Hotel in Cannes: Auf Fels gebaut

Das Hotel "Eden-Roc" trägt in seinem Namen ein exklusives Versprechen: Seit 100 Jahren fasziniert der kleine Flecken an der Côte d’Azur Künstler wie Marc Chagall oder Pablo Picasso und Hollywood-Größen wie Elizabeth Taylor, Alain Delon oder Angelina Jolie

Langsam verlässt das Motorboot den Jachthafen von Cannes, umrundet das Cap de la Croisette und nimmt Fahrt auf. Am anderen Ende der Bucht von Juan-les- Pins leuchtet im Grün und Braun der Küstenlinie ein weißer Fleck auf. Bald wird ein flaches, an den Fels geschmiegtes Gebäude sichtbar, auf das der Kapitän zuhält: das "Eden-Roc". Die kleine Schwester des 1870 eröffneten mondänen "Hôtel du Cap" sitzt wie ein Adlerhorst auf dem schroffen Fels überm Meer, umgeben vom satten Grün des hoteleigenen Parks.

Philippe Perd, Direktor des "Hôtel du Cap-Eden-Roc", steht am Anlegesteg, und grüßt in perfektem Englisch mit französischem Akzent. Hier empfängt er George Clooney oder Angelina Jolie, hier findet der erste Kontakt der Gäste mit dem Hotel statt. Monsieur le Directeur geleitet die Stufen hoch, und spätestens auf dieser weißen Treppe hat der Gast das Gefühl, in Eden angekommen zu sein.

Sila Sahin

Trotz Baby: Sie steht schon wieder vor der „Nachtschwestern“-Kamera

Sila Sahin
GZSZ-Star Sila Sahin und ihr Mann Samuel Radlinger sind erst vor wenigen Monaten zum zweiten Mal Eltern geworden. Nach Söhnchen Elija, der im Juli 2018 geboren wurden, brachte Sila am 26. Juni 2019 wieder einen Sohn zur Welt.
©RTL / Gala

Die Junior-Suiten wurden 2012 sanft renoviert, inzwischen verfügen alle über WLAN und TV.

Seit einem Jahrhundert sucht die Hautevolee diesen magischen Ort auf. Hier zeichneten Pablo Picasso und Marc Chagall, Elizabeth Taylor trank hier ihren Aperitif und Romy Schneider ihren Rotwein. Bis heute zieht dieser paradiesische Flecken die Menschen in seinen Bann. 1914 hatte der damalige Besitzer, Antoine Sella, die Idee, auf diesem Felsen über dem Meer einen Teepavillon zu errichten. Etwas unterhalb wurde mit Dynamit ein Loch für ein Schwimmbad in den Basalt gesprengt, die Baumaterialien mussten mit Pferdekarren herangeschafft werden. Bis dato hatte das Hotel nur im Winter geöffnet, weil das südländische Klima als ungesund galt. Mit dem Pavillon wurde die Zeit der Sommerfrische eingeläutet. Engländer entflohen dem rauen Klima ihrer Insel, und russische Aristokraten flüchteten vor der Revolution hierher. Den Pool nutzte schon Kaiser Haile Selassie, begleitet von einem Butler, der ihm zeremoniell beim Entkleiden half.

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Der Start erwies sich als schwierig: Die Weltkriege brachten das Hotel mit seinem Teepavillon an den Rand des Ruins. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die goldenen Jahre. Und es vergingen vier weitere Jahrzehnte, ehe die heutigen Besitzer - die Oetker-Gruppe - den ganz eigenen Zauber dieses Felsvorsprungs erkannten. 1987 wurde der Pavillon erneuert und um 32 Suiten erweitert. "Im ,Eden-Roc‘ zu wohnen fühlt sich an, wie auf einem Schiff zu sein", erklärt der Hoteldirektor, "man sitzt buchstäblich auf dem Fels, direkt am Meer."

Besonders Amerikaner schätzen diese Nähe zur Natur. Filmmogul Harvey Weinstein zieht die 60-Quadratmeter-Suiten am Wasser den Zimmern im viktorianischen Hauptgebäude vor, und auch Angelina Jolie und Brad Pitt lieben die Atmosphäre am Ende des Parks. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser außergewöhnlichen Lage für die Stars: Paparazzi müssten einen Helikopter benutzen, um Schnappschüsse zu ergattern. "Wir haben vier Security-Leute im Team, das während der Filmfestspiele aufgestockt wird", so Perd. "Unsere Gäste schätzen diese Privatsphäre sehr."

An diesem Ort mit seiner außergewöhnlichen Umgebung wird eine Philosophie gelebt, die es dem Gast leicht macht, sich zu verlieben. "Ihr seid die Kunsthandwerker des Paradieses", sagt der Direktor gern zu seiner Crew. "Wir wollen einen First-Class-Service bieten", erklärt Perd. "Dabei geht es nicht um den technisch perfekten Service, sondern darum, was wir emotional einbringen können. Dieser persönliche Touch macht uns zum Masterpiece-Hotel." Genau das lieben Gäste wie Schauspielerin Arielle Dombasle, die mit ihrem Mann, dem Philosophen Bernard-Henri Lévy, heiße Sommer im "Eden-Roc" verbrachte: "Die Zimmermädchen waren Freundinnen, der Concierge unser Partner."

Hier wird jedem Gast ein Zuhause geboten. Und mehr. Die Gewohnheiten der Gäste werden selbstverständlich registriert. Wünsche erfüllt, ehe sie geäußert sind, und das entwaffnend freundlich. "Hier bin ich nicht nur Gast", formuliert der Brite Derrick Kleeman, der seit 1962 zweimal im Jahr anreist, "ich bin ein Freund." Und darüber freut sich die Crew. "Einer der schönsten Momente in meiner Laufbahn war, als Sharon Stone per Boot ankam. Ich erwartete sie am Steg, und sie sagte: ‚Hallo, Philippe, es ist schön, wieder zurück zu sein!‘", erzählt der Direktor.

Freundschaft hat ihre Grenzen. "Wir versuchen jeden Wunsch zu erfüllen, solange er legal ist", berichtet Perd schmunzelnd. "Alain Delon landete mit dem Hubschrauber in der Allee des Parks. Ich glaube nicht, dass er um Erlaubnis gebeten hatte." Einen VIP-Status für Stars gibt es hier nicht, jeder Gast ist gleich wichtig. Als Bruce Willis mit seinen Partygästen morgens Saxofon und damit den Weckhahn spielte, wurde er gebeten, dies künftig bleiben zu lassen. Einmal daneben benehmen geht, doch nach einer höflichen Ermahnung sollte man sich tunlichst korrekt verhalten. Sonst fliegt man aus dem Garten Eden. Tom Cruise zählt in dem Film "Knight And Day" zu den fünf Dingen, die man im Leben getan haben sollte, "eine Fremde auf dem Balkon des ,Hôtel du Cap‘ zu küssen". Die bessere und schönere Alternative ist es, mit seiner großen Liebe einen Bellini auf der Terrasse des "Eden-Roc" zu trinken.

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