Helen Mirren im Interview: "Zwischen Ryan und mir stimmt die Chemie"

"Gala.de" traf den britischen Mega-Star Helen Mirren zum Interview in Berlin

Helen Mirren

Ihre Bewegungen sind anmutig, die Haltung graziös, der Kleidungsstil edel: Als wir Helen Mirren im Berliner Hotel Adlon treffen, möchten wir unwillkürlich knicksen.

Wahrscheinlich gab ihre adlige Erscheinung auch den Ausschlag, dass sie im Jahr 2006 in "The Queen" Königin Elizabeth spielte. Eine Rolle, mit der sie ihre Fans sehr stark identifizieren. Aber auch eine Rolle, die sie perfekt verkörperte. Nun spielt sie wieder eine stolze, sehr starke Frau: Maria Altmann († 94).

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©Gala

"Die Frau in Gold" (Kinostart: 4. Juni) ist ein Film nach einer wahren Begebenheit: Die Jüdin Maria floh 1942 von Österreich in die USA. Ihrer Familie wurden sämtliche Besitztümer gestohlen und verscherbelt. Unter anderem auch die "Goldene Adele", die später im Wiener Schloss Belvedere ausgehängt wurde. Mit Hilfe des Anwalts Randol Schoenberg, verkörpert von Ryan Reynolds, führte sie einen spektakulären Gerichtsprozess über die Kontinente hinweg.

Die Britin Helen Mirren, die eigentlich lyena Vasilievna Mironova heißt, spricht mit uns unter anderem über ihre russischen Wurzeln und ihre Schwäche für Ryan Reynolds.

Kannten Sie eigentlich die traurige Geschichte hinter Gustav Klimts Porträt "Goldene Adele"?

Nein, leider nicht wirklich. Natürlich war mir Klimt schon immer ein Begriff. Als Studentin hatte ich ein großes Klimt-Plakat mit Kaugummi über mein Bett geklebt, das hat das schnöde WG-Zimmer dann etwas aufgeppt. Ja, er war zu meiner Zeit tatsächlich schwer in Mode.

Wie haben Sie sich auf die Rolle der Maria Altmann vorbereitet?

Ich habe viel über sie gelesen. Ich habe mit dem Skript gearbeitet und auch versucht, mich wiederum davon zu befreien, meine Fantasie einfließen zu lassen und mich eingefühlt. Ich habe sehr viel Literatur über den Zweiten Weltkrieg verschlungen, zeitgenössisch und historisch. Wie zum Beispiel "Aufstieg und Fall des Dritten Reichs".

Trotz ihrer traurigen Geschichte hatte Maria Altmann gepfefferten Humor.

Oh ja, den hatte sie. Und ich liebe ihn. Mit Ryan Reynolds hatte ich übrigens einen sehr tollen Partner an meiner Seite. Er hat selbst einen ganz natürlichen Sinn für Humor.

Uns hat Ryan Reynolds ja übrigens gestanden, dass er in Sie verschossen ist…

Ach, das musste er sagen, sonst wär' ich sauer gewesen.

Schwärmen Sie vielleicht auch ein wenig für ihn?

Er ist charmant und sieht gut aus. Doch noch viel wichtiger als das: Er ist sehr nett, witzig, offen. Das ist super. Es war absolut entzückend, mit ihm zusammenzuarbeiten. Dass es so gut passt, ist nicht immer so. Manchmal steht man mit jemandem vor der Kamera, den man nicht so mag – und die Chemie stimmt. Und manchmal arbeitet man mit jemandem, mit dem man sich blendend versteht - aber die Chemie stimmt auf der Leinwand überhaupt nicht. Bei uns stimmte einfach alles.

In "Die Frau in Gold" sprechen Sie etwas Deutsch. Können Sie noch mehr?

Nein, nur so viel wie im Film gesprochen wird.

Wie ist es mit Russisch?

Meine Familie stammt aus Russland, das stimmt. Aber nein, leider kann ich es auch nicht. Russisch spreche ich in Filmen, so wie ich Deutsch in "Die Frau in Gold" spreche - nur phonetisch. Dafür spreche ich Französisch, Spanisch und auch Italienisch.

Würden sie gern einen Klimt besitzen?

Oh, ja! Einen kleinen Klimt, den ich über meine Badewanne hängen würde, wo ich ihn immer im Blick hätte.

Haben Sie die echte "Goldene Adele“ schon gesehen?

Nein, ich habe aber vor, sie mir in New York (Anm. d. Red.: Neue Galerie New York) anzuschauen.

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