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Janina Uhse "Ich frage mich, ob ich mich jemals unabdingbar lieben kann"

Janina Uhse
© Picture Alliance
Janina Uhse ist mit ihren 30 Jahren erfolgreicher denn je: Nicht nur als Food-Bloggerin, auch als Schauspielerin könnte es nicht besser laufen. Doch Selbstzweifel komplett abzulegen, fällt Janina bis heute schwer. Im GALA-Interview haben wir mit der Schauspielerin über Selbstliebe, Männerprobleme und Freundschaft gesprochen. 

Mit ihrer neuen Rolle als "Dana" in dem Liebesfilm "Berlin, Berlin" zeigt sich Janina Uhse, 30, schauspielerisch von einer komplett anderen Seite. "Es ist nicht das Rollenbild, für das ich sonst gecastet werde", verrät uns die ehemalige "GZSZ"-Schauspielerin im Interview.

Doch die burschikose, pragmatische Art ihrer Rolle, verlangte nicht nur optisch einen radikalen Schritt, sondern diente der 30-Jährigen in einer Sache auch als persönliches Vorbild. Welche das ist, hat sie uns im GALA-Interview verraten. 

Blumenkohlsteaks à la Janina Uhse
Janina and Food

Janina Uhse im GALA-Interview

GALA: In „Berlin, Berlin“ spielen Sie die Rolle der Dana. Die zeichnet sich durch ihre pragmatischen, burschikose Art aus – fiel es Ihnen schwer, sich in diese Rolle einzufinden?
Janina Uhse: Zugegeben: Es ist nicht das Rollenbild, für das ich sonst gecastet werde und auch nicht das, was die Leute in mir sehen. Als ich das Buch las, erschien mir die Rolle als eine große Herausforderung.

Um mich besser in Dana einzufinden, habe ich daher vorgeschlagen, dass man mir die Haare abschneidet.

Und so kam es dann auch: Ich habe mir für das Projekt extra die Haare abgeschnitten. 

Das war mit Sicherheit ein schwieriger Schritt für Sie. 
Total, ich war ja immer ein Langhaarmädchen, aber irgendwie habe ich mich total darauf gefreut, meine Haare einmal abschneiden zu lassen. Die Regisseurin wollte mich erst gar nicht fragen und war sehr froh, dass die Initiative von mir aus kam.

Aber als es dann passiert war und ich kurze Haare hatte, war ich sehr traurig.

Die Euphorie war davor viel größer und jetzt lasse ich sie seit zwei Jahren wieder wachsen, aber es ist ehrlich gesagt ein Kampf. Auch sonst trug ich für die Rolle sehr wenig Make-up, was auch eine Umstellung für mich war.

Janina Uhse: Für die Rolle hat sie sich von ihren langen Haaren getrennt

Werden wir Sie in Zukunft also wieder mit langen Haaren sehen?
Die kurzen Haare haben mir für die Rolle sehr geholfen. Aber auch privat habe ich gemerkt, dass ich anfing, mich anders zu kleiden. Wenn ich jetzt Bilder von mir mit kurzen Haaren sehe, finde ich es cool, aber ich kann sie nicht wirklich stylen (lacht). Theoretisch müsste ich jeden Tag mit dem Glätteisen nachhelfen, damit sie einigermaßen liegen. Ich bin da jedoch eher pragmatisch, was das Hairstyling angeht und somit eher der Langhaartyp.

Was haben Sie von der Rolle gelernt?
Dana wirkt nach außen hin sehr hart, hat aber einen ganz weichen Kern. Außerdem glaubt Dana an die große Liebe, die in ihren Augen jedoch nur glücken kann, wenn man sich selbst auch liebt. Damit trifft sie auch den Nerv der Zeit. Denn Selbstliebe ist ein Thema, mit dem wir uns alle gerade beschäftigen – so geht es zumindest mir und meinem Freundeskreis so. In Sachen Selbstliebe, sich und seinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist, konnte ich einiges von Dana lernen. 

Janina Uhse über Selbstzweifel und Selbstliebe

Sind Sie an einem Punkt im Leben angekommen, bei dem Sie sagen, Sie lieben sich mit all Ihren Ecken und Kanten?
Ich frage mich, ob man jemals an so einem Punkt im Leben kommt, wo man sagen kann ich liebe mich unabdingbar. Früher habe ich mich sehr stark unter Druck gesetzt. Jetzt habe ich gelernt, meinen Perfektionismus abzulegen und akzeptiere mittlerweile, wenn ein Tag auch mal nicht so gut läuft.

Mit mir hart ins Gericht zu gehen, werde ich aber wohl nie abstellen können. 

Sie sind 30 Jahre, verheiratet, haben ein eigenes Kochbuch herausgebracht und sind als Schauspielerin sehr gefragt. Könnten Sie sich vorstellen, Ihr Leben noch einmal zehn Jahre zurück zu spulen? 
Nein, das würde ich nicht wollen. Also wenn ich mir aussuchen könnte, äußerlich nochmal zehn Jahre zurück zu gehen, vielleicht. Aber ich glaube das wird erst akut, wenn ich nochmal zehn Jahre älter bin (lacht). Die Erfahrungen, die ich in den letzten zehn Jahren machen durfte, haben mich so sehr geprägt und sehe jetzt alles so viel klarer, als noch mit 20 Jahren. Also kurzum: Ich möchte nicht noch einmal 20 sein.

„Berlin, Berlin“ lebt von Männergeschichten. Sind Sie froh, jetzt nachdem Sie verheiratet sind, vermeintliche Männerprobleme hinter sich lassen zu können?
Ich war noch nie so eine dramatische Person wie die Figur Lolle im Film.

Ich stand glücklicherweise noch nie zwischen zwei Männern. Privat bin ich derzeit sehr glücklich, so wie jetzt alles ist. 

"Manchmal brauchen Menschen mehr Zeit, um sich von der Person zu lösen"

Was raten Sie einer Freundin, die ständig Männerprobleme hat?
Ich habe tatsächlich eine Freundin, die immer an die falschen Männer gerät. Wenn ein Mann ihr nicht gut tut, dann sage ich es ihr – wenn es sein muss – auch immer und immer wieder.  Aber letztlich sollte sie auf ihr Herz hören und sich fragen, ob es sich gut anfühlt. Einigen Personen kann man das hundert Mal erzählen und sie lernen niemals daraus, aber manchmal brauchen Menschen auch einfach ein bisschen mehr Zeit, um sich von der Person zu lösen und wenn es dann Klick gemacht hat, klappt es meist auch.

Was ist für Sie die Basis einer Freundschaft?
Die Basis einer Freundschaft ist Zuhören. Und eben auch Interesse zeigen an der anderen Person. 

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Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Freunde aus?
Ich glaube tatsächlich, Freunde sucht man sich nicht aus. Das ergibt sich einfach. Danach ist es so, dass man dann Zeit investieren muss und sich bemühen muss, dass diese Freundschaft weiter wächst und sich intensiviert. Aber den Erstkontakt, den kann man sich nicht aussuchen. Entweder man ist sich sympathisch oder es gibt etwas, dass man an der anderen Person anziehend findet oder nicht. 

Die Schauspielerin hat einen kleinen Freundeskreis

Wie ist Ihr Freundeskreis aufgestellt: Umgeben Sie sich mit vielen unterschiedlichen Charakteren?
Ich habe gar nicht so viele Freunde. Meinen engen Freundeskreis kann man an einer Hand abzählen. Dann gibt es den erweiterten Freundeskreis, das ist dann die zweite Hand und dann gibt es noch eine Stufe drüber, sozusagen die dritte Hand. Ich kann mit jedem meiner Freunde unterschiedliche Dinge erleben. Mit dem Einen liebe ich es zum Beispiel zu philosophieren. Mit dem Anderen gehe ich total in die Tiefe und man spricht über Familie, Wünsche, Träume und über Ziele. Mit dem Dritten teile ich das Kulinarische und mit dem vierten Freund kann ich total gut feiern gehen.

Jeder meiner Freunde bedient einen bestimmten Aspekt in meinem Leben. 

Fällt es Ihnen als Person des öffentlichen Lebens schwer, Freundschaften zu pflegen? 
Nein, ich glaube, man würde es sich zu einfach machen, wenn man sagt, man hat weniger Zeit für Freundschaften, wenn man im Rampenlicht steht. Es gibt so viele unterschiedliche Berufe da draußen, die zeitintensiv sind und wo man von morgens bis abends beispielsweise in einem Anwaltsbüro sitzen und Verträge durchackern muss. Und die schaffen es ja auch, ihre Freundschaften zu pflegen. Wenn man, wie ich, als freier Schauspieler arbeitet, hat man zwischendurch ja immer wieder Pausen und kann Freunde treffen. 

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Wie wichtig ist für Sie eine Freundschaft innerhalb einer Partnerschaft?
Eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sich lieben, ist unabdinglich. Anders funktioniert es nicht. Man muss miteinander befreundet sein und gerne Zeit miteinander verbringen. Im besten Fall macht man mit seinem Partner genauso gerne Dinge wie mit seinen Freunden. 

Verwendete Quellen: Interview mit Janina Uhse

Gala


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