Google Nest Hub: Was kann Googles Smart Display?

Smart Speaker sind angesagt, doch es drängen immer mehr Smart Displays auf den Markt. Mittlerweile gibt es in Deutschland Googles Nest Hub.

Bei vielen Nutzern dürfte der Nest Hub in der Küche seinen Platz finden

Mit dem Google Nest Hub ist ab sofort das erste hauseigene Smart Display des Internetriesen auch in Deutschland erhältlich. Das Gerät ist zwar deutlich billiger als die Konkurrenz, aber lohnt sich die Anschaffung? spot on news hat den Nest Hub ausprobiert.

Was macht ein Smart Display eigentlich?

Das ist eigentlich ganz einfach erklärt, denn viele Menschen kennen mittlerweile Smart Speaker. Ein Smart Display bietet ähnliche Funktionen, nur kommt eben noch ein Bildschirm hinzu. Wer sich Googles Nest Hub in die Wohnung stellt, der kann sich beispielsweise das Wetter oder die aktuellen Nachrichten anzeigen lassen, sich an Termine erinnern lassen oder andere Smart-Home-Geräte damit ansteuern. Bedient wird das Ganze vorrangig mit Sprachkommandos, aber auch das verbaute Touch-Display kann teils genutzt werden. Der Google Assistant, der hier zum Einsatz kommt und die Kommandos entgegennimmt, soll also bei unterschiedlichsten Aufgaben als Helfer fungieren. Zum Aktivieren reicht ein einfaches "Hey Google, ...", gefolgt von der entsprechenden Anfrage des Nutzers.

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Bei einfachen Anfragen funktioniert das zügig und zuverlässig. So kann der Nest Hub ohne Probleme schnell mal ausrechnen, was "721 x 37" ist, oder die Frage klären, wer bei "Avengers: Endgame" mitgespielt hat. Wird die Anfrage aber etwas komplizierter, bekommt der Nutzer immer wieder ein "Tut mir leid, da kann ich noch nicht weiterhelfen" oder Ähnliches zu hören - zum Beispiel auf die Anfrage: "Hey Google, zeig mir den Wikipedia-Eintrag von Angela Merkel". Wie groß die Bundeskanzlerin ist oder seit wann sie ihr Amt bekleidet, kann der Assistant aber beantworten.

Wie bei den Konkurrenten sind auch beim Google Nest Hub zahlreiche Einsatzgebiete denkbar. Das Gerät dürfte aber besonders in der Küche Verwendung finden, denn dort gibt sich das Smart Display als praktischer Helfer in zahlreichen Lagen. So lassen sich Rezepte anzeigen und Schritt für Schritt abarbeiten, Timer stellen oder auch Mengenangaben leicht umrechnen. Denn wer weiß beispielsweise auswendig, wie viel Gramm drei Unzen sind? Zur Not kann man auch bei YouTube nach einem Video suchen, wie man Kartoffelsalat macht oder nebenbei etwas Musik über Anbieter wie Spotify, Deezer oder YouTube Music laufen lassen. Außerdem lassen sich Inhalte wie bei einem Chromecast direkt vom Smartphone auf das Gerät streamen.

Passt in jede Wohnung

Googles Nest Hub ist im Gegensatz zu manchem Konkurrenten geradezu winzig, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Der große Vorteil: Das Gerät passt in wirklich jede Wohnung. Das Smart Display ist gerade einmal rund 17,8 Zentimeter breit, etwa 11,8 Zentimeter hoch und nur knapp 6,7 Zentimeter tief. Damit dürfte es zum Beispiel sogar auf der vollgestellten Fensterbank seinen Platz finden.

Auf der anderen Seite bleibt bei solch kompakten Abmessungen im Gehäuse nicht viel Platz für Display und Lautsprecher. Das verbaute 7-Zoll-Display ist im Vergleich nicht viel größer als der Screen von Googles kürzlich vorgestelltem Smartphone Pixel 3 XL. Damit ist das Display ausreichend groß, um im näheren Umfeld alle Inhalte gut erkennen zu können. Sobald man sich aber ein paar Meter entfernt, wünscht man sich doch schnell eine größere Anzeige. Schlecht ist das Display deswegen aber noch lange nicht, nur halt etwas klein. Das Anschauen von Videoinhalten macht jedoch zum Beispiel auf dem Lenovo Smart Display, das ebenfalls den Google Assistant nutzt und mit 8- oder 10-Zoll-Screen daherkommt, schon mehr Spaß.

Das liegt auch am verbauten Breitbandlautsprecher, der hinter dem Display steckt und doch recht schwach auf der Brust ist. Zwar lassen sich Audio- und Videoinhalte auf ausreichender Lautstärke abspielen, ein Klanggenuss ist das Ganze aber nicht. So gibt es zahlreiche smarte Lautsprecher, die eine deutlich bessere Klangqualität bieten, zum Beispiel der HomePod von Apple. Selbst im eigenen Haus hat man in Sachen Klang bessere Alternativen. Der Google Home Max ist etwa sehr viel größer und schwerer, klingt aber auch sehr viel besser.

Ein Bilderrahmen?

Schön ist hingegen, dass das Display auch als digitaler Bilderrahmen benutzt werden kann, der die gezeigten Aufnahmen ansehnlich darstellt. Möglich macht dies Google Fotos. Der Online-Speicherdienst bietet kostenlosen Platz für alle eigenen Bilder und Videos. Zwar ist keine Kamera verbaut, dafür aber ein Umgebungslichtsensor, der beispielsweise auch hier zum Einsatz kommt. So passt das Display automatisch seine Helligkeit und die Farbgebung an die Tageszeit und die eigene Wohnung an.

Das dürfte tatsächlich auch manchen Datenschützer beruhigen, denn "zuschauen" kann einem das Display durch die fehlende Kamera nicht. Zudem lässt sich über einen Schalter auf der Rückseite das Mikrofon abschalten. Google betont, dass für das Unternehmen das Thema Datenschutz sehr wichtig ist.

Außerdem kann der Nest Hub - wie der Name schon verrät - als zentrale Anlaufstelle für andere Smart-Home-Geräte wie Thermostate, Kameras, Türschlösser und vieles mehr dienen, die sich dann über das Smart Display steuern lassen. Nach Herstellerangaben ist Nest Hub kompatibel mit über 5.000 unterschiedlichen Produkten von mehr als 400 Marken. Zum Einrichten des Smart Displays wird zwar zwingend ein Google-Konto benötigt, innerhalb weniger Minuten lässt sich über die entsprechende App für Android- und iOS-Geräte aber alles regeln.

Bei alledem muss man auch sehen, dass der Preis des Google Nest Hub deutlich günstiger ist als bei der Konkurrenz. Während die Lenovo Smart Displays je nach Ausführung regulär bei Preisen zwischen 179 Euro und 239 Euro liegen und Amazons Echo Show der zweiten Generation derzeit knapp 230 Euro kostet, ist Nest Hub schon für 129 Euro zu haben.

Wer also unbedingt einmal ein Smart Display ausprobieren möchte und Abstriche bei Soundqualität und Screen-Größe machen kann, für den könnte Googles Smart Display durchaus eine Überlegung wert sein. Noch im Sommer soll unter anderem in den USA mit dem Nest Hub Max eine größere Variante mit Kamera erscheinen. Bisher ist allerdings nicht bekannt, ob - und wenn ja, wann - dieses Modell auch nach Deutschland kommen könnte.

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