Max-Planck-Institut: Ist die sexuelle Erregung eine Frage des Geschlechts?

Männer denken immer nur an das Eine? Das wurde ihnen zumindest lange nachgesagt. Das Max-Planck-Institut räumt anhand einer neuen Studie mit dem Klischee auf und stellt klar, wer bei visuellen Reizen eher an Sex denkt: Mann oder Frau? 

Wie reagieren Mann und Frau auf visuelle Reize?

Wenn eine Frau über die Straße läuft und Männer ihr nachstarren, ist die Frage schon berechtigt: Was denken die Kerle in dem Moment? Ein weiterverbreitetes Klischee war bislang, dass die Männer sie in Gedanken schon längst ausgezogen haben. Das Max-Planck-Institut hat erforscht, ob diese Annahme tatsächlich stimmt und wie Mann und Frau auf visuelle Reize reagieren. 

Wie sehr erregen uns visuelle Reize?

Um den Klischees den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben die Forscher Daten von 61 Studien mit insgesamt 1.850 Probanden analysiert und dabei ihr Geschlecht, sexuelle Orientierung und Nationalität berücksichtigt. Den Teilnehmern wurden erotische Bilder und Filme vorgelegt, während die Experten die Reaktionen des Gehirns analysiert haben. Dabei haben sie das Blut im Gehirn darauf untersucht, wie sauerstoffreich es ist und konnten dadurch die unterbewussten Reaktionen feststellen.
Im Bericht heißt es, dass es keine geschlechtlichen Unterschiede zur "spontanen, nicht kontrollierbaren Reaktion unseres Gehirns auf erotisches Bildmaterial" geben würde. Das bedeutet also, dass Männer und Frauen gleichstark auf visuelle Reize reagieren. Der Spruch "Männer denken doch immer nur an das Eine", wird dadurch zumindest etwas entkräftet. Wer im Alltag tatsächlich häufiger an Sex denkt, geht aus dieser Untersuchung nicht hervor. 

Riccardo Simonetti

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©Gala

Homosexuelle reagieren schwächer

Allerdings konnten die Forscher Unterschiede in der sexuellen Orientierung der Teilnehmer feststellen. "Heterosexuelle reagierten stärker auf die visuellen Reize als homosexuelle Probanden", erklärt der Forschungsgruppenleiter Hamid Noori.

Quelle: Max-Planck-Institut 

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