Misophonie: Wenn Essgeräusche zum Horrortrip werden

Sie hören ein Geräusch und haben das Gefühl, es ist nur noch eine Frage von Sekunden bis Sie explodieren? Dann leiden Sie vielleicht unter Misophonie. GALA erklärt Ihnen, was es damit auf sich hat, wenn Sie bei Essgeräuschen Ihres Partners durch die Hölle gehen und warum Sie gar nichts für Ihre Wutanfälle können.

Misphoniker halten es nicht aus, wenn jemand in ihrem Umfeld Chips knabbert

Geräusche können ätzend sein. Die rauschende Popcorntüte oder die knisternden Nachos im Kino etwa, wenn man sich einfach nur auf den Film konzentrieren möchte. Die Laute, die der Nüsse knabbernde Partner auf der Couch von sich gibt, und die jegliche Romantik im Keim ersticken. Oder das lautstarke Hämmern der Kollegin auf die Computertastatur, bei dem man meinen möchte, die Buchstaben auf der Tastatur haben etwas verbockt.

Misophonie macht (Ess-) Geräusche zur Qual

Für einige Menschen sind diese Geräusche die reinste Qual. Nahezu unerträglich. Sie machen eine Gruppe von Menschen wahnsinnig und lassen sie ausflippen. Die Folge dieser unangenehmen Sound-Effekte sind starke Wutgefühle, bei denen niemand weiß, wo sie plötzlich herkommen. Am wenigsten der karottenkauende Freund am Küchentisch. Einige Menschen bekommen schon Wutanfälle, wenn sie die Bewegungen des Kiefers nur sehen.

Das liegt nicht daran, dass diese Menschen generell zu Aggressionen neigen. Das liegt daran, dass diese Menschen an einer Krankheit leiden: Misophonie.

Misophonie: Was ist das?

Lange Zeit gab es nicht einmal eine Bezeichnung für die Misophonie, bei der Mediziner derzeit von einer neurologischen Störung ausgehen. Das Wort Misophonie kommt aus dem Griechischen, setzt sich zusammen aus den Begriffen "Misos" (Hass) und "Phone" (Geräusch) und bedeutet so viel wie "Hass auf Geräusche". Erstmals beschrieben wurde das Phänomen von den amerikanischen Neurowissenschaftlern Pawel und Margaret Jastreboff. Das Wissenschaftler-Ehepaar setzte sich bereits in den 90er-Jahren mit der Krankheit auseinander.

Misophonie betrifft keineswegs alle Geräusche, sondern nur bestimmte, sogenannte Triggergeräusche. 

Typische Beispiele sind:

  • Schmatzen
  • Kauen 
  • Reibgeräusche (z. B. auf Stoff, Holz oder Glas)
  • Schluckgeräusche
  • Wiederholtes Klicken

Besonders beliebt bei Betroffenen sind auch Räuspern, Stammeln, Schnarchen, Husten - und noch einige mehr, erklärt die Audiologin Marsha Johnson gegenüber der "New York Times". Dabei geht es nicht um die Lautstärke. Das Geräusch kann leise sein, doch die Gehirne der Betroffenen lenken die gesamte Aufmerksamkeit darauf und fühlen sich wütend und verärgert, der Körper gerät in eine Art Alarmzustand.

Warum entsteht Misophonie?

Die Misophonie ist noch nicht umfangreich erforscht. Bislang weiß man, dass die Gehirne der Patienten bei den Triggergeräuschen in der Inselrinde besonders aktiv sind und bei der Vearbeitung der Geräusche abnormal reagieren und sich besonders stark mit Regionen vernetzen, die für Gefühle zuständig sind. Das geht aus einer Studie des Neurologen Sukhbinder Kumar von der Newcastle University hervor.

Einige Forscher vermuten, dass Konflikte zwischen Kindern und Eltern eine Ursache für Misophonie sein könnten. Da es nicht unüblich ist, Eltern-Kind-Konflikte in großer Essensrunde zu debattieren, ist es möglich, dass Kinder ihre Aggressionen auf die Eltern mit den eigentlich harmlosen Geräuschen verbinden, die diese zum Beispiel beim Essen von sich geben.

Was hilft gegen Misophonie?

Psychologen, Psychiater, Hörakustiker und HNO-Ärzte forschen mit Hochdruck an einer passenden Misophonie-Therapie. Bisher zielt die Misophonie-Behandlung darauf ab, die aufflammenden Gefühle kontrollieren zu lernen. Dabei können verschiedene Entspannungstechniken helfen, wie beispielsweise:

  • Yoga
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Thai-Chi

Wer sich im Alltag nicht anders helfen kann, sollte Kopfhörer aufsetzen. Auch Hypnose ist eine Möglichkeit, um die Misophonie in den Griff zu bekommen. Führt die Misophonie zu ernsten Beeinträchtigungen im Alltag, sollte umgehend ein Arzt zurate gezogen werden.

Stars beim Essen

Mahlzeit!

Erst im April 2020 brachte Marie Nasemann ihr Söhnchen zur Welt, dessen Name sie und ihr Lebensgefährte Sebastian Tiggess noch immer geheim halten. Jetzt feiert die Ex-"GNTM"-Kandidatin ihren ersten Muttertag, allerdings im Wochenbett. Und da Stillen kräftezehrend ist, gibt es eine Riesenportion Pasta.
Mandy Capristo genießt ihren Sonntag in vollen Zügen und gönnt sich eine Tasse Kaffee im Sonnenschein. Die mit Köstlichkeiten gefüllten Teller auf dem Gartentisch verputzt sie gemeinsam mit ihrer Familie – herrlich!
Thandie Newton sitzt in der Badewanne und isst
Janina Uhse trinkt Tee

158

Ausflippen bei Kaugeräuschen: Dieser Hollywood-Star kennt das Problem

Celeb Fun Fact: Megan Fox erzählte im Interview mit "taff", sie könne nicht mit ihrem Ehemann Brian Austin Green essen, da sie Kaugeräusche wahnsinnig machen würden. "Ich halte das einfach nicht aus", erklärte sie. Nun wissen wir auch, dass sie das wirklich ernst meinte ... 

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche