Kamasutra: Alles über das indische Lehrbuch der Erotik

Kamasutra, das mythenumworbene Buch der Liebenden, ist bekannt für seine detaillierten Anleitungen zu oftmals ausgefallenen und heißen Sexstellungen. Doch das Werk über die indische Liebeslehre bietet noch viel mehr

Kamasutra kann neuen Schwung ins Sexleben bringen.

Das Kamasutra ist ein Text, der als Leitfaden der Erotik und der Liebe gilt, und vermutlich zwischen 200 und 300 n. Chr. von dem Inder Vatsyayana Mallanga in Sanskrit verfasst wurde. Sein vollständiger Titel lautet "Vatsyayana Kamasutra" in Anlehnung an den Namen des Autors, wobei Kamasutra so viel bedeutet wie "Verse des Verlangens". Aufgrund der sehr detaillierten Anleitungen und Zeichnungen zu zahlreichen Stellungen für den Geschlechtsverkehr wird der Text in Westeuropa häufig als herkömmliche Sexbibel missverstanden. Tatsächlich bietet er aber auch sehr genaue Anleitungen für die ethische und erotisch-sexuelle Lebensweise.

Kamasutra - mehr als ein Sex + Stellungen

"Dieses Buch ist nicht geschrieben, nur um die menschliche Begierde zu befriedigen. Ein Mensch, der die wahren Grundsätze dieser Wissenschaft kennt, wird seinen Dharma, Artha und Kama sorgfältig pflegen und so dazu gelangen, Herr seiner Sinnlichkeit zu werden." So formulierte der Autor Vatsyayana selbst das Anliegen seines Buches.
Wir haben es also mit einem umfassenden Standardwerk der Liebeskunst in allen Bereichen zu tun, das nicht nur Erotik und Sinnlichkeit, sondern auch andere Themen beinhaltet und Tipps zur Kunst des Verführens, der Partnerwahl, den Erhalt der Ehe, Prostitution und Ehebruch gibt.

Dreifach-Mama Nina Bott

"Jetzt muss ich immer durchzählen!"

Nina Bott
Nina Bott hat drei Kinder von zwei Männern, wodurch es zu Hause schon mal ganz schön voll werden kann.
©Gala

Handbuch der Erotik

Aufgrund des Entstehungsdatums des Textes sind heutzutage natürlich viele dieser Themen veraltet. Doch die Kapitel des Kamasutra, die sich den verschiedensten Stellungen beim Geschlechtsverkehr widmen, haben auch in der Gegenwart nichts von ihrer Aktualität eingebüßt!
Was vor hunderten von Jahren Männer und Frauen befriedigt hat, erfreut sich auch heute noch in den Schlafzimmern größter Beliebtheit. Nicht umsonst gehören die Missionarsstellung, Löffelchen oder Lotus zu den beliebtesten Kamasutra-Stellungen überhaupt. Somit genießt das Buch als Handbuch der Erotik auch heute noch einen großen Stellenwert.

Die besten Stellungen für jeden Geschmack

Bei dem Wort Kamasutra mögen viele an komplizierte und höchst akrobatische Stellungen denken, bei denen man sich extrem verrenken muss. Tatsächlich enthält das Werk aber Sexpositionen für jeden Geschmack und die meisten sind auch für den Durchschnittsmenschen durchführbar. Man muss also kein Yoga-Experte oder eine Primaballerina sein, um bei den Kamasutra-Stellungen auf seine Kosten zu kommen.
Zusätzlich werden in dem Werk einige homosexuelle Sexualpraktiken sowie verschiedene Schlagarten beim Geschlechtsverkehr vorgestellt. Das macht das Kamasutra zu einem der ersten Werke mit Anleitungen mit BDSM-Bezug. Ebenso thematisiert wird die Luststeigerung der Frauen. Und alle Praktiken im Kamasutra begleitet stets der Hinweis, dass diese nur im Einvernehmen beider Partner ausgeführt werden dürfen.

Es folgt ein kleiner Einblick in die Anleitungen zu einigen der besten Sexstellungen aus dem Kamasutra.

Kamasutra für Anfänger

  • Die Elefantenstellung:

Die Frau liegt auf dem Bauch und spreizt die Beine. Der Mann liegt in Bauchlage zwischen ihren Schenkeln und dringt in sie ein. Als Unterstützung kann sich die Frau ein Kissen unter ihr Becken legen. Unabhängig von der Größe des Penis' kann der Mann so ihre erogenen Zonen perfekt stimulieren und gelangt wunderbar an den G-Punkt. Darum verspricht diese Stellung für die Frau gute Chancen auf einen Orgasmus. Der enge Körperkontakt ist hier besonders wichtig, weil sich das Paar nicht anschauen kann.

  • Die Schenkel-Stürmerin:

Bei dieser Position liegt er auf dem Rücken. Sie hockt sich rittlings auf ihn, sodass er in sie eindringen kann und winkelt die Beine an. Beugt sie sich nun vor, erreicht er ihren G-Punkt problemlos.

  • Der Krieger:

Ebenfalls eine perfekte Position für die Stimulierung des G-Punktes ist der Krieger. Hier sitzt er bequem auf einem Stuhl, während sie auf seinem Schoß sitzt und beide Beine über seine rechte und linke Schulter legt. Der Eindringungswinkel ist hier besonders tief und erfüllend für beide Partner.

  • Die Himmelskönigin:

Die Himmelskönigin kann durch ihre tiefe Penetration besonders Frauen zu ungeahnten Orgasmen verhelfen. Hierbei liegt sie auf dem Rücken, zieht die Knie zur Brust und drückt die Waden fest gegen die Rückseite der Oberschenkel. So bildet sie eine Art Ball. Ihr Partner kniet vor ihr und dringt in sie ein. Diese kompakte Position der Frau sorgt für eine verkürzte Vagina und einen sexuellen Spannungsaufbau.

  • Bauch an Bauch:

Diese Stellung ist ideal für Sex unter der Dusche, vor dem Spiegel oder draußen. Hierbei lehnt sich die Partnerin an die Wand, der Mann stellt sich zwischen ihre gespreizten Beine. Alternativ kann sich auch der Mann an die Wand lehnen und die Frau an sich drücken. Vorteil: Seine Hände können ihre Kehrseite streicheln. Die Bauch-an-Bauch-Stellung ist perfekt für einen Quickie geeignet. 

Kamasutra für Fortgeschrittene:

  • Der Brückenpfeiler:

Diese Kamasutra-Stellung ist nur etwas für kreative und sportliche Personen und verlangt ihnen körperlich so einiges ab. Der Mann legt sich dabei auf den Rücken auf den Boden, positioniert seine Hände neben den Ohren und drückt sich hoch in die Brücke. Steht der Mann in dieser Brückenposition stabil, kann sich die Frau auf ihm niederlassen. Entsprechend ihrer Größe stehen ihre Füße entweder fest auf dem Boden oder sie steht auf den Zehenspitzen. So kann sie ihre Hüfte leicht vor- und zurückschieben und den Rhythmus des Geschlechtsaktes bestimmen.

  • Vulkanfieber:

Beim Vulkanfieber stützt sie sich mit gestreckten Armen auf dem Bett ab. Er steht hinter ihr am Bettrand und hebt ihr Becken mit den Händen in die Höhe. Dabei klemmt sie ihre Beine unter seine Arme, damit er in sie eindringen kann. Diese Stellung will gut geübt sein und ist nur etwas für besonders gelenkige Personen.

  • Die Y-Kurve:

Hier liegt die Frau auf dem Bauch auf dem Bett und lässt sich über die Bettkante kopfüber gleiten, bis sie von der Hüfte abwärts über die Bettkante hängt. Mit den Armen kann sie sich auf dem Boden abstützen. Der Mann legt sich über seine Partnerin, die Beine zwischen den ihren, und dringt von hinten in sie ein. Dabei stützt er sich an den Hüften etwas ab, hebt den Oberkörper an, bis beide Körper ein "Y" formen.

  • Die Schubkarre:

Sie hockt sich vor ihn in die Position der Schubkarre hin mit einem Kissen unter der Stirn. Er umfasst von hinten ihre Fußgelenke, sie winkelt die Beine an und zieht die Knie zur Brust hoch, bis sie die Schenkel auf seine legen kann. Sie stützt sich dabei mit den Unterarmen ab.

  • Begegnung mit einer Kuh:

Die Begegnung mit einer Kuh sieht im Kamasutra vor, dass die Frau in Vierfüßler-Stellung, also mit Händen und Füßen auf dem Boden, vor dem Mann steht und er sie wie ein Stier besteigt. Er hält sie an den Hüften fest, während er in sie eindringt. Weniger gelenkige Frauen können sich mit den Händen auf einem Stuhl abstützen.

Fazit zum Kamasutra

Am besten betrachtet man das Kamasutra-Buch als exotische Inspirationsquelle, die Fantasie, Lust und Leidenschaft anfacht und etwas Abwechslung ins Liebesleben und in die Bett-Routine bringen kann.  

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche