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Verschleppte Erkältung Risiken und Symptome

Mit einer verschleppten Erkältung sollte man nicht spaßen. 
Mit einer verschleppten Erkältung sollte man nicht spaßen. 
© Shutterstock
„Es ist ja nur eine Erkältung!“ dachten Sie und haben Ihre Symptome heldenhaft ignoriert. Das kann für die Gesundheit ganz schön gefährlich werden. Wer seine Erkältung nicht auskuriert oder sich zu früh wieder belastet, weil die Symptome vermeintlich abgeklungen sind, riskiert Komplikationen

Eine Erkältung ist meist spätestens nach zehn Tagen ausgestanden, wobei das Schlimmste oft schon nach wenigen Tagen vorbei ist. Viele halten die Erkrankung vor allem für lästig, aber nicht unbedingt für gefährlich. Es ist wichtig, dass man eine Erkältung auskuriert und seinem Körper Gelegenheit zur Genesung und Regeneration gibt. Sonst kommen schnell eine Bronchitis oder eine Nebenhöhlenentzündung dazu.
Wer seine Erkältung ignoriert, nicht zu Ende auskuriert oder sich zu frühzeitig starken körperlichen Belastungen aussetzt, kann schlimmstenfalls an einer Lungen-, Herzmuskel- oder einer Hirnhautentzündung erkranken oder riskiert einen Nierenschaden. Doch wie erkennt man eine verschleppte Erkältung?

Die Symptome einer verschleppten Erkältung

Wenn Ihre Erkältungssymptome eigentlich schon nachließen, sollte es Ihnen doch wieder besser gehen. Doch plötzlich scheint alles wieder von vorne loszugehen und Sie leiden erneut an Erkältungs- oder Grippesymptomen, die teilweise recht unspezifisch sind. Dazu zählen:

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlappheit

  • Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Husten
  • Schnupfen
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme

Dies scheinen Ihrer Meinung vielleicht harmlose Reste Ihrer Erkältung zu sein, aber tatsächlich sind es möglicherweise ernstzunehmende Warnsignale, wenn es einfach nicht besser wird. Spätestens jetzt braucht Ihr Körper erstens dringend eine Auszeit und zweitens eine ärztliche Untersuchung. Denn möglicherweise leiden Sie an Komplikationen, die behandlungsbedürftig sind und im Extremfall lebensbedrohlich werden können.

Der übliche Verlauf einer Erkältung

Anders als eine Grippe, die sich mit ihren dramatischen Symptomen urplötzlich zeigt, entwickelt sich eine Erkältung langsam und kündigt sich oft über einige Tage an. Man fühlt sich angeschlagen und schlapp und friert vielleicht etwas. Vielleicht spüren Sie auch leichte Kopfschmerzen. Über 200 verschiedenen Viren können Erkältungskrankheiten auslösen – einer davon hat Sie erwischt, vielleicht auch mehrere. Doch wer sich jetzt Ruhe und Schlaf gönnt, kommt manchmal noch mit einem blauen Auge davon: Wenn Ihr Immunsystem fit ist, kann diese Erholungspause ausreichen, um ihm die Chance zu geben, die feindlichen Viren abzuwehren.

Spätestens, wenn die Nase zu laufen beginnt und es im Hals kratzt, ist es jedoch zu spät. Jetzt nimmt die Erkältung ihren Lauf. Husten und Schnupfen, Kopfweh, ein heißer Kopf und Abgeschlagenheit werden Sie einige Tage ausbremsen. Wer klug ist, gibt nach und hört auf seinen Körper. Denn tatsächlich ist Schlaf und eine Auszeit, die körperlichen und mentalen Stress ausklammert, das allerbeste Heilmittel. Unterstützen können Sie Ihre Genesung mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten, die Ihre Symptome lindern.

Warum reicht Schlafen manchmal doch nicht aus?

Ihr Immunsystem hat mit den Erkältungsviren ordentlich zu tun – das ist eine wunderbare Chance für andere Krankheitserreger, um Sie zu attackieren. Die Angreifer können andere Viren sein, aber auch Bakterien. Wer sich nicht schont und zu Hause bleibt, lässt die Erkältung möglicherweise zum Einfallstor für schlimmere Erkrankungen werden.

Manchmal kann man alles richtig machen, viel schlafen und sich ausruhen, und trotzdem kommen zur Erkältung zusätzliche Beschwerden hinzu. So kann die erst laufende und dann verstopfte Nase zu einer Nasennebenhöhlen- oder sogar zu einer Stirnhöhlenentzündung führen, die Sie mit Kopfschmerzen plagt. Manchmal wird die Erkältung als ursächliche Erkrankung schnell besser, wandert aber in die Atemwege und macht sich dort in Form einer Bronchitis breit.

Diese Erkrankungen erkennen Sie an Symptomen, die deutlich stärker sind als die einer Erkältung. Starker Husten mit Auswurf, erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen und Druckgefühl im Kopf in Verbindung mit einer verstopften Nase deuten auf diese zusätzlichen Erkrankungen hin.

Weitere Erkrankungen, die sich gerne an eine Erkältung dranhängen, sind Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und Seitenstrang-Angina.

Behandeln lassen sich diese Leiden oftmals, ähnlich wie deine Erkältung, mit Hausmitteln und frei verkäuflichen Medikamenten. In der Apotheke bekommen Sie eine entsprechende Beratung. Gönnen Sie sich weiterhin Ruhe, denn Sie sind immer noch krank. Außerdem sollten Sie unbedingt viel trinken.
Sind die Symptome sehr ausgeprägt oder kommt Fieber hinzu, sollten Sie jedoch lieber zum Arzt gehen. Falls diese Zusatzerkrankungen nämlich durch Bakterien ausgelöst wurden, werden Sie möglicherweise nur mit Hilfe von Antibiotika wieder gesund.

Schwerere Komplikationen: Was aus einer Erkältung alles werden kann

Schlimmer als eine Bronchitis ist die Lungenentzündung, die sich aus einer Erkältung entwickeln kann. Schmerzen beim Atmen, Bewegen und Husten, ein quälender Husten und hohe Temperatur gehören zu den Symptomen – außerdem fühlen Sie sich richtig krank und deutlich elender als bei einer harmlosen Erkältung. Eine Lungenentzündung gehört immer in ärztliche Behandlung, sonst kann sie lebensgefährlich werden.

Nicht nur Ihre Lunge ist in Gefahr, wenn Ihre Erkältung verschleppt wird. Herzerkrankungen als Folge einer Erkältung sind nicht selten. Das tückische: Manchmal scheint die Erkältung tatsächlich schon ausgestanden zu sein, wenn diese Symptome auftreten. Warnzeichen sind:

  • unregelmäßiger Herzschlag
  • Gliederschmerzen, Brustschmerzen Müdigkeit, Abgeschlagenheit Schwächegefühl

Eine Herzmuskelentzündung oder Myokarditis kann die Folge einer Erkältung oder Grippe sein, wenn die Viren erst in die Atemwege und von dort in die Blutbahn gelangen. Wenn sie das Herz erreichen, lösen sie dort eine Entzündung aus. Ein weiterer Weg, um zum Herzen vorzudringen, führt für die Erreger über den Magen-Darm-Trakt.

Eine Herzmuskelentzündung muss ärztlich und manchmal sogar im Krankenhaus behandelt werden. Bei der Genesung brauchen Sie wiederum viel Ruhe, Schonung – und Geduld. Wer jetzt nicht aufpasst, riskiert, dass die Herzmuskelentzündung chronisch wird. Durch die dauerhafte Entzündung entstehen Narben, die zum schnelleren Verschleiß des Herzens beitragen.

Wer erst einmal eine Herzmuskelentzündung hat, kann drei bis sechs Monate brauchen, um wieder gesund zu werden. Hören Sie auf Ihren Arzt – es dauert so lange, wie es dauert.

Weitere Folgeerscheinungen können sonst dauerhafte Herzrhythmusstörungen sein. Im Extremfall drohen Herzinsuffizienz und Kammerflimmern, also Lebensgefahr. Darum sollten Sie spätestens jetzt, wenn Ihr Herz in Mitleidenschaft gezogen wurde, alles tun, um möglichst bald wieder ganz gesund zu werden. 

Eine bakterielle Meningitis oder Hirnhautentzündung ist eine weitere Erkrankung, die sich aus einer verschleppten Erkältung entwickeln kann und die potentiell tödlich ist.

Weil ein bereits geschwächtes Immunsystem weniger Widerstand leisten kann, sind  schwere Erkrankungen wie Lungenentzündung, bakterielle Meningitis  und Herzmuskelentzündung mögliche Folgeerkrankungen, die man nicht unterschätzen darf.

Wann kann man sicher sein, dass die Erkältung ausgestanden ist?

Wer seine Erkältung von Anfang an ernst nimmt und sich um die Genesung bemüht, hat die besten Chancen, sie nicht zu verschleppen und von Komplikationen verschont zu bleiben. Legen Sie sich ins Bett, wenn Sie Fieber haben, und ruhen Sie sich auch sonst aus. Trinken Sie reichlich Wasser und Tee.

Wenn Sie spüren, dass die Symptome verschwinden und Sie danach drei Tage lang keine erhöhte Temperatur hatten, dann sollte die Erkältung in der Regel vorbei sein. Wichtig ist jedoch, dass Sie nun nicht gleich Vollgas geben und alles Versäumte nachholen. Ihr Körper braucht weiterhin Schonung.

Beginnen Sie auf keinen Fall sofort mit einem kräftezehrenden Sportprogramm. Gehen Sie langsam und nicht zu weit spazieren, um die Lage zu sondieren. Erst wenn Sie das Gefühl haben, hundertprozentig genesen zu sein, können Sie langsam anfangen, sich wieder etwas mehr zuzumuten. Sobald Sie merken, dass es Sie zu sehr anstrengt, sollten Sie sich lieber noch etwas schonen.
Und wenn Symptome wie Schwäche oder Gliederschmerzen zurückkehren, gehen Sie zum Arzt. Vielleicht steckt doch mehr hinter Ihrer Erkältung, als Sie angenommen hatten. Vermeiden Sie, dass aus einem eigentlich harmlosen Schnupfen etwas Schlimmeres wird.

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