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Amy MacDonald "Ich halte nichts von Feminismus!"

Amy MacDonald
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Amy MacDonald begeistert mit ihrer Musik die Massen. Im Interview erweist sich die Schottin noch dazu als moderne Powerfrau, die nicht viel von Feminismus oder Konventionen hält

Sie ist am ganzen Körper tätowiert, trägt pechschwarzes Augen-Make-up, trinkt Bier, steht auf schnelle Autos und heiratet bald einen Fußballprofi: Amy MacDonald hat Mitte Februar ihr inzwischen viertes Album "Under Stars" herausgebracht, das schnurstracks auf Platz zwei der Charts schoss. Im Gespräch mit Gala.de offenbart die charismatische Schottin ungeahnte Seiten - und beweist, dass man keine Feministin sein muss, um stark und erfolgreich zu sein.

Miss MacDonald, sind Sie eigentlich romantisch?

Um ehrlich zu sein, überhaupt nicht. Mir bedeuten Tage wie der Valentinstag rein gar nichts. Vermutlich hätten mein Verlobter (Anm.: der Profifussballer Richard Foster) und ich einfach auf der Couch gegammelt, wenn ich nicht unterwegs gewesen wäre. Dabei ist das für meinen Schatz gar nicht so leicht, er ist im Gegensatz zu mir nämlich ganz schön romantisch veranlagt.

Sie sind im Pop-Business eine angenehme Ausnahme. Kurze Röckchen, sexy Background-Tänzer oder imposante Liveshows sucht man bei Ihnen vergebens. Sie brauchen das alles einfach nicht, um eine tolle Show abzuliefern.

Oh vielen Dank, das ehrt mich sehr.

Empfinden Sie den Konkurrenzkampf mit Künstlerinnen wie Rihanna, Katy Perry und Co. denn als belastend?

Eigentlich gar nicht. Ich glaube, es ist in dieser großartigen, total abwechslungsreichen Musikindustrie Platz für uns alle. Man muss keine Kämpfe um Sympathien oder Chartplätze heraufbeschwören. Ich habe nie das Gefühl, gegen jemanden anzutreten, sondern freue mich eher, wenn alle Erfolg haben.

"Ich wurde schon sexistisch beschimpft"

Ihre vielen Tattoos offenbaren schon beim ersten Blick, dass Sie sich wenig aus Konventionen machen. Wie reagiert Ihr Umfeld darauf?

Das kommt ganz darauf an. Ich wurde schon ziemlich übel im Internet angepöbelt. Da haben Leute mich beschimpft und gesagt, Frauen sollten keine Tattoos tragen. Oder dass sie meine Musik immer gerne gehört hätten, aber weil ich meinen Körper so verschandele, würden sie ab sofort keine meiner CDs mehr kaufen. Aber da muss man einfach drüber stehen.

Müssen Frauen sich mehr beweisen als Männer?

Vielleicht, ja. Frauen neigen nicht so sehr dazu, über ihre Erfolge zu sprechen und diese zu betonen. Das machen Männer deutlich häufiger und dadurch werden sie vielleicht auch mehr oder besser wahrgenommen.

Würden Sie sagen, dass Sie eine Feministin sind?

Nein, keinesfalls. Ich habe ein Problem damit, weil ich glaube, dass nicht die Gleichberechtigung angestrebt wird, sondern eine Übervorteilung der Frauen das Ergebnis wäre. Die Frauenquote, so befürchte ich, funktioniert einfach nicht. Es sollte doch die Person den Job bekommen, wenn wir mal an die Berufswelt denken, die am besten dafür geeignet ist. Und wenn das ein Mann ist, dann hat er die Position auch verdient. Würde er den Job nicht kriegen, weil er ein Mann ist, fände ich das wiederum total sexistisch.

Ich glaube allerdings, dass der Frage nach dem Geschlecht viel weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Dann wäre man der Gleichberechtigung ein gutes Stück näher, wenn es nur noch um den Menschen und seine Fähigkeiten geht.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Sie!

"Under Stars", das vierte Album von Amy MacDonald, erschien am 17. Februar bei Emi / Universal Music.


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