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Vreni Frost über ihre HPV-Diagnose "Der Krebsabstrich beim Frauenarzt war auffällig"

Vreni Frost gehört zu Deutschlands bekanntesten Bloggern.
Vreni Frost gehört zu Deutschlands bekanntesten Bloggern.
© Suzana Holtgrave (PR)
Der Pap-Test beim Gynäkologen ist für viele Frauen Routine. Auch Bloggerin Vreni Frost machte sich erst genauere Gedanken, als der Krebsabstrich Auffälligkeiten aufwies.

Vreni Frost gehört seit Jahren zu Deutschlands Blogger-Szene. Dabei beschäftigt sie sich nicht mit den aktuellen Trendfarben für Lippenstifte, sondern den wichtigen Themen. HPV zum Beispiel. Mit GALA sprach sie über die Diagnose, Behandlung und vor allem über die Tatsache, dass viele Frauen und Männer HPV-positiv sind, davon aber oft nichts mitbekommen. 

Eine Routineuntersuchung beim Frauenarzt. Diagnose: HPV

Den Pap-Text beim Gynäkologen kennen wohl die meisten Frauen: Der Zellabstrich vom Gebärmutterhals dient zur rechtzeitigen Entdeckung von Krebs und seinen Vorstufen. Von den 42 Millionen Frauen, die in Deutschland leben, bekommen im Jahr etwa 6.200 Frauen die Diagnose "Gebärmutterhalskrebs", 1.700 Frauen sterben daran. Das geht aus aktuellen Zahlen der Techniker Krankenkasse hervor. Bei Vreni Frost wurde die auffällige Zellveränderung rechtzeitig erkannt und sie wurde zur Dysplasie-Untersuchung geschickt. "Ich war alleine und ziemlich aufgeregt", sagt Vreni. In der Praxis hat sie eine 3D-Brille bekommen. "Ich habe meine Gebärmutter in Überlebensgröße gesehen, das war schon etwas merkwürdig", erinnert sie sich lachend.

Was passiert bei der Dysplasie-Untersuchung?

Während der Untersuchung wurde ihr alles genau erklärt: Bei der Dysplasie-Untersuchung wird eine Gewebeprobe aus dem Gebärmutterhals entnommen und der Grad der Zellveränderung festgestellt. In vielen Fällen schafft das Immunsystem selber gegen die Viren anzukämpfen und es ist keine Operation notwendig. Deshalb bemerken viele Betroffene auch gar nicht, wenn eine Zellveränderung im Körper stattfindet. "Bei mir hätten sich die Zellen aber nicht mehr zurückgebildet", sagt Vreni, weshalb eine Operation notwendig war.

Die Gewebeentnahme der Krebszellen war unkompliziert, die erste Periode schmerzhaft

Innerhalb von 15 Minuten wurde ihr das auffällige Gewebe unter Vollnarkose entnommen. "Drei Tage war ich wegen der Nebenwirkung von der Narkose echt platt. Nach einer Woche löste sich der Wundschorf. Als ich dann zum ersten Mal wieder meine Tage bekam, hatte ich unglaublich schlimme Schmerzen im Unterleib", berichtet die Bloggerin. Ihre Frauenärztin versicherte ihr jedoch, dass es leider normal sei und solange sie kein Fieber habe, kein Grund zur Panik bestünde. Es wurde besser und nach vier Wochen durfte sie endlich wieder im Schwimmbad ihre Bahnen ziehen. 

Warum nutzen so wenige Mädchen die HPV-Impfung?

Seit 2007 können junge Mädchen Gebärmutterhalskrebs vorbeugen und die HPV-Impfung durchführen lassen. Obwohl es die Impfung schon mehrere Jahre gibt, ist die Impfrate gering.In der Mehrzahl der Bundesländer soll sie unter 40 Prozent liegen. Das könnte an der allgemeinen Impfangst in Deutschland liegen.
Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes für Frauenärzte, erklärt jedoch gegenüber GALA: "Das Immunsystem von Kindern reagiert sehr gut auf die HPV-Impfung." Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung zwischen neun und vierzehn Jahren. Die insgesamt drei Spritzen sollten vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden. Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen alle Krankenkassen die Kosten. 

Vreni Frost will die HPV-Impfung nachholen

Danach müssen Frauen gegebenenfalls selber für die Impfung aufkommen. Im Fall von Vreni Frost, die nach der OP unter der Gürtellinie wieder fromm und frisch ist, sind das knapp 500 Euro."Wenn ich so viel Geld für eine Tasche ausgeben kann, sollte ich die Summe auch in meine Gesundheit investieren wollen", sagt sie entschlossen. Und auch der Experte empfiehlt Frauen, im Erwachsenenalter die Impfung nachzuholen: "Die Impfung kann nicht vor Infektionen schützen, die schon stattgefunden haben, sondern nur vor künftigen Infektionen." Das kann zum Beispiel bei einem Partnerwechsel der Fall sein, denn die Viren werden durch ungeschützten Sexualkontakt übertragen, wobei auch Oral-oder Analsex ein Auslöser sein kann.

Gebärmutterhalskrebs: Vorbeuge durch Austausch 

Vreni Frost weiß nun einmal mehr, wie wichtig regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt sind. "Im Gespräch mit meinen Freundinnen habe ich festgestellt, wie viele Frauen HPV-positiv sind oder schon bei einer Dysplasie-Untersuchung waren. Das hat mir die Angst genommen", sagt sie im Interview. Gleichzeitig sei es ihr wichtig, dass Frauen sich über intime Themen wie HPV austauschen. Auch das ist eine Art von Vorbeuge.   

Verwendete Quellen: Eigenrecherche, Techniker Krankenkasse, Robert-Koch-Institut

Gala

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