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Ferdinand Schmidt-Modrows Todesursache Speiseröhrenriss: Das steckt hinter der Erkrankung

Tod durch Speiseröhrenriss: Ferdinand Schmidt-Modrow beim 36. Filmfest in München 2018.
Tod durch Speiseröhrenriss: Ferdinand Schmidt-Modrow beim 36. Filmfest in München 2018.
© Picture Alliance
Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow verstarb mit nur 34 Jahren an einem Speiseröhrenriss. Doch was steckt hinter dieser oft tödlich verlaufenden Diagnose? GALA klärt für Sie die wichtigsten Fragen.

Ferdinand Schmidt-Modrow wurde nur 34 Jahre alt. Laut "Bild" starb der Schauspieler ( "Dahoam is dahoam", "Sturm der Liebe") durch einen Speiseröhrenriss. Wie seine Agentur meldet, litt er an einer unerkannten Vorerkrankung. Ob diese für den Riss in der Speiseröhre verantwortlich ist, ist nicht bekannt. Doch fest steht: Die Erkrankung gilt als medizinischer Notfall. Es muss schnell gehandelt werden. Bei dem Darsteller kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb im Krankenhaus. GALA hat für Sie die wichtigsten Fragen zum Thema Speiseröhrenriss beantwortet.

Speiseröhrenriss: Was ist das?

Die Speiseröhre ist ein circa 25 Zentimeter langer Muskelschlauch und verbindet den Rachen mit dem Magen. Ihre Hauptaufgabe: Sie befördert die zerkaute Nahrung in den Magen. Doch was passiert, wenn ihre Schleimhaut reist? Bei einer sogenannten Ösophagusruptur entsteht ein Riss an oder ein kompletter Durchbruch (Perforation) der Speiseröhrenwand, der zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Schwere Blutungen können entstehen, die schwer zu stillen sind. Die vorverdaute Nahrung und Magensäure können austreten und in den Brustkorb gelangen. Entzündungen (z. B. Mediastinitis) können entstehen und eine Blutvergiftung auslösen.

Wie kommt es zu einem Riss an der Speiseröhre?

Die Speiseröhre ist ein recht stabiler Schlauch aus Muskelgewebe. Daher kommt ein Durchbruch, also ein Riss der Speiseröhrenwand, eher selten vor. Dennoch können die folgenden möglichen Ursachen für einen Riss verantwortlich sein: 

  • am häufigsten (52 Prozent) durch medizinische Maßnahmen (z. B.: Magenspiegelung)
  • durch Druckanstieg wegen häufigem Erbrechen
  • durch einen Spontanriss (-ruptur) (15 Prozent), z. B. ausgelöst durch das Boerhaave-Syndrom: Spontanriss aller Wandschichten der Speiseröhre durch massives Erbrechen; Sterblichkeit von über 90 Prozent
  • durch das Mallory-Weiss-Syndrom: Einrisse der Speiseröhre am Übergang zum Magen mit potenziell lebensbedrohlichen Blutungen; Grund: Alkoholexzesse und Reflux, Bulimie, Krampfanfall 
  • durch verschluckte Fremdkörper (12 Prozent)
  • selten durch einen bösartigen Tumor (1 Prozent)

Welche Symptome treten auf?

Bei einem Speiseröhrenriss können je nach Lokalisation und Ausprägung der Ruptur oder Perforation verschiedene Symptome bei den Patienten auftreten. Doch allesamt bedeuten eins: Sie müssen umgehend ins Krankenhaus und medizinisch behandelt werden. Die folgenden Symptome sollten Sie daher sehr ernst nehmen:

  • sehr starke Schmerzen hinter dem Brustbein (in dem Bereich des Speiseröhrenrisses)
  • (blutiges) Erbrechen
  • Bluthusten
  • Atemnot
  • bläuliche Verfärbung der Haut
  • Kreislaufschock
  • akute Bauchschmerzen, wobei die Bauchdecke hart und angespannt ist

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Information zu diesem Artikel

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

Verwendete Quellen: medizinisches Online-Wörterbuch pschyrembel.de, eigene Recherche, Bild

Gala

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