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Psychologie Reisen macht nicht nur glücklich, sondern auch klüger

Frau mit Landkarte auf einer Brücke: Reisen macht nicht nur glücklich, sondern auch klüger
© pikselstock / Adobe Stock
Für viele Menschen geht es im Urlaub vor allem um das Abschalten vom Alltag. Dabei macht Reisen uns nachweislich nicht nur glücklich, sondern auch schlauer.

Der Sommer ist Hauptreisezeit – die warmen Monate nutzen die meisten Menschen, um in den wohlverdienten Urlaub zu fahren. Sie finden Entspannung und Ruhe, entdecken aber gleichzeitig Neues und lassen sich inspirieren. Wie genau wir am liebsten reisen, ist dabei erst mal zweitrangig, denn Abenteuer und spannende Begegnungen können wir sowohl auf der Safari als auch bei einer Städtereise in Europa oder einem Backpacking-Trip durch Südostasien erleben.

Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, wie gut Reisen uns tut. Eine Studie der finnischen Universität Tampere etwa legt nahe, dass wir uns an einem Tag im Urlaub deutlich besser erholen als an einem freien Tag in der Heimat. Einerseits ist das sicher darauf zurückzuführen, dass wir im Urlaub gänzlich frei von alltäglichen Verpflichtungen sind, andererseits aber auch auf die neuen Eindrücke und den Tapetenwechsel auf Reisen.

Reisende sind offener für andere Sichtweisen

Aber Reisen kann noch mehr, als uns glücklicher und entspannter zu machen. Es sorgt auch dafür, dass wir klüger werden. Das war nämlich das Ergebnis einer Studie von William W. Maddux der University of California. Gemeinsam mit anderen Forschenden hat der Psychologe internationale Studierende untersucht, die für ihren Master im Ausland waren. Dabei fand das Team um Maddux heraus, dass diese Menschen ein außergewöhnlich hohes "multikulturelles Engagement" aufweisen. Das heißt, sie können sich besonders gut an neue Kulturen anpassen. Außerdem haben sie offenbar eine höhere "integrative Komplexität" als andere, sprich: eine größere Bereitschaft, verschiedene Sichtweisen auf Sachverhalte anzuerkennen und nachzuvollziehen.

Was besonders interessant war: Die internationalen Master-Studierenden fanden nach Abschluss ihres Studiums offenbar schneller einen Job als andere, die in ihrem sozialen und kulturellen Umfeld geblieben waren.

Wer viel reist, ist womöglich klüger und kreativer als andere

William Maddux konnte in einer anderen Studie Ähnliches nachweisen: Für diese Untersuchung bat der Psychologe eine Gruppe Studierender, sich bewusst eine Zeit in Erinnerung zu rufen, die sie im Ausland verbracht hatten. Danach sollten sie das Ganze aufschreiben und im Anschluss den Remote Associates Test (RAT), einen klassischen Kreativitätstest aus der Psychologie, absolvieren. Eine zweite Gruppe sollte nicht erst in Reise-Erinnerungen schwelgen, sondern direkt den Test machen. Das Ergebnis: Die erste Gruppe konnte 50 Prozent mehr Probleme lösen als die zweite Gruppe. Daraus folgerten die Forschenden um Maddux, dass die Erfahrungen in fremden Ländern und Kulturen die Studierenden kreativer und lösungsorientierter gemacht hatten.

Bei beiden wissenschaftlichen Studien stand weniger der Erholungseffekt im Vordergrund, den wir beispielsweise bei einer Woche All-inclusive-Urlaub erhalten. Stattdessen geht es um das Eintauchen in eine fremde Lebenswelt, um die Auseinandersetzung mit den Menschen und Bräuchen vor Ort. Lassen wir uns darauf ein, können wir auf vielfältige Weise vom Reisen profitieren, nämlich psychisch, emotional – und offenbar auch kognitiv.

Das haben die meisten sicher schon am eigenen Leib gespürt: So schön ein reiner Erholungsurlaub auf einer sonnigen Insel auch sein kann, nachhaltig prägen und verändern tun uns andere Reisen. Denn sie können unseren Blick auf die Welt – und letztlich auch auf uns selbst – verändern.

Verwendete Quellen: geo.de, forbes.com

Gala

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