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Kerkelings Woche Frisch hapeziert!

Hape Kerkeling
© Felix Rachor
Warum ich Englands "Königspinguin" echt vermissen werde
Liebe Gala-Freunde,

kann man als Kolumnist Lampenfieber haben? Ich schon! Seien Sie ehrlich: Das Letzte, was Sie über mich gehört haben, war vermutlich, dass ich im Februar den Bundespräsidenten von der SPD für die CDU mitwählen durfte, ganz schön "moppelig" geworden bin und heimlich einen gewissen Nils oder Ole geheiratet haben soll. Ich bin aber auch spannend, gell? Mir schmeckt’s nun mal. Und die "Ehe" hat meinen Appetit nicht wirklich gezügelt.

Da sage ich kürzlich zu meiner zweitbesten Freundin Gudrun, als sie gerade an einem Gläschen Weißweinschorle nippt: "Gudrun! Ich möchte mich noch einmal neu erfinden. Siehst du mich eher als Extremsportler beim Iron Man oder als Abt eines buddhistischen Klosters am Titisee?" Die Antwort schießt nur so aus ihr heraus: "Du liebst Entertainment, stilvollen Klatsch und die Royals! Entweder du schulst um auf Undercover-Butler im Buckingham-Palast – oder du wirst Gala-Kolumnistin!" Ja, sie hat Kolumnistin gesagt. Ohne mit der Wimper zu zucken.

Erklärend sollte ich hier vielleicht anfügen: Gudrun ist eine beinharte Gendering-Aktivistin. Von ihr weiß ich, dass Gendering kein Stadtteil von München ist, sondern eine feministische Lebenseinstellung. Insofern ist ein Mann, der in eine Frauendomäne vordringt, in ihren Augen konsequent eine Kolumnistin. Bitte fühlen Sie, liebe Leserinnen, sich auch immer von meinem Gruß "Liebe Gala-Freunde" angesprochen.

Ein Mann in einer Frauendomäne – da bin ich doch schon bei der Königsdisziplin: Let’s talk royal!

Ich kann mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass er, der so lange Schirmherr oder mindestens VIP-Mitglied von fast 800 Organisationen war, nach 65 Dienstjahren aufhören will. Seine Königliche Hoheit Prinz Philip, der Gemahl der Queen, Extra-Ritter des nobelsten Ordens der Distel, nimmt ab Herbst keine offiziellen Termine mehr wahr. Zwar hat man im Moment den Eindruck, ihn häufiger denn je zu sehen, doch mit 96 wird er wirklich Rentner. Seine Frau geht aber weiter arbeiten. Sie hat schließlich vor Gott einen Eid darauf abgelegt, ihren Job das ganze Leben lang zu machen.Was Philip betrifft: Vielleicht verleihen die Briten dem Prinzgemahl doch noch den Titel eines Königs? So als Goodie? Ich finde, er braucht das nicht. Ihm zu Ehren wurde längst der Prinz-Philip-Gletscher in der Antarktis benannt. Man hat ja fast den Eindruck, die Pinguine tragen extra für ihn Frack! Und auf der Pazifikinsel Tanna wird Philip gar als lebende Gottheit verehrt. Dem Mythos zufolge verließ einst der Sohn des Berggeistes die Insel, um jenseits des Meeres eine mächtige Frau zu ehelichen ...

Prinz Philip
© Getty Images

Eine Frage quält mich: Wer soll Philips Termine übernehmen? Die sehr schmalen Schultern von Herzogin Kate können ja nicht alles tragen, und Prinz Harry ist derzeit blind vor Liebe, da herrscht Stolpergefahr.

Also: Wer ist weltgewandt und dazu noch geübt im Einweihen? Costa Cordalis! Der gebürtige Grieche und gelernte Dschungelkönig hat sich bereits bei der Eröffnung unzähliger Möbelhäuser bewährt. Er ist zwar kein Gott, dafür tanzt er wie einer. Um hier noch mal auf mein Premieren-Lampenfieber als Kolumnist zurückzukommen: Es kribbelt immer noch im Bauch. Doch jetzt ist es einfach ein wunderschönes Gefühl.

Ich drücke Sie! Ihr Hape Kerkeling

Gala


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