise gesittet. Die privaten Partys aber sehr lustig und ausgelassen. Die Dänen können besonders gut feiern. Könige, Prinzen und Prinzessinnen sind Menschen wie alle anderen auch. Jeder wünscht sich mal, König für einen Tag zu sein. Genauso wünschen sich aber Könige und Prinzessinnen auch, mal einen Tag 'normal' sein zu können. Viele der jungen Frauen, die in Königshäuser einheiraten, krempeln von heute auf morgen alles um und verlieren ihr normales Leben - nach dem sie sich dann zwischendurch immer mal wieder zurücksehnen."

Ihre Kollektion: Die Prinzessin verkauft ihre Mode über HSE 24: vom schlichten blauen Kleid (ca. 100 Euro) über den Wintermantel
Ihre Kollektion: Die Prinzessin verkauft ihre Mode über HSE 24: vom schlichten blauen Kleid (ca. 100 Euro) über den Wintermantel (ca. 240 Euro) bis zum raffinierten Blusenshirt (ca. 120 Euro).
© Margaretha Olschewski

Sie selbst will nicht zurück. Ihr Lebensmittelpunkt ist und bleibt Rom. Nach dem Abitur studierte Mafalda erst Kostüm- und Bühnenbild in New York, es folgte eine Ausbildung bei dem oscargekrönten Kostümschneider Umberto Tirelli in Rom. Dort lernte sie edle Stoffe und aufwendig genähte Roben lieben. Und es war auch immer in Rom, wo sie ihre drei Ehemänner kennenlernte: erst Enrico Giovanni dei Conti Marone Cinzano, den Immobilien-Investor, dann Anwalt Carlo Galdo und schließlich Unternehmer Ferdinando dei Conti Brachetti-Peretti. Auch die letzte Ehe hielt nicht. "Als Paar hat es leider jeweils nicht funktioniert, aber heute sind wir zum Glück beste Freunde. Das ist für uns, aber besonders für unsere Kinder ein schönes und wichtiges Gefühl." Mit ihren vier Kindern Tatjana, 20, Polissena, 19, Cosmo, 12, und Briano, 10, lebt sie nun in einer wunderschönen Villa im Zentrum Roms. Über ihr Elternhaus Gut Panker sagt die Prinzessin: "Hier bin ich aufgewachsen, und ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Wir haben noch gelernt, uns zu langweilen, was viele Kinder in der heutigen Zeit durch ihren Terminstress, den sie schon haben, gar nicht kennen. Wir hatten kein Kino, kein Schwimmbad, keinen Tennisplatz in der Nähe. Meine drei Geschwister und ich mussten unserer Fantasie freien Lauf lassen: Mit den Kindern aus dem Dorf haben wir uns die tollsten Spiele ausgedacht. Panker bedeutet für mich außerdem Natur, Wälder, Mücken und Regen im Sommer, das saftige Grün der Wiesen, aber auch Einsamkeit. Meine Eltern waren viel unterwegs, kamen oft nur an den Wochenenden nach Haus. Deswegen lieben meine Geschwister und ich auch viele unserer Angestellten, sie sind für uns wie Familie."

Wenn sie einmal zu Besuch kommt, genießt Mafalda Prinzessin von Hessen die Ruhe auf dem Gut, sie setzt sich gern an den heimischen See - und bestimmt träumt sie davon, was wohl wäre, wenn Herzogin Catherine eines ihrer Kleider tragen würde. Williams Frau gehört ja praktisch zur Familie ... Jonica Jahr

gala.de


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