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Psychologie Diese 5 Anzeichen sind typisch für unterdrückte Wut

Frau schaut ernst vor Fliederbaum: Diese 5 Anzeichen sind typisch für unterdrückte Wut
© DavidPrado / Adobe Stock
Wut hat einen schlechten Ruf – deshalb neigen viele dazu, das Gefühl zu verdrängen. Unterdrückter Ärger kann sich in den unterschiedlichsten Verhaltensweisen manifestieren.

Viele verbinden Wut mit großer Lautstärke, mit Schreien und Rumpoltern. Dabei kann sie sich auch ganz anders bemerkbar machen, vor allem, wenn wir sie nicht zulassen wollen. Ärger ist in unserer Gesellschaft nicht gerne gesehen, deshalb unterdrücken wir ihn häufig. Langfristig hilft uns das natürlich nicht, denn das Gefühl verschwindet nicht, nur weil wir es verdrängen. Stattdessen kann es in ungünstigen Momenten wieder hochkochen und sich in Form anderer Emotionen oder Verhaltensweisen seinen Weg bahnen. Diese fünf Muster sind typisch bei unterdrückter Wut.

5 Warnsignale für unterdrückte Wut

1. Depression

In der Psychoanalyse ist schon lange bekannt, dass Wut sich häufig nach innen richtet, wenn wir sie verdrängen. So kann sie schlimmstenfalls zu einer Depression führen. Wer diese Neigung hat, fühlt sich oft ohne erkennbaren Grund hoffnungslos, traurig und antriebslos – und zeigt so klassische Symptome einer depressiven Verstimmung.

Diese Muster haben sich oft schon früh eingeprägt. In schwierigen Situationen, etwa wenn sie als Kind gemobbt wurden, griffen solche Menschen zu ihrem Verteidigungsmechanismus: der Identifikation mit dem Aggressor. Ein Teil ihrer Psyche hat dann praktisch die Stimme der Person angenommen, die sie mobbt. Und dieser übermäßig kritische Ton verfolgt sie oft bis in die Gegenwart.

2. Passiv-aggressives Verhalten

Andere Menschen neigen dazu, ihre unterdrückte Wut an anderen auszulassen – wenn auch auf sehr subtile Art und Weise. Sie antworten dann beispielsweise nicht auf Nachrichten oder vergessen bewusst Verabredungen oder Versprechen, die sie gegeben haben. Solche passiv-aggressiven Verhaltensweisen können Beziehungen nachhaltig schädigen. Gesünder wäre es, dem Ärger Luft zu machen und der betreffenden Person zu sagen, was uns wütend macht.

3. Konfliktscheu

Vor allem als Kinder haben viele Menschen gelernt, dass Wut etwas Böses, etwas Unmoralisches ist. So haben sie Angst vor ihren eigenen Gefühlen bekommen und sind in einen inneren Konflikt geraten, wenn sie sich über etwas geärgert haben. Um ihre Aufmerksamkeit schnell weg vom vermeintlich bösen Gefühl der Wut zu lenken, haben sie sich als Bewältigungsmechanismus vor allem auf andere Menschen und deren Bedürfnisse konzentriert. Sie gehen deshalb Konflikten lieber aus dem Weg und ordnen sich eher unter als anzuecken.

Sehr empathische und sensible Menschen neigen oft zu diesem Verhalten. Denn ihnen wurde häufig gesagt, ihre Gefühle seien "zu viel" oder "zu dramatisch", deshalb ziehen sie sich zurück, wenn sie merken, dass eine starke Emotion wie Wut hochkommt.

4. Selbstgerechtigkeit

Auch Selbstgerechtigkeit kann ein Anzeichen für unterdrückte Wut sein. Vor allem Personen, die zu Perfektionismus bis hin zu Zwangsstörungen neigen, haben dazu eine Tendenz. Denn sie haben sehr hohe Erwartungen – an sich selbst genauso wie an andere. Wenn Menschen diesen Erwartungen nicht gerecht werden, sind sie frustriert darüber, dass andere mit ihrem Verhalten "davonkommen", während sie selbst sich so viel Mühe geben.

Diese vermeintliche Überlegenheit zeigt sich häufig eben nicht in Wut, die ihr eigentlich zugrunde liegt, sondern solche Personen wirken extrem kontrolliert und angespannt.

5. Paranoia

Nicht ganz so häufig zeigt sich eine Form von Paranoia als Warnsignal für verdrängten Ärger. Denn Personen, die sich über ihre Mitmenschen ärgern, projizieren ihre Gefühle häufig auf andere, anstatt sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Sie reden sich dann beispielsweise ein, dass andere Menschen wütend auf sie seien – obwohl eigentlich sie es sind, die gerade Wut verspüren. Vertrauen fällt Personen mit dieser Neigung schwer, sie gehen immer vom Schlimmsten aus. Denn sie rechnen ständig damit, dass andere ihnen etwas übel nehmen, weil sie ihre eigene Wut unterdrücken.

Verwendete Quelle: psychologytoday.com

mbl Gala

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