VG-Wort Pixel

Astrologie Sind diese 5 weit verbreiteten Mondmythen wirklich wahr?

Frauensilhouette auf einem Berg den Vollmond in der Hand haltend
© maradon 333 / Shutterstock
Die Faszination des Mondes besteht seit etlichen Jahrhunderten. Die meisten Mondregeln existieren jedoch noch gar nicht so lange. Welche von ihnen auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhen und welche eben doch Mythen bleiben, erfahren Sie hier.

Insgesamt gibt es über zwölf Millionen Monde, aber nur einer davon umkreist unsere Erde. Dieser Mond fasziniert die Menschen seit vielen Jahrhunderten, und auch heute noch strahlt der Himmelskörper eine gewissen Magie aus. Das mag daran liegen, dass er mit rund 384.400 Kilometer doch weit entfernt von der Erde liegt und damit für den Menschen mehr oder weniger unerreichbar ist. Mit dem bloßen Auge kann man ihn zwar erkennen, aber seine Unergründlichkeit bleibt bestehen.

Ein Teil der Faszination rührt vermutlich daher, dass die Wissenschaft Kräfte des Mondes, die für den Menschen übernatürlich scheinen, zumindest teilweise belegt. Die Anziehungskraft, die Ebbe und Flut entstehen lässt, ist ein Beispiel dafür. Andere Mondmythen lassen sich hingegen nicht wissenschaftlich belegen und halten sich trotzdem seit geraumer Zeit. Wir haben die beliebtesten Mondmythen beleuchtet und decken auf, wie viel Wahrheit wirklich hinter diesen steckt.

Was steckt wirklich hinter diesen 5 Mondmythen?

1. Der Mond beeinflusst das Schlafverhalten

Hatten Sie auch schon einmal das Gefühl, bei Vollmond schlechter zu schlafen? Das kommt vermutlich nicht von ungefähr, denn eine Studie aus dem Jahre 2013 zeigte bei Vollmond eine verkürzte Schlafdauer unter den Teilnehmenden. Diese schliefen im Schnitt 20 Minuten kürzer und fünf Minuten später ein. Zudem wurde ein veränderter Spiegel des Schlafhormons Melatonin festgestellt.

Trotzdem sind sich Expert:innen uneinig, was den Einfluss des Mondes auf unseren Schlaf angeht, da die Zahl der Proband:innen zu gering war, um eine handfeste These aufzustellen. Es folgten zwar weitere Studien, aber auch diese wiesen keine signifikanten Ergebnisse auf. Die Vollmondtheorie lässt sich demnach nicht mit Sicherheit bestätigen, aber gänzlich widerlegt werden kann sie auch nicht.

2. Der Mond regelt den weiblichen Zyklus

Der Durchschnittszyklus der Frau ist ungefähr 28 Tage lang, und der Mond umkreist die Erde in 29,5 Tagen. Ein Zusammenhang zwischen Menstruationszyklus und Mondzyklus mag daher auf der Hand liegen, wissenschaftlich belegbar ist er aber nicht. Viele Frauen sind zwar davon überzeugt, dass sich ihr Zyklus an den Mond anpasst. Einige sprechen davon, dass ihre Periode bei abnehmendem Mond schwächer ausfällt, andere wiederum berichten vom Gegenteil. Wenn sich der Zyklus von menstruierenden Personen tatsächlich mit dem Mond synchronisiert, würde bei allen mit dem Vollmond immer der Eisprung folgen und bei abnehmendem Mond die Periode einsetzen. Da das aber nicht der Fall ist, kann es höchstens sein, dass der Mond, ganz individuell, minimalen Einfluss ausübt.

3. Bei Vollmond steigt die Mordrate 

Ein Mythos besagt, dass die Kraft des Vollmondes die menschliche Neigung zu Gewalt vergrößert. Das begründet zumindest, warum der Vollmondmörder eine beliebte Figur in Krimis und Horrorgeschichten darstellt. Und auch in Krankenhausbefragungen bestätigen Angestellte, dass in Vollmondnächten die Totschlagrate höher ausfällt. Eine finnische Universität untersuchte im Hinblick auf diesen Mythos über 6800 Gewaltverbrechen. Die Studie führte jedoch zu keinem signifikanten Ergebnis. Sie fand lediglich heraus, dass bei Vollmond sogar 15 Prozent weniger Morde begangen wurden. Ob die Studie für endgültige Schlüsse ausreicht, ist fraglich. Wissenschaftler:innen gehen nicht davon aus, dass zwischen der Mondphase und ausgeübten Verbrechen ein Zusammenhang besteht.

4. Die Helligkeit des Mondes kommt von der Sonne

Der Mond ist der zweithellste Himmelskörper nach der Sonne, obwohl er selbst gar keine Leuchtkraft besitzt. Er reflektiert lediglich sieben Prozent des Sonnenlichts, und das allein macht ihn so hell. Da er um die Erde kreist, ist außerdem für die Menschen auch immer nur ein Teil des Mondes sichtbar – nämlich der Teil, der gerade von der Sonne angestrahlt wird. Die im Schatten liegende Seite wird im englischen Sprachgebrauch "dark side of the moon" genannt. Natürlich existiert nicht nur eine dunkle Seite, denn im Zuge eines Monats beleuchtet die Sonne nacheinander alle Teile des Mondes.

5. Der Mondkalender gibt Handlungsempfehlungen ab

Bestimmt haben Sie schon von Mondkalendern gehört? Sie entstammen der Esoterik und bauen auf der Überzeugung auf, dass bestimmte Dinge am besten mit der jeweils richtigen Mondlichteinstrahlung getan werden sollten. Das reicht von Gartenarbeit bei Vollmond, da dann die Pflanzen besser wachsen, und dem Frisörbesuch bei Neumond bis hin zur Mondernährung, die eins zu eins auf den Zyklus des Mondes abgestimmt ist. Für solche Glaubenssätze gibt es keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Grundlagen, trotzdem schwören einige Menschen darauf. Es spricht nichts dagegen, sich von den Handlungsempfehlungen inspirieren zu lassen, diktieren lassen sollten Sie sich diese nicht.

Verwendete Quellen: geo.de, deutschlandfunk.de, swr.de, zdf.de

eke Gala

Mehr zum Thema

Gala entdecken