Frühkindliche Bildung und Erziehung: Vorsicht vor den Rasenmäher-Eltern!

In unserem Projekt "GALA - We Are Family" beleuchten wir das Familienleben mit all seinen Höhen und Tiefen. Heute sprechen wir mit Laura Rohde, Kitaleitung kinderzimmer Stubbenhuk in Hamburg, über frühkindliche Bildung und Erziehung.

Vorsicht vor den Rasenmäher-Eltern!

Leben und lernen Kinder heute anders als noch vor 20 oder 30 Jahren? 

In den vergangenen Jahren haben Smartphones, Social Media, Apps und sonstige digitale Gadgets unser Leben verändert und sind Teil unseres Lernverhaltens geworden. Kinder im heutigen Zeitalter wachsen mit Medien auf und dürfen davon auch nicht abgeschirmt werden. Unsere Aufgabe als Pädagogen und Eltern ist es, diese gezielt und sinnvoll einzusetzen. Durch kindgerechte Apps können Eltern das Lernen unterstützen und die Medienkompetenz der Kinder fördern. Dabei ist es wichtig, einen gesunden Umgang mit Medien zu fördern und Smartphones oder Tablets bewusst, jedoch nicht im Übermaß anzuwenden.

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©Gala

Auch die zunehmend längere Betreuungszeit pro Tag in der Kita, der Grundschule und der Nachmittagsbetreuung steuern das Lernen der Kinder anders. Das Thema Vorschule, in der die Viereinhalb- bis Sechsjährigen fit für die Schule gemacht werden, spielt beim späteren Lernverhalten eine wichtige Rolle. Die Kinder werden dabei nicht nur auf den selben Wissensstand gebracht, auch ihre persönlichen Kompetenzen werden gefördert. Als Grundvoraussetzung für Lernen müssen Bindung und Sicherheit gegeben sein. Nur so können Kinder explorieren und die Umwelt mit Neugierde und Wissensdurst erkunden. Wissen lässt sich mit ganz viel Begeisterung und dem Wecken von Neugierde vermitteln. Hier kommt dem spielerischen Lernen und dem ganzheitlichen Lernen mit allen Sinnen eine große Bedeutung zu. 

Bücher, Gesellschaftsspiele, Autos und Puppen hingegen waren schon vor 30 Jahren eine wichtige Stützen im Lernverhalten von Kindern und sind noch immer wichtiger Bestandteil des spielerischen Lernens im Kitaalltag und Zuhause. Man kann also sagen, dass die Rahmenbedingungen mit dem digitalen Wandel sich geändert haben und viele Vorteile mit sich bringen - aber eben auch früher schon vieles gut war und bewahrt werden sollte.

Laura Rohde, Standortleitung kinderzimmer Stubbenhuk

Heutzutage bereiten die sogenannten „Helikopter-Eltern“ vielen Pädagogen Kopfzerbrechen. Würden Sie diesen Sorgen zustimmen? Wenn ja, wie prägt sich das im Kleinkindalter aus? 

Für Kinder ist es wichtig zu verstehen, dass ihre Bedürfnisse und Sichtweisen akzeptiert werden und sie gewisse Dinge selbst bestimmen dürfen, sie also frei handeln können. Eltern und auch Pädagogen können, wenn nötig, lenken und anleiten, mit den Kindern diskutieren und so vielleicht auch lernen, warum bestimmte Verhaltensweisen in unterschiedlichen Situationen folgen. Kinder sind Experten ihrer eigenen Lebenswelt und es ist unglaublich wichtig, dass wir sie altersgerecht beteiligen. Durch eigene Erfahrungen, Handlungen und dem ganzheitlichen Erleben ihrer Umwelt entwickeln Kinder wichtige frühkindliche Kompetenzbereiche, die für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung notwendig sind. Nichtsdestotrotz benötigen Kinder auch Regeln, um in einer demokratischen Gemeinschaft wie beispielsweise einer Kitagruppe zurechtzukommen.

Mittlerweile sind es aber vor allem die "Rasenmäher-Eltern", deren Ansätze wir durchleuchten müssen. Immer häufiger greifen Eltern in das Spiel oder die sozialen Begegnungen ihrer Kinder ein. Sie entfernen potentielle Hindernisse, bevor ihr Kind darüber stolpern kann. Dabei werden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen starken Personen gehemmt, sie entwickeln keine eigene Motivation und haben keinen eigenen Antrieb, denn sie wissen nur, wie man dem Weg folgt, den die Rasenmäher-Eltern bereits vorbereitet haben, aber sind nicht in der Lage, große oder kleine Entscheidungen zu treffen ohne Hilfestellung von anderen.

In unserer Kita versuchen wir bewusst, Kinder fit fürs Leben und stark für die Zukunft zu machen. Gerade in unserem Vorschulprogramm lernen die Jüngsten sich eine eigene Meinung zu bilden, aber genauso diplomatisch Entscheidungen in und als Gruppe zu treffen und natürlich wichtige Kompetenzen zu stärken. Das ist wichtig, denn im späteren Leben wird nicht immer Mama, Papa oder ein Erzieher dabei sein, wenn Probleme auftreten.

Kita Kinderzimmer Stubbenhuk


Welches sind die Kernkompetenzen, die jedes Kind schon in jungen Jahren beherrschen sollte? Wie versuchen Sie diese zu vermitteln? 

Zu den Kernkompetenzen zählen wir soziale Kompetenzen, kognitive Kompetenzen, motorische Kompetenzen und physische Kompetenzen. Diese Kernkompetenzen stellen unsere persönlichen Ziele dar, mit welchen wir eine starke Persönlichkeit ausbilden. Wir orientieren uns hier an den sieben Hamburger Bildungsempfehlungen: Musik, Mathematik, soziale und kulturelle Umwelt, Kommunikation, Körper/Bewegung/Gesundheit, bildnerisches Gestalten und Natur/Umwelt/Technik.

Im kinderzimmer haben wir für jeden Bildungsbereich einen eigenen Superhelden, der Eltern, Erzieher, aber vor allem unsere Kinder durch die Inhalte begleitet und uns diese spielerisch erfahren lässt. Neben der reinen Information zu diesen Kompetenzen steht das persönliche Ausprobieren und Erleben an oberster Stelle.

Begeisterungsfähigkeit schon bei den Kleinsten wecken und die Neugier über Jahre erhalten - wie macht man das?

Das Tolle ist ja, dass Kinder von Natur aus neugierig sind und eine  ausgeprägte intrinsische Motivation besitzen, Neues zu erleben und zu erlernen. Wichtig ist aber auch, dass wir auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes eingehen, uns anschauen welche individuellen Interessen bestehen und dort anknüpfen, wo die Kinder gerade stehen. Das bedeutet in der Praxis, dass wir die Themen behandeln, die sich die Kinder anschauen. Wir besprechen im Morgenkreis täglich, was die Kinder machen möchten, welche Themen sie interessieren und welche Ideen sie haben. Darauf bauen wir unsere Inhalte auf und lassen die Kinder anschließen in diese Erlebniswelt eintauchen. So können sie mit all ihren Sinnen Experimente, Ausflüge, Rollenspiele und vieles mehr erleben. Spielerisches Lernen und ganz viel Spaß steht dabei natürlich im Vordergrund! 

Erfolgsautor Thomas Brezina

"Begeisterung ist wichtiger als Erziehung"

Thomas Brezina

Fern von verstaubten Erziehungsratgebern und Zeigefingern vermitteln wir die persönlichen und inhaltlichen Ziele der frühkindlichen Erziehung durch sieben spaßbringende Superhelden. Wir wollen mit unseren Eltern gemeinsam Pädagogik leben, den Dialog suchen, Sie ermutigen die Themen mit in Ihren Alltag fließen zu lassen und Ihnen einen Ratgeber mit an die Hand geben, der Sie durch die Kitazeit Ihres Schützlings begleitet. Einmal die Woche haben wir einen festen Ausflugstag, den wir nutzen, um selbst zu kleinen Forschern und Entdeckern zu werden. Und das Schöne ist, dass wir dabei auch immer wieder von unseren Jüngsten lernen können, dass es manchmal ganz kleine Dinge sind, die unsere Augen zum Leuchten bringen.

Wird Ihnen als pädagogischer Einrichtung genügend Unterstützung zuteil, um Kinder mit Migrationshintergrund (also mangelnden Deutschkenntnissen) oder körperlichen bzw. geistigen Behinderungen aufzunehmen oder zu integrieren? 

Wir glauben fest daran, dass der Zugang zu frühkindlicher Bildung und Erziehung nicht nur eines der wichtigsten Menschenrechte, sondern auch der Schlüssel zu einer fairen und chancengleichen Gesellschaft von morgen ist. Daher ist es unser Ziel, möglichst vielen Kindern den Zugang zu einem Ort zu gewähren, an dem ihr individuelles Potenzial erkannt und gefördert wird. Im kinderzimmer schöpfen wir aus dem kulturellen Mix in unseren Standorten - sowohl bei den Kindern als auch den Mitarbeitern - viele Vorteile und sehen es als Geschenk, dass wir gegenseitig voneinander lernen können und unsere kulturellen Schätze, Bräuche und Ansätze miteinander teilen dürfen.

Wir sind zwar ein privater Träger, jedoch an das Gutscheinsystem der Stadt Hamburg angelehnt. Herkunft und finanzieller Hintergrund spielen bei uns keine Rolle. In einer multikulturellen Stadt wie Hamburg, wo Deutsch nicht in allen Familien Muttersprache ist, haben wir daher einen sehr hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. 

Star-Kinder

Die süßen Sprösslinge der Stars

Good Morning, Sunshine! Wenn der Tag mit so einem Lächeln beginnt, kann er nur wunderschön werden. Das findet auch Mama und "Nachtschwestern"-Darstellerin Sila Sahin und teilt dieses zuckersüße Portrait von Söhnchen Noah auf Instagram.
Atttaaaacke! Im Hause von Schauspieler James Van der Beek und seiner Frau Kimberley geht die Post ab. Um die Weihnachtszeit sind ihre fünf süßen "Monster" nicht mehr zu bändigen, wie Papa James uns auf Instagram zeigt.
Mmm, so ganz überzeugen können diese Gänse-Pancakes die Kids wohl nicht, obwohl Papa Jimmy Kimmel sich mächtig ins Zeug gelegt hat. Inspiriert zum neuen Pfannkuchen-Design wurde der Late-Night-Entertainer vom Protagonisten seines neuen Kinderbuchs "The Serious Goose".
Von den Schwangerschaftsgelüsten ihrer Mama Milla Jovovich profitiert die vierjährige Dashiel, denn für die beiden gibt es schon zum Mittagessen eine große Portion Eiscreme. 

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Der eine wird Sportler, der andere Wissenschaftler, der nächste Pfleger: Ab wann kann man das Wesen eines Kindes „lesen“ und Prognosen für die Zukunft anstellen? 

Jedes Kind ist individuell und entwickelt eine einzigartige Persönlichkeit. Die Persönlichkeit und Identität eines Kindes entwickeln sich über mehrere Jahre und man sagt sogar, dass die Persönlichkeitsentwicklung niemals abgeschlossen ist. Hier spielen unterschiedliche Faktoren mit ein, wie die Umwelt oder auch genetische Voraussetzungen. Prinzipiell gilt: Wir sollten jedem Kind die Möglichkeit geben, alle Facetten seiner Umwelt ganzheitlich wahrzunehmen und sich nach eigenen Interessen entwickeln. Je mehr Möglichkeiten wir einem Kind geben, desto umfassender können wir ein Kind auf die Zukunft vorbereiten und sie auf einen Weg bringen, den sie gehen möchten. Natürlich stellt man bei Kindern schon im jungen Alter gewisse Interessen und Begabungen fest, die aber nicht zwingend ausschlaggebend für die spätere Berufswahl sein müssen.

Ich hatte als Kind beispielsweise den Wunsch, Tierärztin zu werden, und habe mich erst mit 17 Jahren für die Erzieherausbildung entschieden. Vor zehn Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal hier als Kitaleitung sitze und für ein Gala-Interview Antworten geben würde. Das Leben ist voller Überraschungen und das macht es für uns alle so bunt und aufregend. 


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