GALA testet: Den Fitness-Tracker Fitbit Charge 3

Der Nachfolger der Charge 2 hat vor allem ein Upgrade in Sachen Design erfahren. Ob auch seine inneren Werte überzeugen? Wir haben den Tracker auf Herz und Nieren getestet

Fitbit Charge 3

Das neue Jahr steht in den Startlöchern und wie das zum Jahreswechsel so ist, habe auch ich mir einige gute Vorsätze gefasst. Häufiger zum Sport zu gehen, lautet mein trauriger Evergreen-Vorsatz zum Jahreswechsel. "The same procedure as every year", also die gleiche Prozedur wie jedes Jahr, könnte man auch passenderweise sagen. Und wenn ich genauer darüber nachdenke, geht es mir mit meinem Vorsatz ähnlich wie dem (leicht) beschwipsten, aber mehr als sympathischen Butler in "Dinner for One": Jedes Jahr aufs Neue stolpere ich über meine eigenen Vorsätze, wie er über den Kopf des imposanten weißen Tigers am Boden. Spätestens wenn ich es zwei Wochen am Stück kein einziges Mal ins Fitnessstudio schaffe, werfe ich gefrustet meinen Vorsatz über den Haufen. Enttäuschung über mich selbst macht sich ungewollt breit - könnte vielleicht daran liegen, dass ich mir zu viel vornehme?  

Für etwas mehr Balance zwischen Wunschvorstellung und Realität durfte ich einen Fitnesstracker testen, der mir freundlicherweise von der Marke Fitbit zur Verfügung gestellt wurde. Dieser soll mir künftig dabei helfen, Sport und Bewegung in meinen Alltag langsam und nachhaltig zu integrieren. Denn: Mit dem Fitness-Tracker Fitbit Charge 3 habe ich meine guten Vorsätze das ganze Jahr über klein und kompakt am Handgelenk. Und schön verpackt in einem Mix aus Schwarz und Roségold sind sie auch noch. Wenn ich also gemeinsam mit meinem guten Vorsatz ins Stolpern gerate, dann sind wir dabei wenigstens hübsch anzusehen.

Ich lege meine persönlichen Ziele fest

Hoch motiviert starte ich in meinen Fitness-Tracker-Test. Die Inbetriebnahme sowie das Bedienen des kleinen Geräts sind kinderleicht. Kurzerhand ist das Armband mit der App auf meinem Handy synchronisiert und ich gebe meine Schritt-, Schlaf- und Trainingsziele ein. Acht Stunden Schlaf nehme ich mir täglich vor, drei Trainingseinheiten pro Woche und 10.000 Schritte am Tag - ist das machbar? Insbesondere bei letzterem Ziel habe ich keinerlei Vorstellungen davon, ob dies als Redakteurin umsetzbar ist. Schließlich sitze ich die meiste Zeit meines Arbeitstages am Schreibtisch. 
Doch ich kann Ihnen bereits an dieser Stelle verraten: Man kann es schaffen - mit ein paar Tricks. 

Mit Zwischenzielen verbessere ich meine tägliche Schrittzahl

Wenn das Feuerwerk am Ende eines Tages auf meinem Display erscheint, spornt mich das für den darauffolgenden Tag an.

Die ersten Tage verlaufen etwas ernüchternd für mich. Im Schnitt schaffe ich 5.000 Schritte an einem "normalen" Tag - ohne sportliche Betätigung. Auch auf meine acht Stunden Schlaf komme ich nicht - aber immerhin auf meine drei Fitnesseinheiten pro Woche - yeah! Dabei soll angemerkt sein, dass selbst ein 20-minütiger Spaziergang als Fitnesseinheit zählt. Die Schrittzahl versuche ich mit Zwischenzielen von 250 Schritten in der Stunde zu verbessern. Zur Orientierung: das schafft man meist mit einem Gang zur Toilette oder zum Wasserkocher in der Küche - eine sehr begünstigende Kombination übrigens. Hier und da übernehme ich außerdem ein paar Botengänge für meine Kollegen. Zwei- bis dreimal die Woche gehe ich nun morgens von meiner Wohnung zur U-Bahn - und zack - erscheint am frühen Abend ein kleines Feuerwerk auf meinem Display: 10.000 Schritte (ca. 7 km) sind geschafft. 

Der Fitness-Tracker spornt mich an - wenn ich es möchte

Zugegeben, ein bisschen süchtig macht dieses Feuerwerk ja schon. Ich überlege mir immer neue Möglichkeiten, einige Schritte mehr auf mein Display zu zaubern: Ein kleiner Bummel durch das Einkaufszentrum - weniger gut für den Geldbeutel, dafür aber für den Tracker -, eine Mittagspause in der Stadt statt in der Kantine und am Sonntag einen gemütlichen Spaziergang an die Alster. Doch es gibt auch Tage, an denen ich den Tracker bewusst links liegen lasse. Nämlich wenn ich weiß, dass ich heute einen gemütlichen Tag mit meiner Lieblingsserie und einer Tasse Kakao auf der Couch verbringen möchte - und meine einzige Aktivität darin bestehen wird, zum Kühlschrank oder ins Bad zu gehen. Der Fitness-Tracker motiviert mich also nur an den Tagen, an denen ich auch wirklich motiviert werden möchte. So vermeide ich, dass mich das kleine Gerät unter Druck setzt oder gar nervt. Doch wenn ich wirklich motiviert werden möchte, ist die Fitbit Charge 3 eine effektive Möglichkeit, meinen inneren Schweinehund an die Kette zu legen. 

Mein Fazit: Fitnesseinheiten differenziert betrachten

Zwar hat das neue Jahr noch nicht begonnen, aber anders als der Butler aus "Dinner for One", der jedes Jahr aufs Neue über den Kopf des Tigers stolpert, werde ich nachhaltiger und vor allem erfolgreicher an das Thema "Vorsätze" herangehen. Ich habe gelernt, dass mein Vorsatz, mehr Sport zu treiben, nicht unbedingt darin besteht, dreimal die Woche den Hardcore Indoor-Cycling-Kurs über 90 Minuten zu belegen. Das raubt nicht nur unglaublich viel Zeit, sondern auf Dauer auch die Lust. Vielmehr geht es um ein umfassenderes Verständnis, was Bewegung sein kann: Treppensteigen, eine Busstation zu Fuß gehen, einmal die Woche mit dem Fahrrad auf die Arbeit. All das sind Fitnesseinheiten und auf diese Weise lassen sie sich realistisch in den Alltag integrieren - ganz ohne Tigerkopf-Stolperfalle. 

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