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Bride-Insights Warum ich keine Pinterest-Hochzeit möchte

"Bride Insights"-Kolumne
"Bride Insights"-Kolumne
© Shutterstock
Ja, ich will - die Liebe meines Lebens zum Mann nehmen, eine traumhaft schöne Hochzeit und eine großartige Party - aber Pinterest muss draußen bleiben.

Familie und Freunde sind für mich die wichtigsten Personen in meinem Leben. Ich liebe es, mit ihnen über alles zu sprechen, über alles zu lachen und ihnen hin und wieder mal eine kleine Freude bereiten zu können. Sowohl mein Freund Sven als auch ich haben eine sehr enge Bindung zu unseren Familien und unseren Freunden. Eine Hochzeitsfeier ohne sie wäre unvorstellbar - und genau deshalb wollen wir viele von ihnen in unsere Hochzeitsplanung miteinbeziehen.

Unsere Hochzeit soll keine "nachgemachte" Pinterest-Hochzeit werden. Wir wollen uns lieber ein paar Gedanken mehr bei unserer Hochzeitsplanung machen, statt wild falsche Entscheidungen für uns zu treffen. Denn wenn unsere Hochzeit eines sein soll, dann so authentisch und persönlich wie möglich. Unsere Familien und Freunde sollen uns so während der Hochzeit erleben, wie wir auch sonst sind - nur tragen wir natürlich dieses Mal eine ganz besondere Robe. Sie sollen sich so wohlfühlen, als würden wir gerade wieder bei uns eine Party steigen lassen mit super viel Spaß, lustigen Spielen, leckeren Drinks und guter Musik.

Die große Frage aller Fragen 

Aber nun spulen wir erst einmal kurz zurück und kommen zum derzeitigen Höhepunkt unserer Liebesgeschichte.

Es kommt mir vor, als sei es erst gestern gewesen. Als mein Freund Sven im Brooklyn Bridge Park in New York an einem (vorher) ganz gewöhnlichen Urlaubstag aufgeregt vor mir auf die Knie ging, kaum ein Wort herausbringen konnte und mich fragte, ob ich seine Frau werden möchte.
Zuvor hörten wir noch den East River gegen die Steine plätschern, ließen uns die Sonne auf den Körper scheinen, alberten wie nahezu jeden Tag herum, nahmen auf einer Parkbank Platz, kuschelten und genossen den Moment und den Anblick auf diese atemberaubende Stadt, die vor uns lag. Während des Antrags hingegen vergaß ich alles um mich herum, war außer mir vor Freude und ließ meinen Tränen freien Lauf. Ein schönes Ende an diesem perfekten Sommertag!

Trubel? Nicht mit uns!

Nach dem Antrag genossen wir unsere restlichen Urlaubstage in New York, ohne unseren Freunden und unseren Familien von der Verlobung zu erzählen.

Wir wollten unsere im wahrsten Sinne des Wortes "schwebenden Momente" auf der Wolke sieben zunächst ganz intim zu zweit genießen, ohne von jeglichen Social-Media-Kanälen abgelenkt zu werden.

Von der Verlobung erfuhren unsere Lieben deshalb auch erst nach Wiederankunft in Deutschland. Ganz untypisch für uns: via selbst gemachtem Video mit den schönsten Urlaubsfotos, inklusive Bildern von der Verlobung.

Die Wochen und Monate nach dem Antrag beschäftigten wir uns peu à peu mit der Hochzeitsplanung. Doch statt bei Pinterest zu schauen, überlegten wir uns lieber selbst, was wir uns von unserer eigenen Hochzeit wünschen würden. Wir erarbeiteten uns zwei Listen. Auf der einen stehen die Dinge, die wir sehr gern hätten, auf der anderen, die Sachen, die wir von anderen Hochzeiten und vom Hörensagen kennen, aber selbst nicht wollen.

Die Frage, wie wir wen dabei einbinden können, kam immer wieder auf. Stressen lassen haben wir uns jedoch nicht.

Das persönliche Etwas

Standesamt und freie Trauung sowie Feier sollen bei uns nicht an einem Tag stattfinden. Wir finden es an zwei separaten Terminen deutlich entspannter und schöner. Hinzukommt, dass meine Oma demnächst stolze 90 Jahre alt wird und da wir uns sehr nahestehen, wären wir super traurig, wenn sie diesen besonderen Tag nicht noch zusammen mit uns erleben könnte.

Die standesamtliche Hochzeit möchten wir nur ganz klein mit Eltern, Geschwistern, Großeltern, Trauzeugen und dessen Partner/innen feiern. Da ein herkömmliches Standesamt, auf der Liste mit den Dingen, die wir uns nicht vorstellen können, steht, fiel uns etwas Besonderes und Persönliches ein.

Sven ist von klein auf an immer an der Ostsee, ich komme von der Nordsee und liebe alle Sportaktivitäten, die was mit Wasser zu tun haben. Am Meer bin ich definitiv zu Hause wie an keinem anderen Ort.

Wir lieben einfach das Meer. Daher findet der Ringtausch nun auch im Sommer in einer Außenstelle mit Blick aufs Meer statt.

In unsere Ringe haben wir uns spontan verliebt und sie direkt gekauft. Auch unsere Idee für die Gravur kam von ganz allein: Sie trägt nicht typisch den Namen des Partners oder das Kennenlern- oder Verlobungsdatum, sondern unter anderem exakt die Koordinaten, wo Sven vor mir in New York auf die Knie ging. Unser Ringkissen für die standesamtliche Hochzeit ist nicht gekauft oder geliehen, sondern selbst gemacht von Svens Oma.

Unsere Liebe zum Detail

Unser größtes gemeinsames Hobby ist das Reisen. Sparen andere ihr Geld für teure Designertaschen, Schmuck oder Kleidungsstücke, geben wir alles fürs Reisen aus.

Wann immer es geht, erkunden wir zusammen, aber auch mal getrennt, die schönen Orte dieser Welt. Und genau deshalb ist unser Hochzeitsmotto auch Reisen.

Einige unserer Urlaubserinnerungen teilen wir mit unseren Lieben am Tag der Hochzeit in der Gästebuch-Ecke.

Eine langjährige, gute Freundin von mir ist Grafikdesignerin, sie möchte uns gern unterstützen und entwirft ein passendes Logo für die Papeterie unserer Hochzeit.

Mein heißgeliebter Papa ist Zimmermann und Handwerker durch und durch. Neben der ehrenwürdigen Aufgabe, dass er mich bei der freien Trauung im nächsten Jahr zu Sven nach vorne begleitet, musste ich mir noch eine handwerkliche Aufgabe für ihn überlegen. So freut er sich nun, dass er zusammen mit mir unter anderem ein Begrüßungsschild und ein Schild baut, worauf sich Entfernungen unterschiedlicher Städte befinden, die wichtige Stationen in der Beziehung von Sven und mir aufzeigen.

Immer wieder in unserer Hochzeitsplanung taucht ein persönlicher Bezug zu Freunden oder Familienmitgliedern auf. So ist es Svens Patenkind (14), der von Anfang an gesagt hat, dass er gern ein Stück für uns bei der freien Trauung auf seinem Cello spielen möchte.
Die bei uns in der Familie berühmt berüchtigten Hardanger-Decken von meiner Oma werden ihren Platz auf dem Geschenketisch finden.
Die Lieblingskuchen und -torten von uns, die unsere Familienmitglieder immer backen, wird es am Nachmittag nach der freien Trauung geben.

Da ich nicht zuletzt dank des Meeres sehr heimatbezogen bin, werden mein Outfit für die standesamtliche Hochzeit und die für die freie Trauung sowie der Brautstrauß natürlich aus meiner Heimat stammen.

Und auch wenn Pinterest viele Inspirationen und Ideen für Hochzeiten liefert, für mich steht die persönliche Note bei unserer Hochzeit definitiv im Vordergrund.

Gala

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