Gesundheit: Schmerzen beim Husten: Was bedeuten sie?

Ob Sie nun eine Erkältung mit Husten haben oder an einer Bronchitis oder gar Lungenentzündung leiden: Schmerzen beim Husten sind unangenehm und auch ein bisschen beängstigend. Was sollten Sie darüber wissen und wann sollten Sie deshalb zum Arzt gehen?

Schmerzen beim Husten sind unangenehm, dahinter können unterschiedliche Ursachen stecken. 

Husten kann viele Ursachen und Auslöser haben und auch Schmerzen beim Husten haben unterschiedliche Gründe. Häufig tritt der Husten zusammen mit einer Erkältung oder einer Grippe mit Fieber auf, es kann aber auch ein Reizhusten sein, der eher lästig als schmerzhaft ist. Oft sind diese harmlos und kein Grund zur Sorge. Die Schmerzen sind dann lediglich eine Folgeerscheinung der Anstrengung, die fortwährende Hustenanfälle für den Körper darstellen. Doch es gibt auch Fälle, wo Schmerzen im Zusammenhang mit Husten einen ernsteren Hintergrund haben können und als Warnsignal erkannt werden sollten. Wie unterscheidet man harmlose und gefährliche Schmerzen beim Husten?

Was passiert eigentlich beim Husten?

Um diese Frage beantworten zu können, warum Husten Schmerzen verursacht, muss man erst einmal verstehen, was genau beim Husten passiert. Wenn man – ganz ohne krank zu sein – husten muss, dann passiert das in der Regel, weil ein Fremdkörper, der unbemerkt eindringen konnte, Rachen oder Atemwege reizt und durch das Husten wieder ausgeschieden werden soll. So husten wir, wenn wir Krümel in oder an die Luftröhre bekommen. Der Husten ist ein Abwehr- und Schutzmechanismus des Körpers. Das gilt also beispielsweise auch für Rauch, der uns automatisch husten lässt, damit wir ihn aus der Lunge bekommen.

Schlafentzug

So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus

Schlafentzug: So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus
Was passiert eigentlich, wenn man durchschnittlich nur vier Stunden pro Nacht schläft?
©Gala

Ein Hustenreflex wird ausgelöst, wenn Hustenrezeptoren in den oberen Atemwegen und in den Bronchien, die wie kleine Fühler agieren, gereizt werden und die Warnung an das Gehirn weitergeben. Den Hustenreflex selbst können wir durch unsere Willenskraft kaum beeinflussen und nur schwer unterdrücken: Erst atmen wir tief ein, dann verschließt sich der Kehlkopf. Die Atemmuskulatur zieht sich durch den Hustenreiz zusammen und dann wird der Kehlkopf wieder geöffnet und die Luft entweicht. Dabei kommt sie auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 1000 Stundenkilometern. Um dieses kraftvolle Wunder zu vollbringen, ist in erster Linie das Zwerchfell gefragt, zusätzlich kommen Bauch- und Rückenmuskulatur zum Einsatz.

Weitere Situationen, in denen wir husten, sind eine belegte Stimme, die wir durch Husten oder Räuspern klären, oder aber die Hustenreaktion auf Stoffe, gegen die wir allergisch sind. So husten Menschen mit Heuschnupfen während der Pollensaison sehr häufig, weil die eingeatmeten Pollen vom Immunsystem als gefährlicher wahrgenommen werden, als sie es sind.

Außerdem tritt Husten in Verbindung mit unterschiedlichen Erkrankungen auf: Erkältung, Grippe, Rachenentzündung, Bronchitis, Pneumonie – dies sind nur einige der Krankheiten, die mehr oder weniger ausgeprägt mit Husten einhergehen. Immer versucht der Körper dabei, sich selbst zu heilen. Bei trockenem Husten oder Reizhusten können das Fremdkörper sein, die er loswerden will. Bei produktivem Husten, zum Beispiel bei einer Bronchitis, will er sich des zähen Schleims entledigen, der sich beispielsweise auf die Flimmerhärchen legt, die dadurch in ihrer Aufgabe, die Atemwege freizuhalten, beeinträchtigt werden. Der Auswurf wird durch das Husten aus den Bronchien transportiert. Hausmittel und Medikamente können das Abhusten unterstützen, damit es leichter fällt.

Warum tut Husten manchmal weh?

Ob Husten wehtut, kommt auf den Verlauf der Krankheit an. Schmerzhaft wird der Husten immer dann, wenn er zum Dauerzustand wird. Ein quälender Husten, bei dem man versucht, zähen Schleim abzuhusten, ist besonders hartnäckig. Bei einer Bronchitis kann man oft gar nicht aufhören zu husten. Dabei müssen sich jedes Mal Zwerchfell, Bauch- und Rückenmuskulatur stark anspannen und wieder entspannen.

Viele Patienten haben auch Brustschmerzen im Bereich der Rippenbögen, wenn sie viel husten, um ihre Bronchien vom Schleim zu befreien. Hier werden durch die indirekten Strapazen, wenn auf das tief Einatmen immer wieder das stoßartige Ausatmen beim Husten folgt, ebenfalls Muskeln beansprucht, die dies im gesunden Zustand in diesem Ausmaß nicht gewohnt sind. Eine Bronchitis oder andere Erkrankungen, bei denen man viel husten muss, sind also das reinste Boot Camp für diese Muskelgruppen.

Ab dem zweiten Tag der Erkrankung, die zu häufigen, stark ausgeprägten Hustenanfällen führt, ist es dann meist soweit: Die Muskeln beginnen zu schmerzen, weil sie schlichtweg unter Muskelkater leiden. Diese Form von Schmerzen beim Husten ist zwar unangenehm, aber zum Glück meistens harmlos. Die Schmerzen verschwinden spätestens mit der Genesung wieder.

Wann sind Schmerzen beim Husten gefährlich?

Schmerzen beim Husten in Verbindung mit Rückenschmerzen können einen Warnsignal sein, das auf eine Lungenentzündung hindeutet. Wenn Ihnen also auch noch der Rücken wehtut, sobald Sie husten, dann sollten Sie sicherheitshalber zum Arzt gehen und Ihre Lunge untersuchen lassen, denn mit einer Lungenentzündung ist nicht zu scherzen.

Allerdings kann auch die Kombination von Husten und Rippen- und Brustschmerzen ein Anzeichen sein, das auf eine ernstere Erkrankung hindeutet. Sie könnten an einer Rippenfellentzündung oder Erkrankungen der Milz oder der Bauchspeicheldrüse leiden. Sogar ein Herzinfarkt kann sich auf diese Weise zeigen. Außerdem treten diese Schmerzen beim Husten auch auf, wenn Sie sich die Rippen geprellt oder gebrochen haben. Falls Sie kürzlich einen Unfall oder Sturz hatten, ist Ihnen vielleicht doch mehr passiert, als Sie zunächst annahmen.

Wann sollte man mit Schmerzen beim Husten zum Arzt gehen?

Wenn Sie an einer mit Husten verbundenen Infektionskrankheit leiden und nach ein, zwei Tagen die beschriebenen Schmerzen beim Husten auftreten, dann ist das in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Sind Ihre Symptome jedoch ohnehin sehr ausgeprägt oder haben Sie mehr als zwei, drei Tage Fieber, dann sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Allerdings ist es auch denkbar, dass die Kombination von Husten und Schmerzen zu einem Zeitpunkt auftritt, an dem Sie keine logische Erklärung dafür haben, weil Sie weder gestürzt sind, noch an einer Infektionskrankheit leiden, die den Husten mit sich bringt. Halten die Schmerzen und der Husten dann an, sollten Sie abklären lassen, was die Ursachen dafür sind.

Was kann man gegen Schmerzen beim Husten tun?

Falls Sie ohnehin Schmerzmittel oder entzündungshemmende Mittel wie beispielsweise Paracetamol einnehmen, dann sollten diese Ihre Schmerzen beim Husten zumindest etwas lindern.

Bei Hustenerkrankungen wie einer Bronchitis oder auch bei einer Lungenentzündung empfiehlt es sich außerdem immer darauf zu achten, dass Sie reichlich trinken. Das hilft bei Reizhusten, weil es die Schleimhäute befeuchtet und den Reiz lindert, und bei produktivem Husten, indem es den Schleim in den Bronchien etwas flüssiger macht, sodass er sich leichter löst und Sie ihn etwas einfacher aushusten können. Sie können auch Hustensaft, Lutschpastillen oder Tabletten einnehmen, die das Abhusten erleichtern. Wenn Ihre Muskulatur beim Husten nicht ganz so stark beansprucht wird, sollten Sie auch etwas weniger Schmerzen haben.

Übrigens sollten Sie bei einem produktiven Husten, wie beispielsweise bei einer akuten Bronchitis, keinen Hustenstiller einnehmen. Egal, ob Ihnen die Muskeln schmerzen oder nicht – der zähe Schleim muss aus den Bronchien herauskommen, und das geht nun einmal nur durch Husten. Nehmen Sie einen Hustenstiller ein, könnten Sie zwar vorübergehend Ruhe haben, aber dafür braut sich in Ihren Atemwegen ein Problem zusammen.

Falls Sie nicht ohnehin mit einem Infekt im Bett liegen, sollten Sie während Ihrer Hustenerkrankung Ihren Rücken und den gesamten Rumpf warmhalten. Das tut Ihren Bronchien gut und lindert Ihren Muskelkater ein wenig.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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