Sebastian Fitzek: "Das Böse hat viele Gesichter"

"Das Geschenk" heißt das neue Buch von Sebastian Fitzek. Wie er über das Böse denkt und was ihm seine Mutter mitgegeben hat, verrät er hier.

"Das Geschenk" ist der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek

"Das Geschenk" (Droemer HC) heißt der neue Roman von Sebastian Fitzek (48). Mit dem Psychothriller, der voller überraschender Wendungen steckt, sorgt der Bestsellerautor wieder für reichlich Gänsehaut. Seine Hauptfigur Milan ist Analphabet, was fast niemand weiß. Eines Tages hält ein Wagen neben ihm, in dem ein verängstigt wirkendes Mädchen einen Zettel gegen die Scheibe hält. Milan kann zwar nicht lesen, was darauf steht, macht sich aber trotzdem an die Verfolgung. Ohne zu ahnen, dass er selbst bald zum Gejagten wird. Denn nicht nur Milan selbst verbirgt ein großes Geheimnis vor der Welt...

Die Idee hinter dem Buch

Zu der Geschichte inspiriert wurde Fitzek durch zwei Situationen, wie er der Nachrichtenagentur spot on news verriet: "Vor ein paar Jahren stand ich an einer Straße in Berlin, dort hielt ein Auto an und vom Rücksitz aus winkte mir ein Mädchen zu. Es lachte und ich dachte, das Kind ist so freundlich, weil ich so eine Clownsnase habe... Dann war ich vor drei Jahren auf der Frankfurter Buchmesse an dem Stand 'Alfa-Selbsthilfe' eingeladen und habe mich dort mit Analphabeten unterhalten. Ich habe mich erstmal gewundert, Menschen, die nicht lesen und schreiben können, auf einer Buchmesse zu treffen und war dann fasziniert von ihnen und ihrer unglaublichen Kreativität."

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Er habe angefangen, sich mit Analphabetismus zu beschäftigen und zu recherchieren, erzählt der Autor. "Es gibt tatsächlich 6,2 Millionen funktionale Analphabeten in Deutschland. Diese Menschen haben einen hohen Leidensdruck, denn unser ganzes Leben ist ja verschriftlicht, vom Fahrkartenautomaten bis zur Banküberweisung. Analphabeten schämen sich oftmals und tun vieles, um zu verbergen, dass sie nicht lesen und schreiben können. Das meine ich mit Kreativität. Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen. Und ich überlegte weiter, was wäre, wenn das Mädchen von damals mir nicht zugewunken, sondern mir einen Zettel entgegengehalten hätte auf dem 'Help' gestanden hätte - und ich hätte das nicht lesen können... - so war die Idee zu 'Das Geschenk' geboren."

"Das Böse hat viele Gesichter"

Eine andere Frage im Buch ist, ob die Veranlagung zum "Bösen" vererbt werden kann. Bei der Recherche geholfen hat Fitzek dabei sein Verwandtenkreis: "Erste Ansprechpartner in medizinischen Fragen sind mein Bruder und meine Schwägerin, die mir Literatur zu den neuesten Forschungsergebnissen zur Verfügung stellten." Hat sich seine eigene Sichtweise durch das Schreiben des Buchs verändert? "Im Grunde genommen haben die Recherchen das bestätigt, was ich schon immer intuitiv glaubte: Das Böse hat viele Gesichter und demnach auch viele Ursprünge", antwortet der 48-Jährige.

Und Fitzek fügt hinzu: "Sehr häufig haben Täter in ihrer Kindheit selbst Schreckliches erfahren müssen, manchmal zeigt sich uns das Böse scheinbar ohne Grund und hier kann auch Vererbung eine Rolle spielen. Die gute Nachricht in jedem Falle ist: Das Gute überwiegt in der Menschheit, davon bin ich fest überzeugt. Meine Mutter sagte immer, wenn eine Katastrophe die Medien beherrschte: 'Sebastian, achte auf die Helfer. Es reicht ein einziger Täter, um die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen, doch die Helfer, die unterstützen und Anteilnahme zeigen, sind in der Überzahl.'"

Ein Buch, über das zwei Kinder eine eigene Geheimsprache entwickeln, spielt in "Das Geschenk" ebenfalls eine wichtige Rolle. Selbst hat der Autor mit dieser Form der Geheimsprache keine Erfahrung: "Wenn meine Kinder so etwas haben, dann ist sie wirklich sehr, sehr geheim, denn mir ist sie nicht bekannt. Ich war eher der Zaubertinte-Typ."

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