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Jörn Schlönvoigt "Alle Kinder lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein."

Jörn Schlönvoigt
© Isa Foltin / Getty Images
Jörn Schlönvoigt macht sich für das Thema Inklusion stark. GALA sprach mit dem GZSZ-Star über seine Herzensangelegenheit.

Vor allem Papa, dann Schauspieler: Jörn Schlönvoigt, 35, verbinden natürlich viele Fans mit seiner Paraderolle des Philip Höfer in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Aber der Berliner ist viel mehr als nur Mime in der erfolgreichsten Daily Deutschlands. Seit 2018 ist er mit Hanna Weig, 25, verheiratet, sie haben eine gemeinsame Tochter, Delia, 4. Der Vollblut-Papa setzt sich für das Thema Inklusion ab Kindesalter ein, er ist Botschafter der Aktion "Stück zum Glück": In Kooperation mit REWE und Procter & Gamble engagiert sich die Aktion Mensch für den Bau barrierefreier Spielplätze in Deutschland. Mit uns sprach er über sein Engagement und dieses wichtige Thema.

Jörn Schlönvoigt: Interview zum Thema Inklusion

GALA: Was bedeutet Inklusion für Sie persönlich?
Jörn Schlönvoigt: Inklusion bedeutet für mich, dass jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, einfach ganz natürlich dazu gehört. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast. Jeder soll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Deswegen setze ich mich seit einigen Jahren für die Initiative „Stück zum Glück“ ein und finde es klasse zu sehen, dass es immer mehr Spielplätze gibt, auf denen Inklusion möglich ist und stattfindet.

Wie sprechen Sie mit Ihrem Kind über Inklusion?
Ich bringe meine Tochter bei, dass es ganz viele unterschiedliche Menschen auf der Welt gibt, aber wir dennoch alle gleich sind – wichtig ist unter anderem der gegenseitige Respekt und die Aufgeschlossenheit. Daher haben wir gemeinsam einen inklusiven Spielplatz in Berlin besucht, den wir mit der Initiative verwirklichen konnten. Dort hatte sie Kontakt mit vielen anderen Kindern, mit und ohne Behinderungen. Das ist meines Erachtens sehr wichtig, denn Kinder erfahren im täglichen Miteinander, was zusammen möglich ist und was jeder Einzelne braucht. Alle Kinder lernen, dass es normal ist, verschieden zu sein. Dadurch wird der Spielplatz zum Ort der Begegnung und Kinder erlernen spielerisch den Umgang miteinander, so entstehen erst gar keine Barrieren im Kopf.

Jörn Schlönvoigt und Tochter Delia
Jörn Schlönvoigt und Tochter Delia
© Privat

Was für konkrete Veränderungen würden Sie sich heute wünschen, im Hinblick auf Kinderspielzeuge oder Spielplätze?
Ich wünsche mir, dass es deutlich mehr inklusive Spielplätze gibt. Denn es hat einen positiven Impact auf die Kinder und die Nachbarschaft, wenn ein barrierefreies Miteinander möglich ist, in einer schönen spielerischen Atmosphäre.

Durch „Stück zum Glück“ werden Besuchern, Familien und Kindern ein inklusiver Spielplatz zur Verfügung gestellt, der wirklich von jedem Kind und Jugendlichen genutzt werden kann. Wie wir aus unserer eigenen Kindheit wissen, ist ein Spielplatz nicht nur bei schönem Wetter die Hauptanlaufstelle, fast jede freie Minute der Kinder und Jugendlichen wird auf dem Spielplatz und den Spielgeräten verbracht.

So können Kinder mit und ohne Behinderung auf dem Spielplatz zusammenkommen. Alle Spielelemente müssen frei zugänglich sein von allen Kindern erreicht werden können. Doch oft sind die Spielmöglichkeiten für Kinder mit einer körperlichen Behinderung begrenzt. Für Rollstuhlfahrer gibt es kaum Spielmöglichkeiten, daher wurden schon einige Spielplätze für Kinder mit einer körperlichen Einschränkung, um eine Motorikwand, eine Hängeschaukel und ein Bodentrampolin erweitert. Das wünsche ich mir vermehrt. „Stück zum Glück“ geht da als positives Beispiel voran.

"In der Kindheit hatte ich keine Berührungen mit Inklusion"

Was bedeutete Inklusion in Ihrer Kindheit?
In der Kindheit hatte ich keine Berührungen mit Inklusion, umso wichtiger ist es mir heute, mich stark zu machen und meine Präsenz zu nutzen, damit in unserer Gesellschaft niemand ausgeschlossen wird. 

Was wünschten Sie, hätte es rückblickend schon in Ihrer Kindheit gegeben?
Rückblickend hätte man schon deutlich mehr für Inklusion tun können: Es gibt einiges aufzuholen, aber wir sind auf einem guten Weg. Wenn ich mir überlege, wie viel Zeit ich mit meiner Tochter auf Spielplätzen verbringen – da ist es nicht nur die Qualität und Sauberkeit wichtig, sondern auch ein vielfältiges Angebot für alle Kinder.

Wie viel Zeit verbringen Sie auf Spielplätzen?
Wir gehen jede Woche mehrmals auf den Spielplatz. Rutschen, Schaukeln und Klettern stehen ganz hoch im Kurs – Hauptsache, gemeinsame Spielezeit.

Verwendete Quellen: Eigenes Interview
Gala


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