Vibrator vs. Mann : Warum viele Frauen Selbstbefriedigung bevorzugen

Sogar Frauen in einer Beziehung legen zum Teil vorzugsweise lieber selber Hand an, anstatt sich vom Partner verwöhnen zu lassen. Mediziner erklären anhand einer Studie, warum Masturbation so hoch im Trend liegt und was der Akt der Selbstbefriedigung für die eigene Sexualität und die Partnerschaft bedeutet.  

Deutsche Frauen nutzen Selbstbefriedigung zum Stressabbau. 

Im Laufe der Emanzipation gibt es viele bedeutende Entwicklungspunkte: Das Frauenwahlrecht, die ersten Mädchen, die eine Universität besucht haben und eben auch die Selbstbefriedigung. Aber was bedeutet es konkret, wenn vier von zehn Frauen lieber masturbieren, als mit ihrem Partner gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen? Die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Penn Schoen Berland in Zusammenarbeit mit dem japanischen Sextoy-Hersteller Tenga werfen viele Fragen auf, die von dem Urlogen Volker Wittkamp und der Gynäkologin Sheila de Liz beantwortet werden. 

Selbstbefriedigung liegt im Trend

Anlässlich des jährlichen Lustreports vom Sextoy-Hersteller wurden 10.000 Frauen und Männer in neun unterschiedlichen Ländern zum Thema Lust und Liebe befragt. Die Antworten der Damen werden die Herren der Schöpfung nachdenklich stimmen. Unter anderem sagen vier von zehn Frauen, dass sie den Vibrator einem Mann vorziehen würden. Insgesamt betreiben 90 Prozent der Weltbevölkerung regelmäßig Selbstbefriedigung, womit der Einzelsport zwischen den Laken ziemlich hoch im Trend liegt. Aber warum vergnügen sich  Frauen lieber mit sich selbst, als den Liebesakt mit dem Mann zu?

Öko-Sex

Nachhaltige Love-Toys

Der Stein der Weisen war gestern, heute geht es um den Stein der Liebe. Rosenquarz soll eine aphrodisierende Wirkung haben und die Lust steigern. In Form von Yoni Eiern zählen sie zu den ältesten Sex-Spielzeugen, die zudem ein Work-out sind und die Beckenbodenmuskulatur trainieren. Um das Gewicht des steinernen Eies halten zu können, müssen die Muskeln des Genitalbereichs konstant arbeiten. Ein fester Liebesmuskel regt die Durchblutung der Sexualorgane an, was zu einer höheren Empfindsamkeit und damit für einen intensiveren Orgasmus sorgt. Da Rosenquarz ein natürliches und recycelbares Material ist, machen die Yonie Eier doppelt Spaß. 3er Pack in verschiedenen Größen von Liebelei, ca. 99 Euro.
"Ist ein Mops besser als ein Windhund oder ein Pudel besser als eine Bulldogge?", fragt sich das Berliner Unternehmen "Einhorn". Nein, lautet die Antwort und so ist es auch mit Penissen. Das Motto dieses Kondoms: Schluss mit Penisvergleich. Aber das ist nur der eine Faktor, der für Freude sorgt. Die Kondome sind zu 100 Prozent aus Naturkautschuklatex. Das Material ist ein reines Naturprodukt, somit vegan und biologisch abbaubar. 
Achtung, Flachwitz: Fesselspielchen lassen manche Veganer tierisch wild werden! Mit diesen Handschellen von Bijoux Indiscrets ist das vollkommen okay, denn sie sind vegan und zudem recycelbar. Das Accessoire besticht durch ein dezentes Design und ist allemal besser als die Plüschhandschellen aus dem Karnevalsladen. Ca. 35 Euro.
5 am Tag, lautet die Devise für eine gesunde Ernährung! Ob das auch für Orgasmen zählt? Das Dresdner Unternehmen "Selfdelve" hat diesen Leitspruch übernommen und lädt in den Garten Eden ein. Darin sind Gurken, Maiskolben und Auberginen zu finden – für jeden Geschmack ist also etwas dabei. Die Sex-Toys werden per Hand aufgezogen und können daher je nach Wunsch des Käufers härter, weicher, dünner oder dicker sein. Die Liebesspielzeuge bestehen aus unbedenklichen Silikon ohne Weichmacher und können sogar je nach Temperatur die Farbe ändern: Der Maiskolben wird dann knallgelb und somit erntereif! Das kleinste Gemüse gibts ab ca. 70 Euro. 

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Masturbation ist das neue Yoga

Die Umfrage hat genau das herausfinden wollen und kam zu dem Ergebnis, dass die Deutschen das Spiel mit dem eigenen Körper als Selfcare bezeichnen. Die Forscher ließen die Befragten dabei unterschiedliche Methoden der Stressbewältigung gewichten: Masturbation landet als Stresskiller auf Platz 6 und liegt damit noch vor Sport und Lesen. "In unserer schnelllebigen Zeit ist es für viele Menschen wieder wichtiger geworden, sich Zeit für sich zu nehmen", erklärt der Urologe Volker Wittkamp im Rahmen der Untersuchung. Während 2016 noch fast ein Viertel der Frauen in Deutschland behauptet haben, nie bis selten zu masturbieren, scheint sich das Blatt nun zu wenden. Laut der Umfrage praktizieren sogar mehr Frauen in Beziehungen (84 Prozent) Selbstbefriedung als Männer (78 Prozent). 

Masturbation bedeutet nicht Orgasmus auf Knopfdruck

Sie nutzen Hand, Vibrator und andere Selfcare-Sextoys, um Stress zu bewältigen und sich zu entspannen. Männer könnte es dabei "beruhigen", dass fast 50 Prozent der Befragten angeben, auch beim Masturbieren nicht immer zum Höhepunkt zu kommen. Darin sieht Gynäkologin Sheila de Liz unter anderem auch die Erklärung: "Da kann man einfach abbrechen ohne jemandem Rechenschaft abzulegen, oder sich schuldig zu fühlen, weil der andere sich doch so viel Mühe gegeben hat." Allerdings sei ein Orgasmus beim Sex mit dem Partner oft noch seltener – zumindest, wenn es um den reinen Geschlechtsverkehr gehe, sagt Sheila de Liz gegenüber der "Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung". Die Expertin erklärt:

"Nur 20 bis 30 Prozent der Frauen kommen ohne zusätzliche Stimulation beim vaginalen Sex zum Höhepunkt"

Masturbation ist dennoch nicht nur für die eigene Sexualität in jeder Hinsicht förderlich, sondern auch für die Beziehung. Schließlich kann die Frau ihrem Partner nur kommunizieren, was ihr gefällt, wenn sie es auch selbst weiß. 

Quelle: IKZ, Lustreport Tenga, "Unverschämt - Alles über den fabelhaften weiblichen Körper" von Sheila de Liz

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