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Neuropsychologie Die 3 verschiedenen Denkweisen unseres Gehirns

Frau schaut in die Ferne: Die 3 verschiedenen Denkweisen unseres Gehirns
© nolonely / Adobe Stock
Auch wenn kein Gehirn dem anderen exakt gleicht, gibt es bestimmte Denkweisen, die wir Menschen alle manchmal nutzen. Eine steht bei den meisten Personen im Fokus – und die bestimmt, wie wir die Welt sehen und wie wir handeln.

Es verwertet Informationen und Sinneseindrücke in wenigen Sekunden und arbeitet wie ein Hochleistungscomputer – unser Gehirn ist schon ein beeindruckendes Organ. Seine wichtigste Funktion ist das Denken. Und das sieht bei jedem Menschen ein wenig anders aus. Eine weitere ganz wunderbare Eigenschaft des Gehirns ist die Neuroplastizität. Die besagt, dass unser Gehirn seinen Aufbau mit den Nervenzellen und Synapsen immer wieder verändern und damit auf neue Situationen und Anforderungen reagieren kann. So kann unser Gehirn sich jeden Tag weiterentwickeln, neue Denkweisen erarbeiten und nutzen. Einige Menschen nutzen diese Fähigkeit allerdings mehr, andere weniger.

Es gibt drei Haupt-Denkweisen, die uns allen grundsätzlich zur Verfügung stehen, die wir aber eben nicht alle im selben Maße umsetzen. Welche Denkweise vorwiegend bei uns zum Einsatz kommt, unterliegt vielen Faktoren: unseren Erfahrungen und Prägungen, unserer Umgebung, aber auch den Gedanken und Glaubenssätzen, die wir ganz bewusst kultivieren.

Das sind die 3 Denkweisen unseres Gehirns

1. Logische Denkweise

Wer hauptsächlich logisch denkt, ist meist sehr analytisch und sucht klare Antworten auf seine Fragen. Dabei geht es um Fakten. Auf Probleme schauen wir dann kritisch und sehen nur eindeutige Zuordnungen: Wenn A, dann B. Fördern und praktizieren wir ausschließlich diese lineare Denkweise, verlernen wir möglicherweise die Kreativität, die wir eigentlich alle in uns tragen. Wir haben so vielleicht Schwierigkeiten, neue und fantasievolle Lösungswege für Probleme zu finden. Denn bei der logischen Denkweise geht es vor allem um Kontrolle. Menschen, die so ticken, können Dinge nur schwer begreifen, die nicht in eine klare Schablone passen. Für sie kann es hilfreich sein, die eigene Komfortzone hin und wieder zu verlassen und das kreative Denken bewusst zu üben.

2. Kreative Denkweise

Bei der kreativen Denkweise werden Fragen nicht sofort mit eindeutigen Fakten beantwortet, sondern mit Ideen. Es gibt nicht nur eine klare Antwort, sondern viele mögliche Lösungen. Wer hauptsächlich diesen kreativen Modus seines Gehirns nutzt, ist meist sehr fantasievoll und sprudelt nur so voll neuer Ideen. Solche Menschen sind flexibel und offen für Neues. Auf der anderen Seite fehlt ihnen in einigen Situationen das strukturierte, analytische Element der logischen Denkweise. Wer sich immer nur von Idee zu Idee hangelt, hat vielleicht hin und wieder Probleme, Dinge mit allen Konsequenzen zu Ende zu denken – oder zu bringen.

3. Flexible Denkweise

Der dritte Modus ist die goldene Mitte: die flexible Denkweise. Sie schafft einen Ausgleich zwischen den anderen und nutzt so das Beste aus beiden Welten: Zur Problemlösung werden die analytischen Fähigkeiten der logischen Denkweise mit der Offenheit und der Fantasie der kreativen Denkweise verknüpft. Wer so arbeitet, schafft es häufig, Herausforderungen mit der nötigen Rationalität zu betrachten, aber gleichzeitig offen für kreative Lösungen zu sein. Diese flexible Denkweise führt zu wirklichem "Out of the box"-Denken.

Die unterschiedlichen Denkweisen trainieren

Diese drei Denkweisen haben wir alle zu gewissen Anteilen in uns. Aber je nachdem, was uns in unserer Kindheit geprägt hat, welche Werte und Glaubenssätze uns mitgegeben wurden (klassisches Beispiel: "Sei kein Träumer!") und natürlich auch, wo unsere individuellen Vorlieben und Talente liegen, nutzen wir den einen Denkmodus vermutlich häufiger als die anderen.

Das bringt uns wieder zur Neuroplastizität. Denn Denken können wir üben – und zwar auch die verschiedenen Denkweisen. Wenn wir uns einmal genau angeschaut haben, wie unser Gehirn meistens arbeitet, können wir mit etwas Abstand reflektieren, ob das immer zu unserem Besten ist. Denn sehr analytische Typen können sicher hin und wieder davon profitieren, ihre Offenheit und auch ihre Kreativität etwas zu trainieren und so die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Und wer sich eher durch die Welt träumt und sich in vielen Dingen nicht festlegen mag, tut vielleicht manchmal gut daran, seine logischen Fähigkeiten und seinen Realitätssinn ein wenig herauszufordern und seine Talente so gewinnbringend einzusetzen.

Aber letztlich zeichnet ja genau das uns Menschen aus: unsere Vielfalt und dass keiner so ist, denkt und handelt wie der andere. Sich damit zu beschäftigen und zu hinterfragen, wie wir eigentlich ticken, kann uns helfen, uns selbst besser zu verstehen. Denn "Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind" – das wusste schon Albert Einstein.

Verwendete Quellen: gesundheitsinformation.de, teachthought.com, blog.neuronation.com, gedankenwelt.de

mbl Gala

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