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Hörvermögen + Persönlichkeit Studie belegt: Wer viel grübelt, kann besser hören

Frau schaut aus dem Fenster: Studie belegt: Wer viel grübelt, kann besser hören
© Maridav / Shutterstock
Es gibt Menschen, die reagieren sehr empfindlich auf Geräusche. Eine neue Studie zeigt: Wie sensibel unser Hörvermögen ist, hängt stark mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zusammen.

Baulärm, Kindergeschrei, Hundegebell – einige Menschen können bei so einer Lärmkulisse ganz wunderbar entspannen, vielleicht sogar schlafen. Andere wiederum sind sehr sensibel, was Hintergrundgeräusche angeht. Schon ein lauter Fernseher kann sie stressen. Unser Hörsinn und wie empfindlich er auf Geräusche reagiert, sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Und wie eine neue Studie jetzt bewiesen hat, gibt es hier auch einen starken Zusammenhang mit unserer Persönlichkeit.

Forschende der Universität zu Lübeck haben das Hörvermögen in Verbindung mit bestimmten Charaktereigenschaften untersucht. Die 1.000 Teilnehmenden der Studie wurden vor allem zu ihrer emotionalen Labilität befragt, also zu der Tendenz, sich viele Sorgen zu machen.

Studie: Wer sich viele Sorgen macht, hört besser

Das Ergebnis: Menschen, die zu Grübeleien neigen, haben eine bessere Hörfähigkeit als solche, die eher entspannt sind. Und das gilt nicht nur für das subjektive Hörempfinden, also wie sensibel jemand auf störende Geräusche reagiert, sondern auch das objektive. Dafür mussten die Proband:innen eine schwierige Höraufgabe lösen, und tatsächlich haben die Sorgenvollen unter ihnen diese besser gemeistert. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Persönlichkeit ein wichtiger Baustein ist, um Diskrepanzen der subjektiven und objektiven Hörleistung zu verstehen", erklärt Studienleiter Dr. Malte Wöstmann.

Das Ergebnis hat selbst die Forschenden überrascht: Damit, dass emotional labilere Menschen sich schneller von Lärm gestört fühlen, war wohl noch zu rechnen. Aber dass die Grübler:innen tatsächlich auch physisch ein besseres Gehör haben, ist eine spannende Erkenntnis. Vielleicht hängt diese Tatsache damit zusammen, dass sie insgesamt aufmerksamer und achtsamer sind. Manchmal vielleicht sogar mehr, als ihnen lieb ist…

Aber eins ist sicher: Overthinker:innen braucht niemand mehr vorzuwerfen, dass sie zu empfindlich auf eine Geräuschkulisse reagieren – schließlich wissen wir jetzt, dass sie wirklich besser hören können. Bleibt nur noch zu sagen: Ein Hoch auf Noise-Cancelling-Kopfhörer!

Verwendete Quelle: uni-luebeck.de

Gala

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