Janin Ullmann : "Ich will nicht nur das Mäuschen vor der Kamera sein"

Für Moderatorin Janin Ullmann begann das neue Jahr bereits sehr vielversprechend mit einer Reise auf Bali. Zurück in Deutschland, zeigt sie sich mit einer neuen Frisur und erzählt uns im Interview, inwiefern die ihre Persönlichkeit reflektiert. 

Janin Ullmann 

Strahlend und mit ruhiger Stimme nimmt uns Moderatorin Janin Ullmann, 38, in Empfang. Es ist Fashion Week in Berlin - der Inbegriff von Stress, Trubel, Hektik. Doch die 38-Jährige umgibt eine ausgeglichene Aura, die sich auf Anhieb überträgt. Ihre Reise auf Bali habe sie verändert, verrät uns die hübsche Moderatorin.

Auch optisch überrascht Janin, die im Rahmen der Fashion Week als Testimonial für Schwarzkopf gebucht ist, mit einer Veränderung. Die Moderatorin strahlt mit einer neuen Frisur, ein kurz und vor allem gerade geschnittener Bob. Was 2020 für sie bereit hält, was Selbstliebe für sie bedeutet und wie ihre Work-Life-Balance aussieht, darüber hat sie mit GALA im Interview gesprochen. 

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©Gala / Brigitte

Janin Ullmann im GALA-Interview

GALA: Sie kommen gerade aus Bali und haben dort mit Meditation zu Ihnen gefunden. 
Janin Ullmann: Vor Bali dachte ich immer, dass ich gar nicht meditieren kann, weil meine Gedanken überall verstreut waren und ich es nicht leicht fand zur Ruhe zu kommen. Auf Bali habe ich dann gemerkt, wie wichtig eine gut geführte Meditation ist und wie schön es ist mal nur bei sich selbst zu sein.

Was ist der Trick?
Viel Üben und einen Meditationscoach zu finden, der weiß was er da macht und nicht einfach nur leere Sätze sagt wie: "Lass jetzt einfach los“. Ganz ehrlich, kein Mensch weiß, wie man einfach loslässt! Natürlich hat es mir Bali auch sehr leicht gemacht. Die Natur und die Menschen haben einen so angenehmen Vibe, dass man sofort entschleunigt. Ich versuche jetzt so viel wie möglich davon in meinen Alltag mit reinzunehmen und zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen ein paar Minuten zu meditieren, anstatt Mails, oder Instagram zu checken.

Wie haben Sie vorher Ihr Leben im Gleichgewicht gehalten? 
Gar nicht! Freunde haben mir immer wieder geraten mit Sport anzufangen oder mir ein anderes Ventil zu suchen. Aber so richtig habe ich nichts gefunden, was mich gecatcht hat, deswegen habe ich von Tag zu Tag einfach so weitergemacht. Doch gerade im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass ich dringend mal lernen muss wie das funktioniert mit diesem ‚zur Ruhe kommen‘. 

Gab es einen bestimmten Auslöser für Ihre Bali-Reise? 
Ich habe festgestellt, dass es zwei Gruppen von Menschen gibt, die nach Bali reisen. Die einen haben einfach nur Bock auf einen schönen Strandurlaub und sind meistens etwas enttäuscht, weil sie sich Bali hübscher und die Strände weißer vorgestellt haben. Ich gehöre zur zweiten Gruppe: Leute, die irgendeine einschneidende Erfahrung gemacht haben.

Die meisten haben, so wie ich, eine lange Beziehung hinter sich, oder gerade beruflich viel aufgegeben.

Alle sind auf der Suche und gleichzeitig auf eine sehr schöne Art im Reinen mit sich. Niemand ist frustriert, im Gegenteil, die Menschen die mir auf Bali begegnet sind, waren die herzlichsten und zufriedensten Menschen, die ich je getroffen habe. Liegt vielleicht auch daran, dass man dort den ganzen Tag in Yogaklamotten rumlaufen kann.

Das neue Lebenskapitel startet also nicht nur mit Meditation, sondern auch mit einer neuen Frisur?
Ja! Ganz frisch – gefällt es Ihnen?

Ja total! 
Danke! Ich hatte das Gefühl, ich brauche mal etwas Knackigeres, etwas Tightes.

Würden Sie sich selbst auch so beschreiben?
Als Knackig und tight? Na klar! (lacht). Ich glaube die Frisur passt zu vielen Dingen in meinem Leben. Ich bin in meinen Worten und Taten sehr Gerade. Ich würde sagen, dass Haare die Persönlichkeit gut spiegeln können. 

Janin Ullmann Frisur: "Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Look"

Sie sind also experimentierfreudig was Haare angeht?
Scheinbar (lacht). Ich habe das Gefühl, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Look habe. 

Wie sehen sonst Ihre Beauty-Rituale aus?
Ehrlich gesagt versuche ich meinen Körper erst gar nicht an all die Sachen zu gewöhnen. Ich creme mich nach dem Duschen auch beispielsweise nie ein,  weil ich möchte, dass mein Körper selbst arbeitet. Auch verwende ich nie Conditioner – das darf mein Frisör nie erfahren (lacht). Ich versuche alles so unkompliziert wie möglich zu halten. Dafür stehe ich aber sehr auf Gesichtsmasken, die liebe ich.

Sie haben vorher gesagt, dass Sie keinen Sport treiben. Ihre Figur sieht dafür beneidenswert gut aus.
Vielen Dank (lacht) – alles von der Mama.

Achten Sie besonders auf Ihre Ernährung?
Seitdem ich angefangen habe mit Yoga achte ich schon darauf, dass ich viel Gemüse esse, weil ich das davor tatsächlich nicht gemacht habe.

Das höchste der Gefühle war mal eine Tomate, aber ansonsten war ich komplett raus aus dem Gemüse-Game.

Mittlerweile hat sich das zum Glück geändert. Gerade trinke ich eine Cola, und vorhin gab es noch Pasta für mich, ich achte also eher phasenweise auf meine Ernährung.  Auf Produktionen esse ich leider wahnsinnig ungesund. Als wir "Das Ding des Jahres“ produziert haben, habe ich jeden Tag Buffala-Pizza gegessen. Das brauche ich dann, weil es mir Kraft und gute Laune bringt.

Auf Bali sind auch einige schöne Instagram-Motive entstanden. Lassen Sie sich von Social Media unter Druck setzen?
Vor vielen Jahren, ganz am Anfang habe ich das definitiv gemacht, da wollte ich wissen, was wer so macht und habe mich verglichen. Irgendwann habe ich dann verstanden, dass das toxisch ist und mittlerweile bin ich so sehr bei mir, dass da für mich kein Druck mehr drauf ist.

Wie schaffen Sie das?
Ich habe angefangen liebevoll mit mir selbst umzugehen, ohne dabei einen selbstkritischen Blick zu verlieren. Dann habe ich angefangen nur noch Menschen zu folgen, die mich inspirieren, die positiv sind und mit denen ich auch außerhalb von Social Media gerne Zeit verbringen würde.

Janin Ullmann: Im Zwiespalt zwischen Presse und Prominenz?

Sie haben ein Volontariat gemacht, sind also Journalistin. Auf der anderen Seite sind Sie eine prominente Moderatorin über die in der Presse geschrieben wird. Stehen Sie da ab und an im Zwiespalt?
Nein, ganz im Gegenteil. Vieles verstehe ich seitdem noch besser. Für mich ging es bei der journalistischen Ausbildung in erster Linie darum, mich in meinem Job weiterzuentwickeln. Ich wollte schon immer selbst produzieren und Formate entwickeln. Während meiner Ausbildung beim NDR habe ich dann schon das erste eigene Format mitentwickelt und umgesetzt. Wir haben damals dafür eine Grimmepreis-Nominierung erhalten und ich wusste ich bin da auf dem richtigen Weg. Ich möchte nicht das Mäuschen vor der Kamera sein, sondern mitgestalten. 

Wie hat Ihr Umfeld darauf reagiert?
Zu der Zeit haben mich viele aus meinem Bekanntenkreis gefragt, warum ich das jetzt mache, ich sei doch schon an einem wichtigen Punkt in meiner Karriere.

Andere wiederum haben das auch belächelt und waren der Ansicht, dass ich eher fünf Schritte zurück gehe als voran. 

Was haben Sie darauf geantwortet?
Für mich war das Volontariat eine totale Bereicherung und dadurch hat sich ehrlich gesagt sehr viel für mich ergeben, es haben sich neue Türen geöffnet. Ich habe daraus gelernt, Dinge einfach zu tun, von denen man wirklich überzeugt ist. 

Was sind Ihre Ziele für 2020?
Ich möchte mich dieses Jahr gezielt für uns Frauen einsetzen. Mich beschäftigen Themen wie: Wo Frauen derzeit stehen, wie wir Frauen mehr miteinander connecten und wie wir uns unterstützen können. 

Verwendete Quellen: Interview mit Janin Ullmann

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