EMS-Training im Test: Was bringt das Workout aus der Steckdose wirklich?

EMS-Training ist in aller Munde. Doch wie effektiv ist es wirklich? Und was genau erwartet einen beim Workout? Redakteurin Tabea hat den Test gemacht

Redakteurin Tabea testet das EMS-Training im "Trainingsraum" in Hamburg

Hätte ich EMS-Training vor wenigen Wochen erklären müssen, hätte ich "irgendwas mit Stromschlägen" gesagt.
Fragt man mich heute danach, kann ich viel genauer erklären, was es mit dem 20-minütigen Workout auf sich hat. Vor allem aber kann ich berichten, wie es sich anfühlt und wie das ganze überhaupt abläuft. Ich durfte nämlich einen Kurs im "Trainingsraum" in Hamburg-Eppendorf testen.

EMS-Training im Test 

Als ich den "Trainingsraum" zum ersten Mal betrete, bin ich etwas angespannt. Ich weiß überhaupt nicht, was mich hier erwartet. Nur, dass das "E" von EMS für Elektro steht und ich gleich in einen Terminator-Anzug schlüpfen muss.
Nach einer kurzen Einweisung der Trainerin bin ich jedoch viel beruhigter und lasse mir die Funktionskleidung samt verkabelter Weste anlegen. An meinen Hauptmuskelgruppen (Bizeps, Oberschenkel, Po, Bauch etc.) befinden sich nun acht Elektroden, die gleich für die nötige Stimulation sorgen sollen.

Joshua Kimmich

Damit fällt seine Freundin auf

Joshua Kimmich: Damit fällt seine Freundin auf
©Gala

Kurz vor dem Training schlüpft man in die verkabelten Westen, die mit Sprühdosen leicht nass gemacht worden. So leiten sie den Strom besser.

Ich werde an eines der Terminals "angeschlossen" und bestimme auf einem Display, wie stark die Reize sein sollen. Begonnen wird an den Oberschenkeln. Langsam drehe ich den Regler auf. Ein ganz leichtes Kribbeln durchfährt meinen Muskel. Ich drehe noch etwas weiter. Das Kribbeln wird stärker. Ich spüre, wie sich mein Muskel anspannt - aber auch wieder löst, sobald der Strom nachlässt. Die Impulse kommen regelmäßig, nach wenigen Sekunden hat man sich an das wiederkehrende Gefühl gewöhnt.

Wenn Strom und Schweiß fließen

Nach und nach stelle ich nun auch die Intensität für die anderen Muskelgruppen ein. Am stärksten spüre ich die Reizstromimpulse schließlich in meinem Bizeps. Sobald ich diesen nicht anspanne, streckt sich mein gebeugter Arm von ganz allein. 

Wer denkt, dass das Fett jetzt von allein schmilzt, irrt. Tatsächlich muss man sich auch bewegen. Also beginne ich mein Training, das komplett angeleitet wird. Wir steigen mit Squats ein - jeweils abgestimmt auf den Impuls. Heißt: Wenn ein Impuls kommt, gehe ich in die Kniebeuge. Wenn das Kribbeln nachlässt, strecke ich mich wieder. So gehen wir auch bei den weiteren Übungen vor. Ausfallschritte, Planks, Biceps Curls am TRX - jede Muskelgruppe wird mindestens einmal durch eine Übung gezielt angesprochen.

Auf einem Display stellt man die Intensität des Leitstroms ein. Insgesamt kann man acht unterschiedliche Muskelgruppen getrennt voneinander "bedienen".

Wer kein Fitness-Neuling ist, versteht die Ausführung sofort. Alle Bewegungen sind aus dem Kraftsport oder auch aus BBP-Kursen bekannt.

Während der 20 Minuten steht mein Körper förmlich unter Strom. Ich bin extrem motiviert und fühle mich durch den Anzug wie ein kleiner Arnold Schwarzenegger. Schon bald habe ich begriffen, wie und wann ich mich zu bewegen habe, wenn der Reiz kommt. Das Gefühl ist wirklich unbeschreiblich.

Aber was ist EMS denn jetzt überhaupt?

Während des Workouts wird Tabea von einer Trainerin angeleitet. Zu dem Sportprogramm gehören unter anderem auch Squats an den TRX-Bändern.

Wie bereits erwähnt, steht das "E" für Elektro. Insgesamt heißt EMS nämlich Elektro-Myo-Stimulation und stammt ursprünglich aus der Physiotherapie. Schon lange wird der Reizstrom hier zum Beispiel nach Unfällen benutzt, um einen Muskel wieder aufzubauen. Wie das Ganze funktioniert? Stimulierende Stromimpulse regen den Muskel zum Zusammenziehen an. Diese Kontraktion stärkt den Muskel auf Dauer und baut ihn langsam auf.

In Kombination mit Sport und Bewegung kann dieser positive Effekt nochmals verstärkt werden. EMS-Training eignet sich daher wunderbar zum Muskelaufbau, kann nachgewiesen aber auch beim Abnehmen helfen. 

Ganz ersetzt EMS den Sport trotzdem nicht. Der Gedanke "Traumfigur aus der Steckdose" ist auch einfach zu verlockend. Vor allem die Ausdauer kommt bei dem Training zu kurz. An Kondition gewinnt man dadurch nicht. Außerdem wird empfohlen, EMS mit einem klassischen Krafttraining zu verbinden und es ins "normale" Sportprogramm zu integrieren.

Was hat das Training gebracht?

Als ich den Trainingsraum in Eppendorf verlasse, fühlt sich mein Körper ungewohnt müde an. Wüsste ich es nicht besser, würde ich meinen, ich hätte gerade ein 2-stündiges Workout und einen Halbmarathon hinter mir. Die Übungen haben mich definitiv gefordert. Vor allem in meinen Armen spüre ich, wie die Anspannung einem zu beginnenden Muskelkater weicht.

Am nächsten Tag ist dieser im ganzen Körper zu spüren. Ich merke ihn bei jeder Bewegung. Während der Squats hatte mir die Trainerin erzählt, dass EMS für eine schlankere Taille sorgen soll. Also checke ich meinen Bauch. Der sieht so aus wie immer. Schade, das wäre ja auch zu schön gewesen. Aber gut, dann bleibe ich jetzt eben am Ball. Oder sagt man in diesem Fall am Strom?!

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