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Thomas Gottschalk im Interview "Ich mache mir das Leben nicht schwer und schon gar nicht mit Wein"

Thomas Gottschalk
© Netto
Thomas Gottschalk gehört zu den ganz Großen im deutschen Fernsehen, aber er sorgt nicht nur für gute Unterhaltung, sondern auch für Genuss – denn er macht auch Wein. Wir sprachen mit dem Entertainer über Kulinarik, Konkurrenz zu Günther Jauch und die schlimmsten Kater.

Wenn es um Wein geht, sollte auch Wein getrunken werden, oder? Und so sitzen wir Thomas Gottschalk, 71, virtuell gegenüber und probieren mit ihm den Rotwein "EasyRed", den er beim Marken-Discounter "Netto" ironisch unter dem Slogan "Wetten, dass der schmeckt?" vertreibt. Im Interview mit GALA spricht Gottschalk über den Rebensaft – mit allem, was dazu gehört. Und so holt er auch einige seiner berühmt-berüchtigten Anekdoten raus.

Thomas Gottschalk im GALA-Interview

GALA: Herr Gottschalk, Sie machen zusammen mit Netto Wein. Wann schmeckt Ihnen denn ein Wein gut?
Thomas Gottschalk: Hauptsache leicht. Ich mache mir das Leben nicht schwer und schon gar nicht mit Wein. Leichtigkeit spielt für mich eine große Rolle. Ich bin kein Fan von diesen schweren Sachen. Lieber zwei Gläser von einem leichten Wein als ein Glas von einem schweren. Und wenn einem die Zunge pelzig wird, dann ist das nichts für mich.

Wie sehr sind Sie denn Wein-Profi?
Ich werde immer nervös, wenn jemand im Restaurant mit dem Sommelier in ein Fachgespräch abdriftet und von irgendwelchen Riojas erzählt. Ich habe auch schon mal eine Weintour gemacht und alles probiert – und dort muss man ja auch alles gut finden, was die Profis gut finden. Das ist aber nicht meine Welt. Ich bin bei Wein und Essen ein Leichtfuß. Wenn ich von einem Steak mit Vanillesoße und Goldauflage höre – das ist mir alles schon zu weit hergeholt. Mich kannst du mit Spaghetti immer glücklich machen und mit einem Rotwein, der dazu passt. Mir war hier wichtig, dass mir Leute nach dem Probieren sagen „Also schlecht ist der nicht“. Ich mache ja auch kein Fernsehen, von dem ich denke „Hauptsache, mir gefällt’s“, sondern ich sage „Hauptsache, es gefällt euch“. Diese Gefallsucht, die einem von Berufswegen ja schon gegeben ist, die zieht sich auch dahin, wenn man Wein macht.

Man sucht meistens den perfekten Wein zum Essen aus, jetzt mal andersherum: Was für Essen würden Sie zu Ihrem Rotwein kombinieren?
Ich bin kein Mann, der mit Kochen und Wein seine Gäste betört. Ich habe immer ein Problem damit, wenn man eingeladen ist und dann macht der Mann des Hauses in Schürze auf und sagt: „Kommt rein, ich muss zurück in die Küche“. Die Soße ist schon eine Woche auf dem Herd und der Mann ist angestrengt – das mag ich alles nicht. Meine Karina ist da, Gott sei Dank, ähnlich wie ich, wir essen gerne. Ich bin aber auch kein Freund von diesen Gesundheitsaposteln. Ich bin weder Vegetarier noch Veganer, aber ich weiß natürlich, dass man sich morgens um 11 Uhr keinen Rotwein reinkippt oder siebenmal in der Woche blutiges Steak essen soll. Alles was ich mache, mache ich mit einer gewissen Freude und Leichtigkeit und einer gewissen Wurschtigkeit. Wenn es mir geschmeckt hat, ist es mir völlig egal, ob das Fleisch von irgendeinem Rassenrind kommt oder ob der Wein besonders gereift ist. Es schmeckt oder es schmeckt nicht, es rutscht oder es rutscht nicht.

In welchen Situationen trinken Sie am liebsten ein Gläschen?
Es gibt Situationen, da habe ich Lust auf Wein, es gibt aber auch Situationen, da habe ich Lust auf beispielsweise einen Appletini. Cocktailmixen mache ich ganz gerne. Mit dem Shaker, dann mache ich eine größere Show daraus, aber natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern.

Hand aufs Herz: Wie schmeckt Ihnen denn der Wein Ihres guten Freundes und Weggefährten Günther Jauch?
Den Weißwein, den der Günther mir mehrfach mitgebracht hat, der ist mir zu schwer.
Günther ist im Gegensatz zu mir ein Weinkenner, das ist mir suspekt, weil die eine Zeremonie aus einem Getränk machen.

Sieht Ihr Weinkeller denn nach Weinkenner aus?
In meinem Haus in Baden-Baden ist tatsächlich ein Weinkeller drin, dort liegen fast nur meine eigenen Weine. Ich war in Ungarn, habe dort mehrfach eine Klassiksendung gemacht und mir hat Viktor Orbán tatsächlich über die Botschaft eine Kiste mit Wein geschickt, die habe ich bis heute noch nicht geöffnet. Da ist eine ungarische Flagge drauf, sieht gut aus in meinem Weinkeller. Aber Schätze liegen dort nicht, wer einbricht, kann auch gleich zu Netto gehen.

Wein gilt immer als Genießer-Drink. Haben Sie sich schon mal mit Wein richtig abgeschossen?
Nein, ich habe mich auch mit anderen Sachen noch nicht weggeschossen. Es spricht nicht grade für meine Abenteuerlust, aber ich habe noch nie in meinem Leben einen richtigen Rausch gehabt. Ich bin noch nie aufgewacht und hab gedacht „Oh Gott, was war gestern Abend“, mir ist auch noch nie schlecht geworden und hab auch nie gekotzt. Ich höre früh genug auf. Ich bin ja leider nüchtern schon schlimmer als andere, die besoffen sind.

Was war der schlimmste Kater Ihres Lebens?
Ich habe in meinem Leben viele Kater kennengelernt, aber selten einen gehabt. Aber einmal, da hat Udo Jürgens seine 500.000. verkaufte Platte von „Griechischer Wein“ gefeiert. Das war in einem griechischen Restaurant, dort gab es Datteln mit Speck, die in Alkohol eingelegt waren. Danach habe ich mein Auto hinterher nicht mehr gefunden und musste zu Fuß nach Hause gehen. Am nächsten Tag bin ich aufgestanden, dachte ich sei nüchtern, wollte mein Auto wiederfinden und habe es immer noch nicht gefunden, dann bin ich wieder nach Hause gegangen. Das war das erste Mal, dass ich den Ansatz eines Rausches gehabt habe.

Gala


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