VG-Wort Pixel

Real(ity) Love Laut Expertin: 5 Dating-Fehler, die fast alle Kandidatinnen bei "Der Bachelor" machen

Der Bachelor: Dominik Stuckmann mit den Kandidatinnen auf einem Date
© RTL / PR
Reality TV ist im weitesten Sinne Bildungsfernsehen – denn aus dem Verhalten des Casts können wir einiges lernen. Eine Dating-Expertin verrät, welche Fehler die meisten Bachelor-Kandidatinnen begehen und wie sie sich vermeiden lassen. 

"Der Bachelor" ist nicht umsonst eines der beliebtesten Dating-Formate weltweit. Denn wenn 20 Frauen um das Herz eines Mannes konkurrieren, gibt es in der Regel jede Menge zu sehen. An Tränen, Streit, Romantik und Zärtlichkeit mangelt es der Show normalerweise nicht, zudem bieten die Protagonist:innen vielen Menschen Identifikationspotenzial – insbesondere durch ihre Schwächen und Fehler, in denen wir uns als Zuschauer:innen bewusst oder unbewusst wiedererkennen können.

Leider muss der Bachelor gemäß den Spielregeln der Show jede Woche eine Entscheidung treffen und ein paar Damen nach Hause schicken, daher sind Fehler in diesem Fall nicht nur sympathisch, sondern können sich auch ganz schnell rächen.

Vanessa Gericke ist ausgebildete psychologische und systemische Beraterin und hat sich darauf spezialisiert, Single-Frauen bei der Partnersuche zu helfen. Sie verfolgt "Der Bachelor" bereits seit mehreren Staffeln und beobachtet immer wieder ähnliche Fehler, die viele Teilnehmerinnen bei ihren Dates mit dem Bachelor begehen und durch die sie ihre Chancen auf eine Rose mindern.

Laut Expertin: 5 Dating-Fehler, die fast alle Kandidatinnen bei "Der Bachelor" machen

1. Smalltalk statt Deep-Dive

"Wo wohnst du, was machst du, wie alt bist du" – gerade am Anfang stellen fast alle Kandidatinnen die gleichen Fragen und arbeiten sich an denselben Themen ab. Allerdings kratzen die meisten dabei nur an der Oberfläche, kaum eine Kandidatin hakt weiter nach. "In der dritten Woche haben wir noch immer keine Teilnehmerin fragen hören, warum der Bachelor denn auf Gran Canaria lebt", sagt Vanessa Gericke zu der aktuellen Staffel 12 mit Dominik Stuckmann. Dabei seien Warum-Fragen generell viel geeigneter als Was-Fragen, um einen Menschen wirklich kennenzulernen, so die Expertin. Wer sich also von den anderen abheben, einen besonderen Eindruck hinterlassen und dem Bachelor schnell näherkommen möchte, überlässt den Mitkandidatinnen Smalltalk – und wagt rasch den Deep-Dive.

2. Tabu-Themen zur Begrüßung

Üblicherweise dauert es nicht lange, bis in einer neuen Bachelorstaffel bekannt ist, wie viele Kinder der neue Rosenkavalier haben möchte und wie er sich seine Hochzeit vorstellt – weil immer ein paar Anwärterinnen sofort danach fragen. Für Vanessa Gericke ist es jedoch ein Fehler, zu schnell zu den schwierigen Fragen zu springen. "Themen wie Kinderwunsch und Heiraten anzusprechen, ist eigentlich erst in einer späteren Kennenlernphase angebracht, wenn bereits klar ist, dass man sich eine gemeinsame Zukunft wünscht", sagt die Expertin. "Andernfalls fühlen sich Männer, beziehungsweise fühlt sich vielleicht der Bachelor, schnell einem 'Erfüllungsdruck' ausgesetzt, wodurch die Chance auf die letzte Rose kleiner wird."

Sicher ist es irgendwo nachvollziehbar, dass Kandidatinnen direkt ihre ernsthaften Absichten betonen wollen und herausbekommen möchten, ob sie in den wichtigen Punkten mit dem Bachelor übereinstimmen würden. Aber was wäre denn eigentlich, wenn nicht? Würden sie die Show dann konsequent verlassen? Auf jeden Fall wäre es einfacher und geschickter, den Bachelor erst einmal kennenzulernen, ehe man eine Zukunft mit ihm plant und über Kindernamen diskutiert. Eine weitere Frage, von der Vanessa Gericke abrät, sie als Rosenanwärterin freiwillig frühzeitig zu stellen, ist übrigens: "Warum bist du eigentlich Single?" Denn mal im Ernst: Wer hat schon Lust, darauf vor laufenden Kameras zu antworten?

3. Gespräche crashen

Bei Gruppendates wie bei der Nacht der Rosen – immer wieder ringen sich Kandidatinnen dazu durch, Gespräche zwischen dem Bachelor und anderen Teilnehmerinnen zu unterbrechen, der Bachelor-Fachbegriff dafür lautet crashen. Laut der Beziehungsexpertin könnten sich die Ladys diese Überwindung jedoch getrost sparen und sich stattdessen darauf konzentrieren, ihrem Rosenkavalier über die Distanz Interesse zu signalisieren, etwa durch Blickkontakt, Anlächeln, eine zugewandte Körperhaltung. "Die meisten Männer mögen es nicht besonders, wenn Frauen zu offensiv sind und versuchen, die Kontrolle zu übernehmen", so Vanessa Gericke. Für viele Männer sei der Anreiz größer, wenn sie selbst auf eine Frau zugehen, sie Stück für Stück entdecken und sich nicht hundertprozentig sicher sein könnten, dass die Frau sie will. Wer sich also wirklich geschickt anstellt, bringt den Bachelor dazu, sie um ein Gespräch zu bitten, anstatt andere Gespräche zu crashen – und entgeht damit sogar der Gefahr einer Abfuhr.

4. Unangebrachte Besitzansprüche

Beziehungsexpertin Vanessa Gericke
Die Beziehungsexpertin Vanessa Gericke ist darauf spezialisiert, Single-Frauen bei der Partnersuche zu unterstützen. 
© Nils L'hoest / PR

Eifersuchtsszenen und Besitzansprüche hält Vanessa Gericke in dem Format Der Bachelor grundsätzlich für problematisch. "Er ist nun einmal in dieser Position, dass er mehrere Frauen gleichzeitig kennenlernt, da ist es schwierig, schon am Anfang eine Sonderstellung für sich zu beanspruchen", sagt sie. Wahrscheinlich wirken Eifersucht und Besitzansprüche in dieser Situation eher abschreckend auf den Rosenkavalier, da sie die Lage für ihn unangenehmer machen – und Menschen, die in uns unangenehme Gefühle wecken, finden wir tendenziell weniger attraktiv als solche, die wir mit angenehmen Emotionen verbinden. Von daher, auch wenn es schwerfällt: durchatmen, cool bleiben, Selbstvertrauen. Und dann gibt es das Recht auf ausgelebte Eifersucht und Besitzansprüche zusammen mit der letzten Rose.

5. Ungünstige Körpersprache

Ob es die Kameras sind, die Fernsehteams oder die Anwesenheit des wieder einmal fabelhaft gecasteten Bachelors – laut Vanessa Gericke sieht man vielen Kandidatinnen ihre Nervosität auf den Dates deutlich an. So sei etwa das typische Mit-den-Haaren-Spielen meist keine Flirtgeste, sondern ein Signal von Unsicherheit, auch ihr Lachen erscheine oft ein bisschen drüber und nervös. "Selbstbewusstsein wirkt auf die meisten Männer attraktiver als Unsicherheit", sagt die Expertin. Es weckt Vertrauen und vermittelt eher ein positives Gefühl als Nervosität. Am besten sei laut Vanessa Gericke, einfach die Körpersprache des Gegenübers zu spiegeln, wenn das passt. Also zurücklehnen, wenn er sich zurücklehnt, sich zuwenden, wenn er sich zuwendet und so weiter. Erscheint vielleicht nicht besonders originell – ist aber meistens sehr wirksam.

Eine neue Folge "Der Bachelor" läuft aktuell jeden Mittwoch um 20.15 Uhr bei RTL und ist zum Streamen bei RTL+ verfügbar. Mehr über unsere Expertin erfährst du auf ihrer Website vanessagericke.com.

sus Gala

Mehr zum Thema


Gala entdecken