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Vibrator vs. Mann Warum viele Frauen Selbstbefriedigung bevorzugen

Deutsche Frauen nutzen Selbstbefriedigung zum Stressabbau. 
Deutsche Frauen nutzen Selbstbefriedigung zum Stressabbau. 
© Shutterstock
Sogar Frauen in einer Beziehung legen zum Teil vorzugsweise lieber selber Hand an, anstatt sich vom Partner verwöhnen zu lassen. Mediziner erklären anhand einer Studie, warum Masturbation so hoch im Trend liegt und was der Akt der Selbstbefriedigung für die eigene Sexualität und die Partnerschaft bedeutet.  

Im Laufe der Emanzipation gibt es viele bedeutende Entwicklungspunkte: Das Frauenwahlrecht, die ersten Mädchen, die eine Universität besucht haben und eben auch die Selbstbefriedigung. Aber was bedeutet es konkret, wenn vier von zehn Frauen lieber masturbieren, als mit ihrem Partner gemeinsam zum Höhepunkt zu kommen? Die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts Penn Schoen Berland in Zusammenarbeit mit dem japanischen Sextoy-Hersteller Tenga werfen viele Fragen auf, die von dem Urlogen Volker Wittkamp und der Gynäkologin Sheila de Liz beantwortet werden. 

Selbstbefriedigung liegt im Trend

Anlässlich des jährlichen Lustreports vom Sextoy-Hersteller wurden 10.000 Frauen und Männer in neun unterschiedlichen Ländern zum Thema Lust und Liebe befragt. Die Antworten der Damen werden die Herren der Schöpfung nachdenklich stimmen. Unter anderem sagen vier von zehn Frauen, dass sie den Vibrator einem Mann vorziehen würden. Insgesamt betreiben 90 Prozent der Weltbevölkerung regelmäßig Selbstbefriedigung, womit der Einzelsport zwischen den Laken ziemlich hoch im Trend liegt. Aber warum vergnügen sich  Frauen lieber mit sich selbst, als den Liebesakt mit dem Mann zu?

Masturbation ist das neue Yoga

Die Umfrage hat genau das herausfinden wollen und kam zu dem Ergebnis, dass die Deutschen das Spiel mit dem eigenen Körper als Selfcare bezeichnen. Die Forscher ließen die Befragten dabei unterschiedliche Methoden der Stressbewältigung gewichten: Masturbation landet als Stresskiller auf Platz 6 und liegt damit noch vor Sport und Lesen. "In unserer schnelllebigen Zeit ist es für viele Menschen wieder wichtiger geworden, sich Zeit für sich zu nehmen", erklärt der Urologe Volker Wittkamp im Rahmen der Untersuchung. Während 2016 noch fast ein Viertel der Frauen in Deutschland behauptet haben, nie bis selten zu masturbieren, scheint sich das Blatt nun zu wenden. Laut der Umfrage praktizieren sogar mehr Frauen in Beziehungen (84 Prozent) Selbstbefriedung als Männer (78 Prozent). 

Masturbation bedeutet nicht Orgasmus auf Knopfdruck

Sie nutzen Hand, Vibrator und andere Selfcare-Sextoys, um Stress zu bewältigen und sich zu entspannen. Männer könnte es dabei "beruhigen", dass fast 50 Prozent der Befragten angeben, auch beim Masturbieren nicht immer zum Höhepunkt zu kommen. Darin sieht Gynäkologin Sheila de Liz unter anderem auch die Erklärung: "Da kann man einfach abbrechen ohne jemandem Rechenschaft abzulegen, oder sich schuldig zu fühlen, weil der andere sich doch so viel Mühe gegeben hat." Allerdings sei ein Orgasmus beim Sex mit dem Partner oft noch seltener – zumindest, wenn es um den reinen Geschlechtsverkehr gehe, sagt Sheila de Liz gegenüber der "Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung". Die Expertin erklärt:

"Nur 20 bis 30 Prozent der Frauen kommen ohne zusätzliche Stimulation beim vaginalen Sex zum Höhepunkt"

Masturbation ist dennoch nicht nur für die eigene Sexualität in jeder Hinsicht förderlich, sondern auch für die Beziehung. Schließlich kann die Frau ihrem Partner nur kommunizieren, was ihr gefällt, wenn sie es auch selbst weiß. 

Quelle: IKZ, Lustreport Tenga, "Unverschämt - Alles über den fabelhaften weiblichen Körper" von Sheila de Liz

reb Gala

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