Kitzbühel: High Snowciety

Das berühmte Hahnenkammrennen hat so viel Strahlkraft wie selten: Am letzten Januarwochenende verwandelte sich Kitzbühel zum Mekka für über 50 000 Ski-Fans - und zum Partymittelpunkt der Ski-Schickeria. "Gala" besuchte den Zirkus

Pünktlich zum Start des Hahnenkammrennens kam endlich der Schnee. Zu spät zwar, um den legendären Hausberg befahrbar zu machen, aber genau rechtzeitig, um den Gästen eine perfekte Kulisse für das alpine Sportspektakel zu bieten: Kitzbühel als Wintertraum mit adrett überzuckerten Häuschen und verschneiten Hängen. Und der Schnee lieferte einen Grund, endlich die Wintergarderobe auszuführen. Bei acht Grad und braunen Hügeln hätten sich Pelz und paillettengeschmückte Moonboots schließlich nur halb so schön getragen.

Kondition ist an diesem Wochenende gefragt, nicht nur bei den Assen auf der Piste. Drei Tage Dauerfeiern verlangt auch den illustren Gästen einiges ab. David Coulthard klammert sich samstagnachts bei der "Kitz Race Night" schon etwas müde an sein Bierglas und schaut dem Auftritt von Sängerin Emelie Sandé zu. Kein Wunder, das erste Helle hatte der Ex-Formel-1-Fahrer bereits mittags um zwölf an gleicher Stelle, im VIP-Zelt an der Streif. Und dazwischen musste er noch beim Charity-Rennen zugunsten der Kitzbüheler Almbauern mitfahren. Auch Franzi van Almsicks Lebensgefährte Jürgen B. Harder wünscht sich ins Bett. Das Paar war am Abend zuvor bei Designerin Fiona Swarovski eingeladen. Sie hatte ihren Geburtstag mit 30 Freunden bei sich zu Hause nachgefeiert, und ja, es wurde spät. Aber natürlich wird auch an diesem Abend niemand früh nach Hause gehen, und irgendwann treffen sich alle in der Disco "Take Five" wieder.

Wer nicht privat eingeladen ist, feiert bei einer der vielen Partys. Wenn am Freitagabend die "Audi Night" im "Hotel zur Tenne" stattfindet, stehen Hunderte Schaulustige an den Barrikaden, während auf der eigentlich verkehrsberuhigten Einkaufsstraße Vorderstadt im Sekundentakt prominente Gäste zum roten Teppich vorgefahren werden. Der Automobilhersteller ist seit 14 Jahren Partner des Weltcup-Rennens und dominiert mit über 100 Shuttle-Autos das Straßenbild in diesen Tagen. Drinnen warten der Held des Tages, Slalomsieger Felix Neureuther, und ein Konzert von James Blunt auf die Gäste.

Ab in den Schnee

Winterspaß der Stars

Ja, was denn nun? Badespaß oder Winter-Fun? Wenn man Kourtney Kardashian heißt und gerade ihren Wellness-Urlaub in Finnland verbringt, geht natürlich auch beides. In Luxus-Ausführung versteht sich!
Wenn Prinzessin Victoria, Prinz Daniel, Prinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit aufeinandertreffen entstehen solche lustigen Selfies. Die schwedischen und norwegischen Royals sind im schwedischen Åre (nicht weit von der norwegischen Grenze entfernt) bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft zu Gast. 
Es bleibt aber auch noch ein wenig Freizeit und so begibt sich das royale Quartett selbst auf die Bretter. 
Eine Schneedusche am Morgen vertreibt Kummer und ... Müdigkeit! Florian David Fitz wird beim Spaziergang durch den Wald von einer ordentlichen Ladung Schnee munter gemacht. Auf Instagram teilt er ein Foto der lustigen Situation und schreibt: "Gerade 13 Kilo Schnee auf den Kopf bekommen. Jetzt bin ich wach."

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Gediegen geht es im "Hotel zur Tenne" zu - beim "Stanglwirt" im 15 Kilometer entfernten Going herrscht dagegen Oktoberfest-Stimmung. Der Dresscode ist Tracht, die Musi zünftig. Die Prominenten treffen sich am "Stammtisch", und auch Arnold Schwarzenegger kommt auf eine Weißwurst mit seiner neuen Flamme Heather Milligan vorbei, die bereits das Wort "Kaiserschmarrn" unfallfrei aussprechen kann und alles ganz "great" und "lovely" findet.

Wenn Arnold Schwarzenegger zum Rennen kommt, ist das ein Bohei wie bei einem Staatsbesuch. Seine neue Freundin Heather Milligan störte das nicht, sie freute sich, endlich mal ein Dirndl tragen zu können.

Die "steirische Eiche" ist das dritte Jahr in Folge beim Hahnenkammrennen, wohnt im "Stanglwirt", weil die "so einen super Gym" haben. Sein Gulasch, versichert wiederum Johannes Mitterer, der Direktor des "Hotel zur Tenne", esse Schwarzenegger aber immer gerne bei ihm.

Während sich die Hoteliers um die Gunst der Stars bemühen, nimmt Promi-Wirtin Rosi Schipflinger sie in ihren "Sonnbergstuben" alle mütterlich unter die Fittiche. Guido Westerwelle genießt hier bei der "A1 Kitz Night" seinen Urlaub - er ist, wie er betont, nur Begleitung seines Ehemanns, Sportmanager Michael Mronz, der zur geschäftlichen Kontaktpflege mit den Organisatoren des Rennens angereist ist.

Am Samstagmorgen findet sich dann die Gesellschaft mehr oder minder fit zum Höhepunkt des Wochenendes ein: dem Abfahrtsrennen auf der Streif. Das war nicht immer so, erzählt der ehemalige Skiprofi Markus Wasmeier: "Zu meiner aktiven Zeit drehte sich hier alles nur um die Party. Keiner wusste, wer gewonnen hatte. Ich finde es gut, dass der Sport wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt ist." Abends wird im VIP-Zelt denn auch Abfahrtssieger Hannes Reichelt, 33, mit Standing Ovations begrüßt, bevor sich die Gäste wieder ihrem Hummersalat zuwenden.

Gala

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Hoch oben über der Streif leuchten derweil die vier Audi-Ringe. Lokalmatador Red Bull soll das so geärgert haben, dass dem daneben liegenden Pistentor mit dem Signet der Energiebrause schnell ein paar Lämpchen verpasst wurden. Nun scheint es vergleichsweise klein und ein wenig nutzlos vor sich hin, denn die Abfahrt der Herren wurde dieses Jahr wegen des wochenlangen Schneemangels auf die danebenliegende und ungleich leichtere "Tussi-Abfahrt" verlegt. Hansi Hinterseer, stets wohlfrisierter Schlagerstar und Ex-Skirennläufer, findet das nicht schlimm. Er ist hier aufgewachsen, fuhr schon als Dreijähriger die Streif hinab. Die Faszination dieser legendären Abfahrt erklärt er so: "Die letzten 40 Sekunden kommt man in den Blick der Zuschauer und fährt direkt in die Kulisse der Stadt hinein. Für einen Österreicher die beste Abfahrt der Welt." Für alle anderen ein guter Grund zum Feiern.

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