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Auch Sido ist betroffen Nasenspray-Sucht: Wie entsteht sie und was hilft dagegen?

Sido (alias Paul Würdig) ist seit 15 Jahren süchtig nach Nasenspray.
Sido (alias Paul Würdig) ist seit 15 Jahren süchtig nach Nasenspray.
© Getty Images
Sido hat auf Instagram bekannt gegeben, dass er seit 15 Jahren süchtig nach Nasenspray ist. Nun will er endlich von dieser Sucht loskommen. GALA klärt, mit welchen Tipps das gelingt und warum so viele Menschen von der Nasenspray-Sucht betroffen sind.

Wer Schnupfen hat, greift schnell zu Nasenspray. Doch Vorsicht, das kleine Fläschchen kann nämlich schnell süchtig machen. Sido, 39 (alias Paul Würdig) kann ein Lied davon singen. Der Rapper hat in einer Instagramstory zugegeben, dass er seit 15 Jahren an einer Nasenspray-Sucht leidet. Nun versucht der Musiker wieder davon loszukommen. Doch wie wird man eigentlich süchtig nach Nasenspray und was hilft, um seine Nase wieder zu entwöhnen? GALA klärt für Sie die wichtigsten Fragen.

So wirkt Nasenspray

Viele Menschen, die erkältet sind und Schnupfen haben, greifen zum Nasenspray. Der Arzneistoff des Präparats heißt Xylometazolin und bewirkt, dass die angeschwollene Nasenschleimhaut wieder abschwillt. Doch tatsächlich "sind das auch Medikamente und das vergessen viele, auch wenn die frei verkäuflich sind", meint Internist Dr. Heinz-Wilhelm Esser im RTL-Interview bei "Guten Morgen Deutschland". Gefährlich, denn viele Medikamente - wie auch Nasenspray - machen abhängig.

Nasenspray-Sucht: Warum Sie abhängig werden

Doch wie genau wird man abhängig? Wenn Sie Nasenspray über mehrere Tage oder sogar Wochen benutzt haben, entsteht ein sogenanntes Rebound-Phänomen. Was bedeutet das? Laut Dr. Esser höre "nach sechs bis acht Stunden die Wirkung [von Nasenspray] auf und umso stärker wird die Schwellung in der Nase wieder." Benutzt man das Nasenspray dann wieder, werde die Schwellung immer stärker. Ein Teufelskreislauf entsteht. Das habe folgende Symptome zur Folge:

  • die Schleimhäute trocknen aus und es bilden sich Borken. Diese Entstehen, weil sich auf der ausgetrockneten Schleimhaut wunderbar Bakterien ansiedeln. Beides sorgt dann "im schlimmsten Fall für eine sogenannte Stinknase", so der Experte.
  • Nasenbluten
  • die Nase wird empfindlich und tut weh

Wie verhindert man eine Nasenspray-Sucht?

Sie sind krank, Ihre Nase ist verstopft und Sie wollen Nasenspray benutzen, aber nicht süchtig werden? Hierbei rät Dr. Esser:

Das Nasenspray nicht länger als fünf Tage anwenden, nicht mehr als ein bis zweimal am Tag benutzen, jeweils ein bis zwei Hübe.

"Meisten geht’s ja um die Nacht, dass man da gut durchatmen kann." Also am besten vor dem zu Bett gehen benutzen, damit man trotz Schnupfen besser schlafen kann.

So bekämpfen Sie die Sucht

Wenn Sie festgestellt haben, dass Sie süchtig nach Nasenspray sind, gibt es folgende Tipps, wie Sie wieder von dem Medikament loskommen:

  • Nur ein Nasenloch mit dem Spray behandeln und das andere von dem Medikament entwöhnen
  • Nasentropfen verdünnen: Zur Hälfte aufgebrauchte Nasentropfen mit einer Salzlösung auffüllen, sodass man den Wirkstoff immer weiter verdünnt und seine Nase so langsam von dem Medikament entwöhnt.
  • Auf ein Salzspray umsteigen. Dieses besitzt nicht den abschwellenden Wirkstoff, der abhängig macht, hat aber dennoch, wenn auch abgeschwächt, den Effekt, die Nase freizumachen.

Nach dem Entzug kann sich die Nasenschleimhaut wieder regenerieren. Es dauert zwar, aber je nach Schwere der Sucht ist es sehr gut möglich, dass die Schleimhaut sich wieder vollständig regeneriert.

Verwendete Quellen: RTL "Guten Morgen Deutschland", Instagram

Information zu diesem Artikel

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

Gala

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