Seltene Allergien: Wasserallergie: Wenn Duschen zur Bedrohung wird

Bei einer Wasserallergie spielt der Körper verrückt, sobald Wasser die Haut berührt. Für Betroffene ist es undenkbar, ein normales Leben zu führen. Bislang gibt es keine Heilungsmöglichkeiten

Die Wasserallergie gehört weltweit zu den seltensten Allergien

Eine Wasserallergie ist eine äußert seltene Krankheit. Mediziner schätzen, dass etwa einer von 230 Millionen betroffen ist. Sie kann plötzlich und in jedem Alter auftreten. Die Wasserallergie ist eine besondere Form der Nesselsucht (Urtikaria) und wird in der Fachsprache auch als aquagene Urtikaria oder Wasserurtikaria bezeichnet. Der Kontakt mit Wasser führt zu Rötungen und Schwellungen.

Bei der Wasserallergie handelt es sich um eine Kontaktallergie. Alle Wasserarten können die Allergie auslösen, egal ob frisches, salzhaltiges oder chlorhaltiges. In den meisten Fällen kommt es beim Duschen, Baden oder Schwimmen zu allergischen Reaktionen. Manchmal können aber auch Tränen oder Schweiß Hautausschläge hervorrufen. Mit einem Provokationstest kann die Wasserallergie festgestellt werden.

Allergietest-Verfahren

Allergietest - bin ich allergisch?

Der Pricktest ist der gängigste Allergietest zur Prüfung eines Allergieverdachts

Was ist eine Wasserallergie?

Die Wasserallergie ist eine dermatologische Reaktion (Hautreaktion) des Körpers auf Wasser. Beim Waschen, im Regen oder durch Schweißbildung nach dem Sport können heftige Abwehrreaktionen der Haut auftreten. Allerdings ist das Wasser an sich frei von Allergenen. Die Überreaktion des Körpers wird daher nicht durch das Wasser selbst, sondern durch darin gelöste Stoffe hervorgerufen. Eine Wasserallergie kann angeboren oder erworben sein, wobei letztere die häufigere Variante ist.

Wie äußert sich eine Wasserallergie?

Kommt der Körper mit Wasser in Kontakt, setzen etwa nach einigen Sekunden oder bis zu 15 Minuten später die ersten allergischen Reaktionen ein, die bis zu zwei Stunden anhalten können:

  • Weißliche Pusteln
  • Gerötete Quaddeln
  • Starker Juckreiz
  • Schwellungen
  • Schmerzen
  • Allergischer Schock (in seltenen Fällen)

Die Wasserallergie-Symptome zeigen sich vor allem am Oberkörper. Manchmal treten die Beschwerden auch am Gesicht und den unteren Extremitäten auf. Wassertrinken bereitet nur dann Beschwerden, wenn das Wasser zum Beispiel auf das Kinn der Allergiker tropft. Betroffene können daher meist nur mit einem Strohhalm trinken. Ist das Wasser hingegen im Körperinneren angelangt, vertragen die Patienten das Wasser wie jeder andere auch – ein wichtiger Überlebensprozess.

Wasserallergie, was tun?

Die Wasserallergie selbst kann nicht therapiert werden. Dafür gibt es einige Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und die Histaminausschüttung zu unterdrücken. Das gelingt in erster Linie medikamentös. Antihistaminika können zu großen Teilen die Beschwerden lindern. Sollten die Betroffenen nicht auf die Antihistaminika anspringen, kann der Arzt die Medikamente Levocetirizin oder Desloratadin verordnen. In einigen Fällen werden Antibiotika verschrieben.

Behandlung von Allergien

So helfen Antihistaminika

Behandlung von Allergien: So helfen Antihistaminika

Stark fettende und rückfettende Produkte können dem Juckreiz entgegenwirken und zusätzlich die Barrierefunktion der Haut unterstützen. In Akutfällen bringen Salben mit Glucocorticoid Linderung. Aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen sollte die Anwendung jedoch nur im Ausnahmefall erfolgen.

Längere Duschen, Vollbäder oder Spaziergänge im Regen sollten – soweit möglich – vermieden werden. Da Schweißbildung die allergischen Reaktionen hervorrufen kann, sind Sportarten, bei denen man schwitzt, nicht zu empfehlen.

Warum entsteht eine Wasserallergie?

Die Ursachen für die Entstehung einer Wasserallergie sind nicht eindeutig geklärt. Mediziner vermuten, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Wasser die allergische Reaktion auslösen. Das können zum Beispiel Chlor, Salze und Kalk sein. Auch Keime, Pilze und Bakterien werden als Auslöser für die Wasserallergie vermutet. Sobald der Körper mit Wasser in Berührung kommt, schüttet er Histamin aus. Dabei werden die Sinnesnerven aktiviert, was wiederum ein Juckreiz auslöst. Durch die Histaminfreisetzung werden außerdem die Blutgefäße geweitet, sodass mehr Blutwasser eindringen kann. Die Folge sind schwellartige Erhebungen (Quaddeln) auf der Haut. Diese Wasserallergie-Symptome wurden vor allem bei Menschen festgestellt, denen zuvor Penicilin verabreicht wurde. Die Substanz sorgt für einen dauerhaft erhöhten Histaminspiegel. Wie viel Histamin die Patienten nach dem Kontakt mit Wasser ausschütten, ist individuell unterschiedlich.

Wasserallergie, wie waschen?

Wasserallergiker können sich nur ohne Wasser waschen. Zur Gesichtsreinigung eignet sich ein Wattebausch, der leicht angefeuchtet ist. Auch Baby- und Frischetücher sind eine Alternative. Für die Haarpflege eignet sich ein Trockenshampoo. Auch wenn es aus hygienischen Gründen schwer fällt: Wasserallergiker sollten sich nur so selten wie möglich der Qual des Duschens stellen.

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche