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Fat-Cat-Syndrom Wie das Mindset einer zufriedenen Katze Erfolge verhindern kann

Schlafende Katze auf Tastatur | Fat-Cat-Syndrom: Wie das Mindset einer zufriedenen Katze Erfolge verhindern kann
© Sonja / Adobe Stock
Wer schon mal eine vollgefutterte Katze in der Sonne hat fläzen sehen, weiß, wie selbstzufrieden die Samtpfote dabei aussieht. Nach dieser Geisteshaltung ist ein Phänomen benannt, das sogenannte Fat-Cat-Syndrom. Das lässt uns nachlässig werden und kann letztlich dafür sorgen, dass wir weniger erfolgreich sind.

Einen Erfolg zu erleben, ist ein schönes Gefühl. Wir sind stolz, wenn uns im Job ein Projekt gelingt und wir dafür Lob einheimsen. Wir freuen uns, wenn wir in der Uni mit Bestnoten glänzen können. Die Gefahr an dieser Geisteshaltung: Wir könnten uns auf den Lorbeeren ausruhen und uns in Zukunft weniger Mühe geben. Denn wir gehen dann häufig unbewusst davon aus, dass uns auch beim nächsten Mal alles so gut gelingen wird.

Fat-Cat-Syndrom: Warum noch anstrengen, wenn es doch schon mal geklappt hat?

Es gibt sogar einen Namen für dieses psychologische Phänomen: das Fat-Cat-Syndrom. Das plakative Bild beschreibt dieses Mindset perfekt. Man hat sofort eine runde, selbstzufriedene Katze vor Augen, die nach dem Verspeisen einer fetten Maus in der Sonne fläzt. Und diese Katze hat vermutlich eher nicht vor, sich in naher Zukunft die Pfoten wieder schmutzig zu machen.

So verhält es sich offenbar auch oft mit uns Menschen. Denn haben wir unsere Beute erst mal erlegt – sprich: den Auftrag bekommen, die Präsentation erfolgreich absolviert oder die Klausur mit einer Eins zurückbekommen –, kann das unsere Motivation minimieren, die nächste metaphorische Maus zu jagen.

Das selbstgefällige Mindset findet sich auch in Unternehmen

Aber nicht nur einzelne Menschen oder faule Katzen fallen dem Fat-Cat-Syndrom zum Opfer. Es lässt sich auch oft in der Wirtschaft beobachten. Laut Adam Grant, einem Organisationspsychologen und Autor, zeigt sich das Phänomen häufig in Unternehmen, die sich gegen Veränderung und Innovation wehren. In seinem TED-Talk, einem Videovortrag, zum Thema erklärt er: "Denken Sie an eine Zeit, in der Sie ganz oben auf dem Treppchen standen. Wollten Sie da wirklich etwas an dem aktuellen Zustand ändern? Nein, natürlich nicht. Wahrscheinlich wurden Sie sogar überheblich und haben sich geweigert, neue Dinge auszuprobieren."

Besonders erfolgreiche Unternehmer:innen sind häufig davon überzeugt, dass ihre Organisationsstruktur, ihre Dienstleistung oder ihr Produkt perfekt sind und bis in alle Ewigkeit so gut funktionieren und ankommen werden, wie das in der Vergangenheit der Fall war. Durch frühere Erfolge träge gemacht, verschließen sie die Augen davor, dass die Welt sich weiterdreht und auch sie sich weiterentwickeln müssen.

Besonders tückisch am Fat-Cat-Syndrom ist, dass die betroffene Person oder Personengruppe häufig erst zu spät merkt, wie sehr dieses bequeme Mindset schaden kann und dass so zukünftige Erfolge ausbleiben können. Die Haltung der selbstzufriedenen Katze schleicht sich oft langsam in den Alltag, man ertappt sich bei Gedanken wie "Ach, auf das Kundengespräch brauche ich mich nicht vorzubereiten, das kann ich im Schlaf" oder "Warum sollten wir unser Produkt anpassen, schließlich läuft es schon seit Jahrzehnten gut". Und die Erkenntnis kommt oft zu spät, wenn der Deal schon geplatzt ist oder Wettbewerber einem den Rang abgelaufen haben.

Wie kann man sich vor dem Fat-Cat-Syndrom schützen?

Die wichtigste Fähigkeit, um uns vor der selbstgefälligen Haltung zu schützen, ist Reflexionsvermögen. Denn dass wir es uns auf unseren Lorbeeren sehr bequem gemacht haben, müssen wir erst mal erkennen, bevor wir etwas daran ändern können. Es hilft also, sich selbst regelmäßig kritisch zu hinterfragen. Gehe ich schon davon aus, dass etwas klappen wird, weil ich vorher dabei Erfolg hatte? Bin ich nicht wirklich bereit, etwas für das Gelingen zu tun oder etwas dafür zu ändern? Wer sein Mindset immer wieder auf diese Weise überprüft, ist zumindest weniger gefährdet, dem Fat-Cat-Syndrom zum Opfer zu fallen.

Verwendete Quellen: ted.com, medium.com, spiegel.de

mbl Gala

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