Tschüss Tampon-Tax!: Bundesamt senkt Mehrwertsteuer für Tampons und Co.

Die Petition der "Neon"-Redaktion und dem deutschen Unternehmen "Einhorn" hatte Erfolg: Ab 2020 wird die Mehrwertsteuer von Damenhygieneprodukten von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Ein erster Erfolg, der das Thema aber längst nicht beendet. 

Der Bundestag hat entschieden: Ab 2020 wird es die Tampon-Steuer nicht mehr geben.

Tschüss, Tampon-Tax! Der deutsche Staat hat bislang 19 Prozent Mehrwertsteuer für den Kauf einer Packung Damenhygieneartikel berechnet. Kaviar hingegen wird derweil nur mit dem ermäßigten Satz von 7 Prozent besteuert. Weil diese Ungerechtigkeit schon viel zu lange Bestand hatte, haben sich die "Neon"-Redaktion und das Berliner Unternehmen "Einhorn" mit einer Petition an den Bundestag gewandt – mit Erfolg! 

Bundestag entscheidet: Abschaffung der Tampon-Steuer

Über 81.000 Menschen unterschrieben die Petition, zahlreiche Prominente riefen zum Handeln auf. Ein Aufschrei, den die deutsche Politik nicht länger ignorieren konnte. Der Beschluss lautet nun, dass die Tampon-Steuer ab dem 1. Januar 2020 der Vergangenheit angehört und die besagten Produkte nur mit 7 Prozent besteuert werden. 

Wer glaubt, wir seien damit schon am Ziel, irrt. Frauen leben im Durchschnitt etwa 38 Jahre mit ihrer Periode. Eine Studie aus Großbritannien hat ergeben, dass sich in dieser Zeit Kosten in Höhe 16.000 bis 20.000 Euro ansammeln. In dieser Summe sind Schmerztabletten, Hygieneprodukte und Kosten für neue Unterwäsche miteingeschlossen. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer ist der erste Schritt in die richtige Richtung. 

Hygieneprodukte for free

Schottland zeigt, was als nächstes folgen muss, denn die Regierung reagierte schon 2018 auf eine alarmierende Umfrage der britischen Zeitung "The Guardian". Der zufolge hatte bereits jede vierte Schülerin oder Studentin Probleme, die finanziellen Mittel für Hygieneartikel aufzutreiben, weshalb sie dem Unterricht ferngeblieben ist und ihre Bildungsmöglichkeit verpasst hat. Die Lösung soll ein 5,2-Millionen-Pfund-Plan der Regierung sein: Schülern und Studenten sollen Hygieneartikel frei zur Verfügung gestellt werden. "Es ist eine Schande, dass es in einem reichen Land wie Schottland, immer noch Menschen gibt, die sich einfache Hygieneartikel nicht leisten können", so eine Sprecherin der Regierung bereits im vergangenen Jahr. Folgeplan soll außerdem sein, Tampons und Binden auch in öffentlichen WCs frei auszugeben. 

Von wegen Zwangspause

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Die Periode bleibt teuer

Auch in Deutschland gibt es Frauen, die während ihrer Periode jede Münze dreimal umdrehen müssen. Das zeigt der Hartz-IV-Regelsatz, der für die "Gesundheitspflege" derzeit 16,11 Euro im Monat vorsieht. Diese Summe soll von der Zahnbürste bis zum Arztbesuch alles abdecken. Es steht außer Frage, dass noch einige politische Entscheidungen notwendig sind, um die Periode tatsächlich zu liberalisieren. 

Quelle: Neon, The Guardian, Hartziv.org

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