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Sting Music in the Bottle

Sting und Ehefrau Trudie Styler auf ihrem Weingut in der Toskana
Sting und Ehefrau Trudie Styler auf ihrem Weingut in der Toskana
© PR
Sting bringt mit seinen Öko-Weinen die Gläser zum Klingen. Mit GALA sprach der Musiker über Bier, Bio und Gesang am Barriquefass

Er ist seit 1973 einer der ganz Großen im Musikbusiness und wurde mit Preisen überhäuft. Immer öfter zieht sich Sting, 66, jedoch auf sein toskanisches Gut "Il Palagio" zurück, um Honig, Öl und rund 50.000 Flaschen Wein im Jahr zu produzieren. Alles nach ökologischen Kriterien – ein Teil des Erlöses geht an Umweltschutzorganisationen. GALA traf ihn auf ein Gläschen in Hamburg.

Stimmt es, dass Sie Ihr erstes Glas Wein erst mit Ende 20 getrunken haben?

Ja, was Wein angeht, bin ich ein echter Spätzünder. Als typischer Engländer habe ich eigentlich immer nur Bier getrunken und sogar die guten Weine, die man mir bei Konzerten backstage als Geschenk hingestellt hat, einfach ignoriert. Irgendwann besuchte ich dann einen meiner Techniker zu Hause, und er zeigte mir seinen riesigen Weinkeller voll guter Flaschen. Auf die Frage, wo er die denn alle herhabe, sagte er nur: "Na, aus deiner Garderobe, du hast sie ja immer stehen lassen." Inzwischen habe ich übrigens seit 40 Jahren kein Bier mehr getrunken.

Weingut "Il Palagio" in der Toskana
Weingut "Il Palagio" in der Toskana
© Jaime Travezan, PR

Wie kamen Sie zu einem eigenen Weingut in der Toskana?

Meine Frau Trudie und ich waren auf der Suche nach einem Haus in Italien und verliebten uns in eins, das vorher einem Herzog gehörte und eigene Weinberge hatte – die allerdings brach lagen, so wie das gesamte Anwesen. Also haben wir uns mit Weinexperten wie Alan York aus Kalifornien und Paolo Caciorgna aus der Toskana beraten und dafür entschieden, viel Geld auszugeben, um die Tradition des Hauses wiederzubeleben und weiterzuführen.

Wie wichtig ist Ihnen biologischer Anbau?

Man sieht und schmeckt den Unterschied, sobald man auf Chemie verzichtet. Seit wir auf biozertifizierten Anbau umgestellt haben, ist das Land viel fruchtbarer, es blühen mehr Blumen. Wir bauen neben Wein auch Olivenöl und Honig an – alles profitiert von den natürlichen Bedingungen.

Stings italienische Rot- und Weißweine kosten zwischen 12 und 21,60 Euro pro Flasche (tesdorpf.de)
Stings italienische Rot- und Weißweine kosten zwischen 12 und 21,60 Euro pro Flasche (tesdorpf.de)
© PR

Wie sieht bei Ihnen ein typischer Tag auf Ihrem Weingut aus?Als Erstes gehe ich morgens immer mit unseren Hunden spazieren. Dann mache ich Musik, frühstücke, trinke ein Glas Wein. (lacht) Nein, eine Tasse Kaffee natürlich. Ich habe ein Studio auf dem Anwesen und arbeite dort sehr viel, wenn ich nicht auf Tour bin. Im Juli wird es einen besonderen Tag geben, da meine Tochter auf dem Weingut heiratet.

Was haben Wein und Musik gemeinsam?

Man braucht für beides ein Quäntchen Glück und genug Zeit, um zu experimentieren. Uns war es wichtig, verschiedene Weine anzubieten, von den eher kommerziellen bis hin zu wahren Kunstwerken für Kenner. Das ist wie mit meiner Musik. Ich mag es, kommerziell erfolgreiche Hits zu haben, aber genauso wichtig sind mir Songs, die ganz besonders und vielleicht auch ein bisschen eigen sind. Von daher liegen Weinanbau und Musikbusiness wohl gar nicht so weit auseinander – es ist beides eine Kunst.

Finden auf Ihrem Gut auch Konzerte statt?

Nur im privaten Rahmen. Ab und an gehe ich in den Weinkeller, singe und musiziere zwischen den Fässern. Keine Ahnung, welchen Effekt das hat – vielleicht macht es den Wein besser, vielleicht aber auch schlechter. Jedenfalls hat der Keller eine verdammt gute Akustik.

Stimmt es, dass man sich bei Ihnen als Erntehelfer bewerben kann?

Das stimmt. Und wir bezahlen sogar Lohn. Nicht viel allerdings – und Weinlese ist harte Arbeit. Ich persönlich pflücke lieber Oliven, das ist viel einfacher.

Mitarbeit: Kathrin Nolte Gala

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