Stichwort: Stretching: Stretching: Sinnvoll oder nicht?

In Fitnesskursen und der Trainingslehre ist Stretching das A und O. Doch es gibt auch Kritiker. Lesen Sie hier, ob und wann Stretching sinnvoll ist

Model Gisele Bündchen weiß, wie wichtig das Dehnen der Muskeln vor dem Sport ist. So hält sie ihren Körper fit für den Laufsteg. 

Bereits im Sportunterricht war das Dehnen, oder Stretching, das A und O. Zum Aufwärmen vor und zum Regenerieren nach der aktiven Phase. Auch in Fitnesskursen und in der Trainingslehre allgemein gehört eine Runde Dehnen dazu. Aber es gibt auch Kritiker des Stretchings, die solche Übungen nach dem Sport für reine Zeitverschwendung halten. Lesen Sie hier, wie Sie das Stretching sinnvoll einsetzen können.

Was bedeutet "Stretching“?

Der Begriff „Stretching“ kommt vom englischen to stretch und bedeutet "dehnen“. Stretching meint nichts weiter als das uns bekannte Dehnen. Dabei setzt man den zu dehnenden Muskeln für einige Sekunden unter Zugspannung, um elastisch zu bleiben und die Beweglichkeit sowie Gelenkigkeit zu fördern. Zwei Arten des Dehnens sind zu unterscheiden: Das statische und das dynamische Stretching. Ersteres meint Dehnübungen, bei denen der Muskel für 20-30 Sekunden gehalten wird. Bei dynamischem Stretching setzt man der Dehnung noch ein leichtes Federn hinzu. 

Die Entscheidung des dynamischen oder statischen Stretchings hängt von der eigenen Fitness ab. Statisches Stretching eignet sich eher für Sportanfänger, die noch nicht so stark trainiert sind. Diese Art des Dehnens lässt nicht so schnell Fehler zu, die wiederum zu zusätzlichen Verspannungen führen können. Für trainierte Sportler eignet sich das dynamische Stretching besonders gut vor dem Sport: Durch das leichte Federn oder Wippen des Muskels werden die

Stichwort: Faszien

Was sind Faszien?

Die Modelfreundinnen Jasmine Tookes und Josephine Skriver trainieren gemeinsam für den Auftritt auf dem Catwalk. 

auf die körperliche Belastung vorbereitet, das hilft Verletzungen zu vermeiden und auch einem Muskelkater vorzubeugen.

Warum ist Stretching wichtig?

Stretching hat viele Funktionen und Vorteile. Das Dehnen der Muskeln erwärmt diese und beugt durch Aktivierung der Faszien vor dem Sport Verletzungen vor. Außerdem bleiben Gelenke durch regelmäßiges Dehnen beweglich und die Muskulatur bleibt elastisch und geschmeidig. Nach dem Sport helfen Dehnübungen bei der Regeneration und fördern körperliche sowie seelische Entspannung.

Durch die Einflüsse des Alltags – wenig Bewegung, viel Sitzen – entstehen muskuläre Dysbalancen. Das bedeutet, dass einige Muskeln stärker als die anderen sind, während andere Muskeln verkürzt sind. Treibt man mit diesen Muskeln – ohne Dehnung – Sport, setzt sich dieses Ungleichgewicht fort und fest. Um die Sporteinheit irgendwie durchzuhalten verfällt man in eine ungesunde Schonhaltung, die Schmerzen und Verspannungen nach dem Sport fördert. Betroffen sind die Schulter- und Nackenmuskulatur, die Rücken- sowie die Oberschenkelmuskulatur. Auch die Hüft- und Gesäßmuskulatur leidet unter zu vielem Sitzen. Ein richtiges Stretching kann die Dysbalancen wieder ausgleichen, um die richtige Haltung beim Sport einzunehmen.

Beim Dehnen sollte man aber unbedingt darauf achten, dass die Übungen richtig ausgeführt werden. Sieht man die Übungen nach dem Sport nur als notwendiges Übel an und führt diese falsch aus, kann das Stretching vom Vor- zum Nachteil werden und zusätzliche Verspannungen und Schmerzen anrichten. So sollten Sie sich für das Stretching jeden Muskels Zeit nehmen, um auch dabei konzentriert zu sein. Wenn Sie nach dem Sport ermüdet oder überanstrengt sind, können Sie mit dem Nachdehnen bis nach der Dusche warten.

Stretching: Wie oft dehne ich mich?

Stretching im Übermaß kann kontraproduktiv werden. Nicht immer sind die Übungen unverzichtbar. Bei gut trainierten Menschen beispielsweise, die häufig in Bewegung sind und nicht unter Beschwerden leiden, müssen sich nicht nach dem Sport dehnen. Vor dem Sport kann es helfen, etwas warm zu werden durch das Dehnen. Wer aber unter Verspannungen leidet, sollte auf das Stretchen nicht verzichten. Vielmehr sollte man bei Verspannungen die einzelnen Dehnübungen etwas länger, bis zu 60 Sekunden, ausführen.

Sogenannte hypermobile Menschen sollten mit dem Stretching sparsam umgehen. Hypermobilität erkennt man an häufigem Umknicken oder durchgestreckten Ellenbogen- sowie Kniegelenken. Die Muskeln sind ohnehin schon verlängert, durch zusätzliches Dehnen können Verletzungen entstehen. Hier ist ein Krafttraining auf dem Trainingsplan sinnvoller, um die Spannung in den Muskeln zu verstärken.

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