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Latte, Espresso, Cappuccino und Co. Diese Wirkung hat Koffein auf den Körper

Kaffee ist eines der Lieblingsgetränke der Deutschen.
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Kaffeeliebhaber wissen die anregende Wirkung von Koffein zu schätzen: Doch was passiert wirklich alles im Körper, wenn wir zur Kaffeetasse greifen?

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Deutschen. Besonders seine anregende Wirkung verleitet viele Menschen dazu, ihn regelmäßig zu genießen. Doch was da genau im Körper geschieht, wenn wir Koffein zu uns nehmen, wissen die wenigsten. GALA erklärt.

1. Koffein-Wirkung im Magen

Etwa 30 Minuten nach dem Kaffeegenuss, beginnt seine Wirkung vom Magen aus. Hier wird das Koffein über den Magen und den Dünndarm resorbiert und geht dann durch den gesamten Körper. 

Dass viele Menschen Kaffee nicht vertragen können, liegt oft daran, dass Koffein im Magen bei ihnen die Ausschüttung von Salzsäure erhöht. Die Magensaftproduktion wird angeregt. Das ist zwar zum einen förderlich für die Verdauung,  kann bei empfindlichen Menschen aber auch Magenprobleme verursachen. Daher sollte hier Kaffee nur in Maßen genossen oder koffeinfreier Kaffee getrunken werden.

2. Koffein-Wirkung im Gehirn

Koffein wirkt auf das zentrale Nervensystem ein, da es die Blut-Hirn-Schranke überwindet und schnell das Gehirn erreicht. Seine Wirkung kommt aus folgendem Grund zustande: Koffein ist der Struktur nach dem körpereigenen Botenstoff Adenosin ähnlich. Dieser Stoff signalisiert dem Körper Erschöpfung und Müdigkeit, indem er sich an die entsprechenden Rezeptoren andockt. Mit dem Andocken wird die Ausschüttung von aufputschenden Stoffen wie Dopamin und Noradrenalin gedrosselt. Der Körper kann entspannen und ausruhen.

Nimmt man Koffein zu sich, setzt sich dieses anstelle des Adenosins an die Rezeptoren. Dopamin und Noradrenalin können ihre anregende Wirkung weiter entfalten, obwohl der Körper müde ist. Koffein wirkt also nicht direkt aufputschend, es verhindert nur, dass wir uns erschöpft fühlen.

Zusätzlich bewirkt Koffein, dass sich die Gefäße im Gehirn verengen. Kopfschmerzen und Migräne können dadurch gelindert werden. Diese Wirkung macht Koffein zu einem milden Schmerzmittel, das unterstützend zu Medikamenten eingesetzt werden kann. 

3. Koffein-Wirkung auf den Cholesterinspiegel

Bohnen von Kaffee enthalten die Substanzen Kahweol und Cafestol. Diese sogenannten Terpene können den Cholesterinwert minimal ansteigen lassen. Jedoch ist die Konzentration der Stoffe im Getränk von seiner Zubereitung abhängig. Filterkaffee weist kaum Spuren von Kahweol und Cafestol auf. Kaffee, der ohne Filter zubereitet wird, enthält mehr der Substanzen.

4. Koffein-Wirkung auf das Herz

Wenn wir Kaffee trinken, werden in unserem Körper die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Dies führt dazu, dass unser Herz schneller schlägt und der Puls steigt. Medizinisch ist dies nicht bedenklich. Australische Forscher fanden jedoch heraus, dass die tägliche Menge an Kaffee sechs Tassen nicht überschreiten sollte.

5. Koffein-Wirkung auf den Blutdruck

Kaffee lässt den Blutdruck kurzzeitig ansteigen. Auch hier gilt: Wenn Kaffee in Maßen getrunken wird, hat dies keinen negativen Effekt auf die Gesundheit. Ganz im Gegenteil: Eine Studie belegte in der Vergangenheit, dass mäßiger Kaffeekonsum (1 bis 2 Tassen am Tag) sogar förderlich für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ist. 

6. Koffein-Wirkung auf die Verdauung

Koffein hat eine verdauungsfördernde Wirkung. Es regt die Produktion von Magensäure an, die den Speisebrei zersetzt. Die Bitterstoffe in Kaffee kurbelt dazu die Bewegungen des Darms an. Ergebnis: Die Nahrung kann sich schneller ihren Weg zum Ausgang bahnen.

7. Koffein-Wirkung auf die Nieren

Auch die Nieren arbeiten verstärkt, wenn Koffein im Spiel ist. Es wird mehr Urin gebildet. Die Annahme, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht, wurde jedoch in verschiedenen Studien widerlegt. Laut "Berufsverband Deutscher Internisten e. V." können koffeinhaltige Getränke durchaus in die tägliche Flüssigkeitsbilanz einbezogen werden. Bedeutet: Kaffe wirkt auf den Wasserhaushalt im Körper wie Wasser. Na, dann Prost!

Wirkung von Koffein nimmt ab

Viele der beschriebenen Prozesse im Körper, zum Beispiel die Verhinderung des Müdigkeits-Effekts, verlieren ihre Intensivität, wenn wir regelmäßig Kaffee trinken. Es kommt zu einem Gewöhnungs-Effekt. Das wird besonders dann deutlich und spürbar, wenn wir plötzlich auf Koffein verzichten und einen regelrechten Koffeinentzug mit all seinen Nebenwirkungen durchleben müssen. Wie das am besten gelingt, lesen Sie hier.


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