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Lilli Hollunder "Ich will meinem Kind nicht nur Schwere und Ballast hinterlassen"

Lilli Hollunder
© Tristar Media / Getty Images
Lilli Hollunder setzt sich seit Jahren gemeinsam mit ihrem Mann René Adler für Umweltschutz und humanitäre Arbeit ein. Mit der Organisation "Project Wings" scheint das Paar seinen Heimathafen gefunden zu haben – dennoch beschreibt sich die Schauspielerin selbst nicht als "Vorzeige-Umweltschützerin". Weshalb hat sie im Interview mit GALA erklärt.

Für Lilli Hollunder, 35, ist es selbstverständlich, dass sie sich als Schauspielerin und Person des öffentlichen Lebens für wohltätige Zwecke starkmacht. "Durch unsere Öffentlichkeit sehen wir das in unserer Verantwortung", so Hollunder über sich und ihren Mann René Adler, 36, im GALA-Interview. 

Vor allem die Schwangerschaft und ihre Rolle als Mutter – über die Lilli Hollunder in ihrem Buch "Schwanger! Im Zentrum meines Universums wirds eng" offen und ehrlich berichtet – hat ihre Sicht für solch relevante Themen wie Umweltschutz, Wasserknappheit und Recycling geschärft. 

Lilli Hollunder: "Ich bin keine Vorzeige-Umweltschützerin"

Gala: 'Project Wings' geht so viele Probleme auf einmal an: Recycling, Regenwaldrodung und auch das Artensterben. Wie wichtig war es Ihnen, sich nicht nur auf ein Problem zu fokussieren, sondern eine Organisation zu unterstützen, die mehr tut?
Lilli Hollunder: Das war mir besonders wichtig. 'Project Wings' schafft mit all den Aktionen Strukturen. Darüber hinaus wird die Organisation nicht nur aktiv – in Form von Müll einsammeln, Müllabfuhr einrichten, den Regenwald aufforsten – sondern hat gleichzeitig auch eine enorme Symbolkraft, die auf weltweite, aber auch regionale Missstände hinweist. Diese Komplexität hat mich getriggert. René und ich haben lange nach einem Projekt gesucht, dass wir unterstützen können. Durch unsere Öffentlichkeit sehen wir das in unserer Verantwortung. Gleichzeitig bin ich aber keine Vorzeige-Umweltschützerin und das wird von den 'Project Wings'-Gründern auch nicht verlangt. Sie zeigen Wege auf, bei denen man sich dennoch nicht komplett verbiegen muss. 

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Können Sie sich an einen Moment erinnern, wo Sie gesagt haben: Es reicht. Wir müssen etwas tun!
Einen genauen Moment gab es da nicht. Aber ich habe mich schon immer für die Thematik interessiert. Beispielsweise habe ich schon in der Schule Waffeln gebacken und die Einnahmen an den WWF gespendet. Mit meinem Papa habe ich immer Kräuter gepflanzt und auch bei Spaziergängen am Wegesrand alle möglichen Kräuter und Wurzeln bestaunt.

Ich war schon als Kind sehr kopflastig, das hat sich mit den Jahren noch mehr verstärkt. Der Gedanke, in was für eine Welt ich mein Kind setze und was für eine Zukunft es hat, hat mich viel beschäftigt. Ich will meinem Kind nicht nur Schwere und Ballast hinterlassen: Mein Sohn Casper soll ebenso wie wir reisen und die Schönheit dieser Welt entdecken können.

In der Schwangerschaft habe ich eine kleine Sinnkrise erlebt, in der ich mich gefragt habe, wie sinnvoll es ist, Kinder in die Welt zu setzen. Denn wenn wir ehrlich sind, ist es das nicht: Wir sind zu viele auf diesem Planeten. Aber wir sind auch Teil dieser Natur und unser Instinkt der Nachkommen gehört da ebenso zu.

Wie sieht eine Unterstützung in Ihrem Fall aus? Viele denken jetzt vermutlich an die finanziellen Mittel, aber gibt es noch andere Optionen zu helfen?
Bei René und mir ist es die Reichweite. René ist in vielerlei Hinsicht ein Türöffner, wird oft dazu geholt, wenn es um Gespräche mit möglichen Sponsoren und Unterstützern geht. Ich persönlich bin auch in die kreativen Projekte mit eingebunden und habe grade einen Pulli gemeinsam mit 'Project Wings' designt. Denn nachhaltige Kleidung muss nicht immer 'Öko' aussehen. Wir sind viel im Austausch, werfen Ideen rein: es ist ein Prozess.

In welchem Bereich wären Sie gern nachhaltiger, sind es bis jetzt aber noch nicht?
Ganz klar der Verschleiß von Kinderkleidung. Gefühlt müsste ich für Casper jede Woche neue Sachen besorgen. Wir haben zwar schon viel von meinem Neffen bekommen, aber da er ein Winterbaby und Casper ein Sommerbaby war, passt das leider nicht immer. Aber ich könnte wirklich noch mehr Secondhand shoppen.

Wenn Sie an ein nachhaltiges Leben denken, welche drei Tipps kommen Ihnen direkt in den Sinn, die jeder umsetzen kann?
Regional einkaufen steht für mich ganz oben auf der Liste. Außerdem der Grundsatz: In Maßen konsumieren – das ist quasi auf alles anwendbar. Wenn alle in Maßen Fleisch oder auch Kuhmilch konsumieren würden und nicht im Überfluss, dann wäre schon viel getan.

Ich selbst bin keine Vegetarierin oder Veganerin, achte aber darauf, dass bei uns nur einmal in der Woche Fleisch auf dem Tisch landet – und dann Regionales vom Bio-Hof.

Mein dritter Tipp: Bewusst mit Wasser umgehen und für das Thema sensibilisieren. Auch wenn das Recht auf Wasser jedem Menschen zusteht, muss uns allen klar werden, dass es nicht endlos vorhanden ist. Dies ist ein Thema, dass noch große Probleme verursachen wird und womit wir uns mehr auseinandersetzen müssen. Denn wir alle müssen unseren ökologischen Fußabdruck verringern.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala


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