Vorsicht bei Mode-Schmuck: Nickelallergie: Allergisch gegen das Universal-Metall

Viele Menschen haben eine Nickelallergie, ohne es zu wissen. Die Allergie ist die häufigste Kontaktallergie weltweit. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung gelten als sensibilisiert. Sie löst bei Betroffenen einen Juckreiz aus, ist aber harmlos, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen

Eine Nickelallergie kann ziemlich lästig sein. Das Metall steckt in Verschlüssen, Knöpfen, Ringen oder Armbanduhren. Nickel kommt auf der Erde häufig in Verbindung mit anderen Stoffen vor, die Sie als Allergiker kennen sollten.

Nickel findet sich nicht nur in Schmuck und elektronischen Geräten, sondern auch im Kaffe, Zigarettenrauch und sogar im Essen. Dabei sind Schmuck und Geldmünzen durch angepasste Richtlinien in der EU heutzutage gar nicht mehr das Problem. Wir verraten, wo Nickel noch überall enthalten ist ...

Nickelallergie: Was ist Nickel eigentlich?

Nickel ist ein Metall, das für den Körper als Spurenelement lebensnotwendig ist. Es kommt in der Umwelt weit verbreitet vor. Das harte, silberweiße Metall befindet sich in der Erdkruste. Da es kostengünstig und gut zu verarbeiten ist, ist Nickel seit seiner Entdeckung im Jahr 1751 aus den industriellen Produktionsprozessen kaum noch wegzudenken. So wird es zum Beispiel vor allem in der Industrie als Legierung verschiedener Metalle verwendet. Doch mit vermehrten Einsatz des Materials in Produkten wie Schmuck, Batterien, Münzen oder Knöpfen, häuften sich auch die Allergiefälle. Um den Anstieg an Nickelallergien zu stoppen, erließ die Europäische Union eine Nickelrichtlinie, die den Einsatz von Nickel regulierte.

Worin ist Nickel enthalten?

Reiner Nickel ist extrem selten und kommt nur in Form von Meteoriten im Weltall und im Kern von Planeten vor.

Das Metall findet sich in Schmuck, Armbanduhren, Batterien, Piercings, Euro-Münzen, (Sonnen)- Brillen, Gelenkprothesen, Espressomaschinen, Bügeleisen, Büromaterial, Papier, Tattoofarben, Blumenerde, Türgriffen, Zahnspangen, Zigarettenrauch, Musikinstrumenten, Kochgeschirr, Regenschirmen, Lederwaren, Injektionsnadeln, Haarnadeln, Lockenwicklern, Kochtöpfen und sogar in Mobiltelefonen. Neben industriell hergestellten Produkten enthalten auch Lebensmittel wie Kartoffeln, Getreide und Obst Nickel, da sie das Metall während des Wachstumsprozesses aus der Erde aufnehmen. Berufsbedingte Nickelallergien kommen häufig bei Reinigungsfachkräften oder Kassenpersonal vor, da sie viel dem Kontaktallergen ausgesetzt sind.

Auslöser - der Schweiß macht die Ione locker

Eine allergische Reaktion kann sich durch gerötete und tränende Augen zeigen

Allergische Reaktion

Was passiert bei einer Allergie?

Die Nickelallergie gehört zur Gattung der Kontaktallergien (auch: Spättyp-Allergien), da die Haut der Betroffenen allergisch auf nickelhaltige Substanzen reagiert, die mit ihr in Berührung kommen. Das liegt am leicht sauren Schweiß unserer Haut, der die kleinen Nickel-Ionen aus einem Metall lösen kann. Anders als bei den so genannten Soforttyp-Allergien – dazu zählen zum Beispiel die Pollenallergie, Insektengiftallergie und die meisten Lebensmittelallergien – zeigt sich beim Spättyp die Reaktion zeitverzögert.

Nickelallergie: Symptome & Beschwerden

Nach dem Allergen-Kontakt können zwischen 24 und 72 Stunden vergehen, bis sich die ersten Beschwerden bemerkbar machen. Die Symptome sind jedoch relativ leicht zuzuordnen, da sie an typischen Kontaktstellen entstehen.

Allergieauslöser

Allergene - welche Arten gibt es?

Nahrungsmittel wie Milch und Eier sind mögliche Allergene

Häufige Nickel-Kontaktstellen sind

  • Handflächen
  • Finger
  • Bauchnabel – früher waren nickelhaltige Gürtelschnalle oder Hosenknöpfe oft problematisch
  • Ohren
  • Handgelenke

Tipp: Ein besonderes Augenmerk sollten Sie auf das Schmuck-Shopping im Ausland legen, der mit nach Hause genommen wird. Hier gelten nicht die von der EU eingeführten Nickelrichtlinien.

Typische Anzeichen einer Nickelallergie sind

  • starker Juckreiz (trotzdem nicht Jucken, das verzögert die Heilung und kann Entzündungen fördern)
  • Brennen oder Schmerzen
  • Rötung
  • Schwellung
  • Bläschen und Knötchen ("Papeln")
  • nässende Bläschen an der Kontaktstelle
  • bei chronischem Kontakt auch Schuppung, oder
  • Verdickung der Oberhaut

Ekzeme als Folge

Bei häufigem Nickel-Kontakt kann es zu dauerhaften Hautveränderungen kommen. In diesem Fall spricht man von einem chronisch allergischen Kontaktexzem.
Übrigens: Nickel reizt bei fast jedem Menschen die Haut, wenn es in hohen Konzentrationen aufgebracht wird. Bei einer Nickelallergie reicht aber schon eine geringe Menge Nickel, um eine allergische Reaktion an der Haut auszulösen.

Therapie der Nickelallergie

Eine Nickelallergie ist nicht heilbar. Daher wird Betroffene geraten, den Kontakt zu nickelfreisetzenden Gegenständen so gut wie möglich zu vermeiden. Zur Behandlung von allergischen Kontaktekzemen empfiehlt der Arzt meistens kortisonhaltige Lotionen, Cremes oder Salben. Eine geeignete Hautpflege hilft, die natürliche Hautbarriere aufrecht zu halten.

Diagnoseverfahren bei Nickelallergie

Der Pricktest ist der gängigste Allergietest zur Prüfung eines Allergieverdachts

Allergietest-Verfahren

Allergietest - bin ich allergisch?

Leiden Sie unter einer starken Nickelallergie, haben Sie heftigen Ausschlag oder starken Juckreiz, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt oder Hautarzt aufsuchen, um die Symptome abzuklären. Gleiches gilt bei einem Verdacht auf eine Nickelallergie. Mit einem Epikutantest (Pflaster- oder Patchtest) kann nachgewiesen werden, ob Sie mit Ihrer Vermutung richtigliegen.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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